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Warum der Stromverbrauch im Internet die Umwelt genauso belastet wie der weltweite Flugverkehr

– aber jeder Einzelne etwas dagegen tun kann

Weil wir immer mehr online sind, steigt der Stromverbrauch für das Internet. Quelle: Unsplash
Weil wir immer mehr online sind, steigt der Stromverbrauch für das Internet. Quelle: Unsplash

Das Internet gehört für uns heute zum Alltag, aber wie viel Energie verbrauchen wir eigentlich durch unsere Web-Nutzung?

Während viele heute schon auf klimaschonendes Verhalten achten, ist nur wenigen klar, welch umfangreiches Klimaschutzpotential tagtäglich direkt unter den Fingerspitzen schlummert: Auf Computer, Smartphone und Tablet. Denn jedes Megabyte genutzten Cloud-Speichers, jede E-Mail oder Google-Suche landet in einem der zahlreichen, energiehungrigen Rechenzentren weltweit und verursacht CO2-Belastungen. Und längst werden leider nicht alle Großrechner für unser digitales Leben mit Ökostrom versorgt.

Stromfresser Internet: Googeln, Surfen, Mails und mehr sorgen für immensen Stromverbrauch in den Rechenzentren

Ganz egal, wie viel oder wenig Strom unsere internetfähigen Geräte vor Ort ziehen: Allein mit ihrer alltäglichen Nutzung verursachen wir im Rechenzentrum einen deutlich höheren Stromverbrauch. Im Gegensatz zum heimischen Computer oder Arbeitsrechner sind Server täglich rund um die Uhr im Betrieb. Dabei verbrauchen sie nicht nur viel Strom für die eigentliche Rechenleistung, sondern sie benötigen auch viel Energie für komplexe Kühlsysteme – also Klimaanlagen, Rückkühlung, Ventilatoren und mehr. Eine Google-Suchanfrage löst nach Unternehmensangaben einen Strombedarf von 0,3 Wattstunden aus. Bei 40.000 Suchanfragen weltweit pro Sekunde läppert sich das, denn mittlerweile ist mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung online: Rund vier Milliarden Menschen.

Strombedarf des Internets steigt weiter

Allein in Deutschland benötigten Server und Rechenzentren im Jahr 2017 insgesamt 13,2 Mrd. kWh Strom, das hat das Borderstep Institut errechnet – ungefähr so viel, wie die Stadt Berlin insgesamt an Strom verbraucht. Mit einem Anstieg von 6% im Vergleich zum Vorjahr stieg der Stromverbrauch 2017 damit so stark wie seit zehn Jahren nicht mehr, so die Forscher. Wirtschaftswissenschaftler und Ingenieur Ralph Hintermann von diesem Institut schätzt, dass Internet-Surfen längst eine ebenso hohe CO2-Belastung erzeuge, wie der gesamte, weltweite Flugverkehr. „Die Prognosen sagen, dass wir in fünf oder sechs Jahren nochmals 25 Prozent mehr im Internet brauchen“, so der Experte.

Ein anderer Think Tank geht davon aus, dass digitale Technologien mittlerweile für vier Prozent der globalen Treibhausgasemissionen verantwortlich sind und ihr Energieverbrauch pro Jahr um 9% wächst.

Dank des wachsenden Anteils an erneuerbaren Energien nimmt der CO2-Ausstoß pro produzierter Kilowattstunde Strom laut Angaben des Umweltbundesamtes zwar kontinuierlich ab, aber der stete Zuwachs am Strombedarf für die digitale Welt drohe längst, diese Einsparung zunichte zu machen – denn Video-Streaming und Cloud-Computing verbreiten sich immer weiter. Bis 2021 werden die Rechenzentren in Deutschland über 9% des Strombedarfs im Sektor „Gewerbe Handel Dienstleistung“ verbrauchen.

Streaming macht bereits mehr als die Hälfte des Stromverbrauchs aus

Die Datenmengen, die beim Video-Streaming über Plattformen wie Netflix, Amazon Prime, YouTube & Co. anfallen, machen bereits 58 Prozent und damit mehr als die Hälfte des Datenvolumens im Internet aus. Das geht aus einer Analyse des kanadischen Netzwerkausrüsters Sandvine hervor. In Relation mit der Einschätzung des amerikanischen IT-Unternehmens Cisco, die für das Jahr 2017 einen weltweiten Traffic von insgesamt 1,5 Zettabyte (oder umgerechnet 1,5 Milliarden Terabytes bzw. 1.500.000.000.000.000.000.000 Bytes) berechnet haben, wird klar, wie viele Daten nur durch Bewegtbilder durch das Netz gejagt werden. Um diese Mengen über die Rechenzentren bereitstellen zu können, dürften global fürs Streamen schätzungsweise bereits bis zu 200 Milliarden kWh Strom pro Jahr anfallen, Tendenz steigend.

Filme und Serien zu streamen ist für viele zu einem neuen Hobby geworden. Entsprechend steigt der Energiebedarf. Quelle: Unsplash
Filme und Serien zu streamen ist für viele zu einem neuen Hobby geworden. Entsprechend steigt der Energiebedarf. Quelle: Unsplash

Die gewaltigen Daten- und auch Energiemengen ergeben sich zum einen aus der immer höheren Auflösung der Filme und Serien in HD und 4K, zum anderen aus der immer größeren Menge an Videos. Allein YouTube wächst um rund 400 bis 500 Stunden Bewegtbild pro Minute. Mit Disney, Warner und Apple steigen zudem weitere Anbieter in das Streaming-Geschäft ein, die die Datenmenge und damit auch den Stromverbrauch weiter wachsen lassen.

Energiebedarf des Internet-Streamings so hoch wie komplette deutsche Ökostromerzeugung

200 Milliarden kWh Strom für das Streaming im Internet? Das klingt nach extrem viel Energie. Und das ist es auch. Zum Vergleich: Ein Privathaushalt in Deutschland verbraucht im Jahr durchschnittlich 2.500 kWh Strom. Das heißt, mit 200 Milliarden könnte man sämtliche Privathaushalte in Deutschland, Italien und Polen zusammen für ein Jahr mit Strom versorgen. Eine ähnliche Strommenge erzeugen aktuell alle deutschen Ökostromanlagen aus Wind, Solar, Wasserkraft und Biomasse zusammen. Würde man also jede Kilowattstunde in die Rechenzentren stecken, wäre das Streaming zu 100% aus erneuerbarer Energie abgedeckt. Dann bliebe aber in Deutschland kein Ökostrom mehr übrig.

Server mit der Kraft der Natur nachhaltiger machen

Der hohe Energieverbrauch und die immensen Kosten von großen Rechenzentren stehen daher aktuell im Fokus von Klimaexperten und IT-Unternehmen gleichermaßen. Modernere Technik mit geringerem Kühlbedarf, eine effizientere Auslastung der Server sowie die Zusammenlegung kleinerer Rechenzentren sollen Verbrauch und Ausstoß zunehmend reduzieren helfen, dürften das stetig wachsende Datenaufkommen langfristig aber nicht annähernd auffangen können.

Auf der Suche nach nachhaltigen Lösungen lohnt daher auch ein Blick nach Norwegen, denn in einem ehemaligen Bergwerk in Nordfjord entsteht derzeit das potentiell effizienteste und modernste Rechenzentrum der Welt. Die Kühlung des transportfreundlich modular angelegten, unterirdischen Großprojektes soll mit Wasser aus einem nahen Fjord erfolgen, die Energie liefern Wasserkraftwerke aus der Umgebung. Die erneuerbaren Energieträger sollen den CO2-Ausstoß der Server-Farm erheblich senken: Eine vielversprechende Aussicht.

Jeder kann einen Beitrag leisten

Um den Stromverbrauch des Internets insgesamt zu reduzieren, kann jeder einzelne einen Beitrag leisten – etwa ganz simpel, indem man überflüssige Mails löscht. In einem Experiment hielt das TV-Wissensmagazin Galileo die Nutzer eines Gütersloher Mail-Dienstes dazu an, innerhalb einer Stunde möglichst viele Mails zu löschen. Die über 27.000 Teilnehmer der Aktion trennten sich von insgesamt mehr als 300.000 Mails – durchschnittlich elf Stück – leerten die Papierkörbe und legten damit 50 Gigabyte Festplattenkapazität auf den Servern frei: Nach Schätzungen des Rechenzentrums eine Ersparnis von schätzungsweise 1,7 Kilogramm CO2. Hochgerechnet auf die weltweite Internetgemeinde ein einfacher und effektiver Beitrag zum Klimaschutz.

Jeder einzelne kann etwas tun, um den Stromverbrauch im Internet und damit den CO2-Abdruck zu senken: Z.B. ungenutzte Daten löschen. Quelle: Unsplash
Jeder einzelne kann etwas tun, um den Stromverbrauch im Internet und damit den CO2-Abdruck zu senken: Z.B. ungenutzte Daten löschen. Quelle: Unsplash

Tipps für weniger Stromverbrauch im Internet:

  • Mit Bedacht streamen, und vielleicht doch ab und zu mal wieder zur DVD greifen.
  • Mails regelmäßig löschen und den Zufluss im Blick behalten.
  • Ebenso sinnvoll ist der Einsatz zeitbegrenzender Mailfilter, die etwa Newsletter oder Spam, nach einer festgelegten Zeit automatisch in den virtuellen Papierkorb sortieren.
  • Zusätzlich lohnt es sich, darüber nachzudenken, wie man die eigene Nachrichten-Flut reduzieren kann: Ist wirklich jede Kleinigkeit ein Mail wert? Und auch immer gleich ans ganze Team?
  • Cloud-Dienste sind grundsätzlich eine Riesenhilfe, sicher, aber muss tatsächlich jedes Urlaubsfoto, jedes Katzenvideo, dort monatelang unbeachtet aber klimaschädigend gehortet werden? Auf externen Festplatten oder USB-Sticks lagern Datensammlungen und Backups auf jeden Fall sehr, sehr viel sparsamer und umweltschonender.
  • Zu guter Letzt – und so liebend gern wir jede noch so banale Kleinigkeit googeln: Alles, was wir nicht suchen, sondern mit ein wenig Überlegung selbst erinnern oder im Gespräch mit anderen klären können, ist nicht nur ein Geschenk an die Umwelt, sondern womöglich ein willkommener Anlass zu… persönlicher Kommunikation.

Welche dieser Maßnahmen auch immer möglich erscheinen: Das bewusste Einsparen von Server-Kapazitäten und Daten-Übertragungen – nennen wir es ruhig „Digitalhygiene“ – ist ein wichtiger, und bisher zum allergrößten Teil ungenutzter, Beitrag zum Klimaschutz, und außerdem schnell und vor allen Dingen mühelos umsetzbar.

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