E-Mobilität
11.03.2023

Wie sieht es eigentlich mit Wasserstoff aus ??

Ich verfolgt die ganze Sache mit der E Mobilität sehr interessiert.

Was mir schon oft aufgefallen ist und teilweise mit den selben Argumente. 

Früher Benzin / Kohle gegen Strom.

Heute Strom gegen Wasserstoff.

Mich würde interessieren wiso soviel gegen den Wasserstoff sind. 

Insbesonders wenn bisher mir noch niemand erklären kann wie wir den gesamten E Autos vernünftig verwerten kann. Und bei den E Autos muss man darauf Achten wo die nächste E Tankstelle ist ( gering Reichweite) 

Bei Wasserstoff größere Reichweite / schneller Befüllung des Tanks und weniger Kosten insgesamt. 

Hier meine ich auch das wechseln der Batterie nach .....km.

Was bisher auch noch nicht oder nur ganz kleine Meldung.

Wie kann man Wasserstoff in Gebäuden, Häuser einsetzen. 

3 Kommentare
2023-03-12T06:02:54Z
Sonntag, 12.03.2023 um 07:02 Uhr
Hallo,


das ist ganz einfache Physik.


Es gibt in der Natur keinen freien Wasserstoff, dieser ist stets gebunden oder muss hergestellt werden, z.B. durch Aufspaltung (Elektrolyse) von Wasser (H2O), bei der unter Verwendung großer Mengen an Strom (um die Atombindung aufzubrechen) in Wasserstoff (H2) und Sauerstoff (O). Um sog. "grünen" Wasserstoff herzustellen, braucht man also große Mengen Wasser (und zwar chemisch reines Wasser, also nicht einfach Leitungswasser, da dieses mit sehr vielen Mineralien versetzt ist) - das man nicht so einfach bei ALDI & Co kaufen kann - und riesige Mengen an Strom. Nach der Aufspaltung von Wasser in H2 und O hat man H2, was extrem flüchtig ist und brennbar bzw. sogar explosiv, wenn es wieder mit Sauerstoff in Verbindung kommt (Knallgasexplosion aus dem Chemieunterricht). 


Jetzt kann man den Wasserstoff speichern, das geht entweder durch starkes Kompromieren auf 350 bis 700 bar Druck (dazu ist erneut viel Energie notwendig, das kennt man vom Aufpumpen eines Reifens mit einer Luftpumpe; einfach mal ausprobieren, wieviel Kraft man braucht, einen Fahrradreifen auf 4 bar aufzupumpen - beim H2 brauchen wir abe 350 bis 700 bar Druck!) oder durch extremes Abkühlen, so dass der Wasserstoff flüssig wird - auch dazu braucht man sehr viel Energie und aufwändige "Thermoskannen".


Erst jetzt kann der Wasserstoff transportiert werden; es ist also en Märchen, wenn Politiker behaupten, man könne die bestehenden Erdgasleitung mal so einfach für H2 nutzen. Diese sind dafür nicht ausgelegt, d.h. es würde H2 einfach durch die Wände der Rohre entweichen, und halten die hohen Drücke gar nicht aus. Vom flüssigen Transport in den Pipelines mal ganz zu schweigen.


An einer H2-Tankstelle muss das extrem kalte und flüssige H2 nun "aufgetaut" werden und unter hohem Druck in die Tanks der Fahrzeuge gepumpt werden. 


Dort leitet man es über eine sog. Brennstoffzelle, dabei entsteht Strom, der wird in einer Batterie gespeichert und diese liefert dann bedarfgerecht der Strom an den Motor.


Ganz einfach, oder? Ach, der Wirkungsgrad ist nicht so berauschend...


Also, warum sollte man dann einfach Strom auf dem Hausdach erzeugen, diesen direkt mit einer einfachen Leitung via Wallbox ins Auto laden und einfach damit losfahren? Und das ganze mit über 80% Wirkungsgrad, direkt vor eigenen Haustür, viel billiger und mit ca. 3mal so wenig Energieaufwand?


Wenn du also für 10-15 Euro auf 100 km fahren willst, alle 20-30T km die Brennstoffzelle wechseln möchtest, anstatt für 1-2 Euro mit eigenem Solarstrom mobil zu sein, dann ist Wasserstoff das Richtige für dich...


Ok, Spaß beiseite - ich denke, es wird dabei deutlich, wie unsinnig es ist, mit H2 PKWs anzutreiben. Auch leichte und schwere LKWs fahren inzwischen viele hundert km ohne nachzuladen rein mit Strom aus derf Batterie. Ich erinnere mich an den Chef von Merzedes Benz, der vor ein paar Jahren behauptet hat, dass das physikalisch nicht möglich sein - und heute bauen sie solche Dinger selber.


Zu deinen anderen Fragen:


e-Autos verwerten - du meinst sicher die Batteriezellen, oder? Das nennt sich Recycling und wird bereits durchgeführt, denn die Zellen sind viel zu schade, um sie nach 10-15 Jahren im Auto einfach wegzuwerfen.

Wir sehen derzeit bereits einen starken Drang hin zu neuen Zelltypen, die ohne Kobalt (LFP) und ohne Lithium (Na-Ion) auskommen.

Die Reichweite durchschnittlicher Elektroautos liegt heute bei 300 bis 500 km. Das Aufladen ist schnell und einfach.


Die Haltbarkeit liegt bei ca. 300.000km, Toyota gibt sogar bereits 1 Mio. km Garantie.


2023-03-15T10:06:49Z
Mittwoch, 15.03.2023 um 11:06 Uhr
Da gibts nichts mehr hinzuzufügen. Vielleicht zusammengefasst: Thema Kosten, Effizienz, Sicherheit und Ökologie sprechen allesamt für Elektro- und gegen Wasserstoffantrieb.
2023-04-10T21:18:04Z
Montag, 10.04.2023 um 23:18 Uhr
Hallo,

ich hab ein paar sehr gute Infos in diesem recht kurzweiligen Vortrag gefunden.

Batterien hat ein H2-Fahrzeug übrigens auch und die Lebensdauer von Brennstoffzellen sind aktuell noch nicht wirklich für ein marktübliches Fahrzeugalter geeignet. Ok, Opas Opel Admiral hat auch nach 200.000 km einen neuen Motor gebraucht, aber der hatte nicht 30% des Fahrzeugpreises.
Wo Deine Info "weniger Kosten" herkommt, weiß ich nicht, aber aktuell ist das schlicht falsch.
Auch mit viel Stückzahl ist eine Brennstoffzelle ein ziemlich kompliziertes Aggregat (das Wasser da drin darf nicht einfach so einfrieren, Luftzufuhr braucht einen Turbolader mit >100.000 rpm, Wechselrichter zur Anpassung auf die Batteriespannung, H2-Leckage-Überwachung, Lastwechselvermeidung, Tankmanagement, Heizung der Düsen (weil es bei Druckentspannung saukalt wird), ...)  , dahingegen geht ein Elektromotor "immer" und die Batterie wird mit einfachem Wasser auf Temperatur gebracht/gehalten.
Und frag mal, was eine H2-Tankstelle kostet... ich hab keine Lust, 30-50€ pro 100km "Treibstoff" zu zahlen, da läuft es nämlich hin, wenn der Markt die Preise nach üblichen Regeln (ohne Politik) macht.

Es sind nicht viele "gegen" Wasserstoff, sondern viele eDrive-Experten (speziell in der Fahrzeugindustrie) kennen die realen technischen Kriterien und genießen trotzdem die Diskussionem am Stammtisch oder im Verein; doof wirds nur, wenn Fakten nicht mehr zählen und "Meinungsmache" vermutet wird. "Schnell tanken" ist der einzige Vorteil von H2 und das kommt nur von Leuten, die noch niemals ein H2-Auto gesehen haben und definitiv keins fahren.
Für Berufskraftfahrer ist es was anderes, da zählt auch Arbeitszeit, der Privatmann schaut aber in den Geldbeutel und da ist H2 (auch für Heizungen etc.) schlicht mindestens 5x so teuer.
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