E-Mobilität
22.12.2023

E-Autos vs. Verbrenner - gibt es Unterschiede beim Wertverlust?

Hallo, 


ich hab mich gefragt, ob sich der Wert bei Verbrennern und E-Autos anders entwickelt im Laufe der Zeit? Wer erleidet den größeren Wertverlust? Damit meine ich vor allem den Wertverlust innerhalb der ersten drei bis fünf Jahre, nachdem das Auto als Neuwagen zugelassen wurde.

Und von welchen Faktoren hängt das ab? 

5 Kommentare
2023-12-22T16:06:48Z
Freitag, 22.12.2023 um 17:06 Uhr
Hi ValeF,

eine echt komplexe Frage. Mit dem Wegfall des Umweltbonus dürfte sich ein größerer E-Gebrauchtwagenmarkt entwickeln. Durch das größere Angebot dürften die Preise aber nicht allzu sehr sinken. Bislang waren E-Autos ja extrem wertstabil. Das dürfte eigentlich so bleiben. 


Was dagegen spricht: Wenn Hersteller wie Tesla laufend die Preise nach unten anpassen, hat das natürlich Auswirkungen auf den Wiederverkaufswert. Zudem sind die Entwicklungssprünge bei den E-Autos noch recht groß. Ein neueres Modell wird immer mehr Effizienz, Reichweite und technischere Spielereien bieten. Es ist also attraktiver den Neuwagen zu erwerben. 


Bei den Verbrenner dürfte der Wertverlust in den kommenden Jahren steigen. Es wird vermutlich immer mehr Einfahrtsverbote für bestimmte Verbrenner-Klassen in europäischen Metropolen geben. Die Elektromobilität gewinnt an Schwung und Popularität. Wenn die Leute erst mal vom ruhigen, entspannten, abgasfreien Fahren überzeugt sind, wer will dann noch einen gebrauchten Verbrenner kaufen? Sollte das Verkaufsverbot der Verbrenner in der EU ab 2035 bestehen bleiben, dürfte das den Wertverlust der Verbrenner endgültig nach oben treiben.


Gruß

Dirk 

2023-12-26T18:44:08Z
Dienstag, 26.12.2023 um 19:44 Uhr
Einige Faktoren, welche den Wertverlust innerhalb der ersten drei bis fünf Jahren begründen, sind bei den Verbrennern wie bei den E-Autos die gleichen. Zu nennen wären hier z. B. eine hohe Laufleistung bzw. eine intensive Nutzung. Oder auch die Anzahl der Vorbesitzer. Daneben wird ein "exotisches" Fahrzeug schneller an Wert verlieren als ein Massenprodukt, sei es ein E-Auto oder ein Verbrenner. Denn eines der wenigen Dinge, wo sich alle Ökonomen einig sind, ist das Angebot und Nachfrage den Preis bestimmen. 

Die ersten drei bis fünf Jahre sind bekanntermaßen jene mit dem höchsten Wertverlust bei einem Kfz. Seriöser Weise sollte in die Berechnung des Wertverlust jedoch mehr eingehen, als nur die Preisdifferenz zwischen Neukauf und Verkaufserlös. 

Aufgrund der bisher gezahlten E-Auto Prämie (welche der Zweitbesitzer nie in Gänze als Preisnachlass einfordern wird), der Steuerbefreiung, der erhaltenen THG Prämien, der geringeren Inspektions- und Betriebskosten, sind im angegebenen Zeitraum eindeutige Indizien für einen geringeren finanziellen Gesamtaufwand beim E-Auto im Vergleich zu einem Verbrenner erkennbar. Ein Kipppunkt für den Restwert wird beim E-Auto dann möglicherweise jedoch mit dem Ablauf der Gewährleistung für die Hochvolt-Batterie, nach i. d. R. 8 Jahren, erreicht. 

2023-12-27T16:33:13Z
Mittwoch, 27.12.2023 um 17:33 Uhr
Finde ich sehr interessant - ich bin gespannt, wie es sich dann tatsächlich entwickeln wird in den kommenden Jahren!
2023-12-27T17:05:08Z
Mittwoch, 27.12.2023 um 18:05 Uhr
Dirk Kunde:
Hi ValeF,

eine echt komplexe Frage. Mit dem Wegfall des Umweltbonus dürfte sich ein größerer E-Gebrauchtwagenmarkt entwickeln. Durch das größere Angebot dürften die Preise aber nicht allzu sehr sinken. Bislang waren E-Autos ja extrem wertstabil. Das dürfte eigentlich so bleiben. 


Was dagegen spricht: Wenn Hersteller wie Tesla laufend die Preise nach unten anpassen, hat das natürlich Auswirkungen auf den Wiederverkaufswert. Zudem sind die Entwicklungssprünge bei den E-Autos noch recht groß. Ein neueres Modell wird immer mehr Effizienz, Reichweite und technischere Spielereien bieten. Es ist also attraktiver den Neuwagen zu erwerben. 


Bei den Verbrenner dürfte der Wertverlust in den kommenden Jahren steigen. Es wird vermutlich immer mehr Einfahrtsverbote für bestimmte Verbrenner-Klassen in europäischen Metropolen geben. Die Elektromobilität gewinnt an Schwung und Popularität. Wenn die Leute erst mal vom ruhigen, entspannten, abgasfreien Fahren überzeugt sind, wer will dann noch einen gebrauchten Verbrenner kaufen? Sollte das Verkaufsverbot der Verbrenner in der EU ab 2035 bestehen bleiben, dürfte das den Wertverlust der Verbrenner endgültig nach oben treiben.


Gruß

Dirk 


Hallo Dirk,  vielen Dank für deine ausführliche Antwort. Gerade der Punkt mit Tesla und den vielleicht bald niedrigeren Preisen dadurch könnte die Sache natürlich auch wieder verändern. Und ich halte es tatsächlich auch für sehr wahrscheinlich, dass die Einschränkungen für Verbrenner, gerade in Innenstädten, immer größer werden könnten. Aber andererseits könnte doch bestimmt auch eine Nische daraus entstehen, wodurch bestimmte Modelle bestimmt unter Sammlern dann wieder große Beliebtheit erlangen könnten, wenn es diese dann zukünftig gar nicht mehr neu mit Verbrennermotor gibt. Aber du hast recht, die Rechnung ist wirklich keine einfache. Liebe Grüße zurück!

2023-12-27T17:07:52Z
Mittwoch, 27.12.2023 um 18:07 Uhr
Bernd Laux:
Einige Faktoren, welche den Wertverlust innerhalb der ersten drei bis fünf Jahren begründen, sind bei den Verbrennern wie bei den E-Autos die gleichen. Zu nennen wären hier z. B. eine hohe Laufleistung bzw. eine intensive Nutzung. Oder auch die Anzahl der Vorbesitzer. Daneben wird ein "exotisches" Fahrzeug schneller an Wert verlieren als ein Massenprodukt, sei es ein E-Auto oder ein Verbrenner. Denn eines der wenigen Dinge, wo sich alle Ökonomen einig sind, ist das Angebot und Nachfrage den Preis bestimmen. 

Die ersten drei bis fünf Jahre sind bekanntermaßen jene mit dem höchsten Wertverlust bei einem Kfz. Seriöser Weise sollte in die Berechnung des Wertverlust jedoch mehr eingehen, als nur die Preisdifferenz zwischen Neukauf und Verkaufserlös. 

Aufgrund der bisher gezahlten E-Auto Prämie (welche der Zweitbesitzer nie in Gänze als Preisnachlass einfordern wird), der Steuerbefreiung, der erhaltenen THG Prämien, der geringeren Inspektions- und Betriebskosten, sind im angegebenen Zeitraum eindeutige Indizien für einen geringeren finanziellen Gesamtaufwand beim E-Auto im Vergleich zu einem Verbrenner erkennbar. Ein Kipppunkt für den Restwert wird beim E-Auto dann möglicherweise jedoch mit dem Ablauf der Gewährleistung für die Hochvolt-Batterie, nach i. d. R. 8 Jahren, erreicht. 


Hallo Bernd, danke für die detaillierte Antwort! Der Hinweis mit Preis und Nachfrage, da hast du wohl recht. Und auch ein sehr spannender Punkt mit der Gewährleistung für die Batterie, das wusste ich bisher gar nicht, dass die i. d. R. 8. Jahre lang andauert. Bin gespannt! Liebe Grüße!

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