Erdgas als treibende Kraft der Energiewende

11.02.14

Emissionen senken und Erneuerbare integrieren

Die Diskussion über die Energiewende konzentriert sich heute stark auf die Stromerzeugung. Dabei bietet vor allem der Wärmemarkt in Deutschland enormes CO2-Einsparpotential. Neben der energetischen Sanierung im Gebäudebestand kann Erdgas als universell einsetzbarer Energieträger mit hervorragender CO2-Bilanz eine noch stärkere Rolle im Wärmemarkt einnehmen. Gleichzeitig kann Erdgas bei verstärkt dezentraler Stromerzeugung die Integration der häufig volatilen Erneuerbaren Energien vorantreiben und so die ambitionierten Vorgaben der Bundesregierung unterstützen, im Jahr 2050 mindestens 80 Prozent regenerativen Strom zu nutzen.

 

Deutschland braucht eine Wärmewende

Um die klimapolitischen Ziele der Bundesregierung zu erreichen, bietet der Wärmemarkt sehr großes Einsparpotential. Beim Endenergieverbrauch verursacht der Gebäudebestand in Deutschland mit 39 Prozent den größten Einzelanteil. In diesem Bereich entstehen 37 Prozent der deutschen CO2-Emissionen. Die im Vergleich zu Heizöl deutlich bessere Klimabilanz von Erdgas eröffnet hier Chancen für den Umweltschutz. Bereits heute löst Erdgas als kostengünstige und umweltschonende Alternative die Beheizung mit Erdöl in Privathaushalten zunehmend ab. Für einen durchschnittlichen Privathaushalt etwa bedeutet der Umstieg von Heizöl auf Erdgas momentan eine Einsparung von mehr als 200 Euro pro Jahr auf der Wärmerechnung und eine CO2-Einsparung von 30%.

Für eine herausragende Rolle von Erdgas bei der Energiewende spricht außerdem die wachsende Bedeutung der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK). Die KWK-Technologie überzeugt nicht nur mit der Vielfalt möglicher Anwendungen, sondern auch durch sehr hohe Nutzungsgrade von bis zu 90 Prozent der eingesetzten Primärenergie. „Der Einsatz von KWK-Anlagen steigt an. Das beobachten wir sowohl bei großen Industriekraftwerken, die Betriebsstätten mit Prozesswärme versorgen, als auch bei Energieunternehmen, die kleinere Blockheizkraftwerke beispielsweise für die Versorgung von Wohnanlagen nutzen“, sagt Ulrich Danco, Vorsitzender der Geschäftsführung der E.ON Energy Sales GmbH. Bei Privathaushalten werden der Umstieg auf moderne Heizungs-technologie auf Erdgasbasis – beispielsweise Gaswärmepumpen, Brennwertthermen oder Mikro-KWK-Anlagen – sowie die Nutzung von regenerativ produziertem Bioerdgas immer populärer.

Nicht zuletzt ergänzen hocheffiziente Gaskraftwerke die volatile Einspeisung der Erneuerbaren und helfen bei deren Integration in die Energielandschaft. Allerdings senkt der Merit-Order-Effekt derzeit die Wirtschaftlichkeit flexibler, schnell regelbarer Gaskraftwerke.

 

Dezentrale Stromerzeugung als ein Antrieb der Energiewende

Im Strommarkt registriert E.ON kundenseitig eine verstärkte Nachfrage nach Dienstleistungen im Zusammenhang mit dezentraler Erzeugung und der Vermarktung selbst erzeugter Strommengen. „Unsere Kunden erkennen zunehmend die wirtschaftlichen Chancen der Energiewende und gehen mit E.ON als Dienstleister Partnerschaften ein, um vom Umbau des Energiemarktes zu profitieren. Die EEG-Direktvermarktung oder die Teilnahme am Markt für Regelenergie sind zwei Beispiele“, so Ulrich Danco.

E.ON gehört mit den Angeboten „E.ON Power Response“ und „E.ON Demand Response“ zu den ersten Anbietern, der die Strommengen der KWK-Betreiber und industrieller Großverbraucher mit flexiblem Energiebedarf als Regelenergie vermarktet - mit attraktiven Zusatzerlösen für die Unternehmen. Gleiches gilt auch für die EEG-Direktvermarktung, die E.ON seit 2012 anbietet. Hier kann E.ON in seinem Anbieter-Pool eine installierte Leistung von rund 1.000 Megawatt vorweisen.

Im Bereich Smart Metering verstärkt E.ON sein Angebot für Stadtwerke. Das EnWG sieht die verbindliche Einführung von intelligenten Messsystemen ab 2016 vor. E.ON bietet seinen Vertriebspartnern Unterstützung und Partnerschaft beim Aufbau der neuen sog. e Gateway-Administratorfunktion im Rahmen der Einführung von Smart Metern an.

 

Vorreiter im Markt – Stromgewinnung durch Abwärme-Recycling

Einen neuen Weg beschreitet E.ON gemeinsam mit dem Partnerunternehmen Orcan Energy GmbH. Die ORC-Technologie („Organic Rankine Cycle“) beschreibt ein Verfahren, bei dem Abwärme, die als „Abfallprodukt“ in Industrieanlagen, im Verkehr oder bei der Stromerzeugung anfallen, recycelt wird. Die eingesetzten „ePacks“ sind kompakte Module und können an Abwärme-Quellen mit mindestens 300 Kilowatt thermischer Leistung angeschlossen werden. Bei einer installierten Leistung des ePacks von 20 Kilowatt elektrisch gewinnt der Betreiber bei 8.000 Volllaststunden pro Jahr zusätzliche 160.000 Kilowattstunden, ohne zusätzlichen Brennstoffeinsatz und CO2-Emmissionen. Eine Pilotanlage wird im Februar 2014 in Sauen im Landkreis Oder-Spree (Brandenburg) von der e.distherm Wärmedienstleistungen GmbH in Betrieb genommen. Zwei Biogas-KWK-Anlagen mit einer Gesamtleistung von 500 Kilowatt elektrisch liefern hier die nötige Abwärme.

 

Strom- und Erdgastechnologien gehen Hand in Hand

Bei der weiteren Umsetzung der Energiewende müssen regenerative Stromerzeugung und Erdgas Hand in Hand gehen. Für Industrie und die Energiebranche öffnen innovative Technologien rund um Strom- und Erdgasanwendungen wirtschaftliche Vorteile und neue Geschäftsmodelle. E.ON bietet als Kooperationspartner eine ganze Reihe von Lösungen an, mit denen Unternehmen einen Zugang zum Markt für Strom und Wärme erhalten. Darüber hinaus leistet E.ON einen erheblichen Anteil bei der Erforschung neuer Technologien und deren Begleitung zur Marktreife.

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