Beitrag zur Energiewende – Virtuelle Kraftwerke von E.ON

05.02.13

Im Rahmen der Energiewende schreitet der Ausbau der erneuerbaren Energien in Deutschland mit großen Schritten voran. Wind, Photovoltaik, Wasserkraft und Biomasse sorgen dafür, dass inzwischen bereits 25 Prozent der Stromproduktion auf regenerative Anlagen entfällt. Allerdings ist deren Einspeisung ins Netz teilweise unregelmäßig. Um die Versorgungssicherheit nicht zu gefährden, muss die schwankende Einspeisung der Erneuerbaren zunehmend durch den Einsatz von Regelenergie flankiert werden. Das können heute beispielsweise Gaskraftwerke oder Pumpspeicherkraftwerke leisten. Eine erfolgversprechende Alternative dazu sind so genannte virtuelle Kraftwerke.

„Virtuelle Kraftwerke werden in der künftigen Energiewelt eine wichtige Rolle spielen“, so Ulrich Danco, Geschäftsführer der E.ON Vertrieb Deutschland GmbH. „Daher bieten wir unseren Kunden mit E.ON Demand Response Management die Möglichkeit, über das Modell virtuelles Kraftwerk am wirtschaftlich attraktiven Regelenergiemarkt teilzunehmen“, so Danco weiter. „Je mehr Strom aus erneuerbaren Energieträgern im Netz ist, desto wichtiger wird der Regelenergiemarkt. Hier werden Schwankungen im Netz ausgeglichen. Virtuelle Kraftwerke leisten damit einen zentralen Beitrag zur Energiewende.“

Streng genommen sind virtuelle Kraftwerke nichts anderes als eine intelligente Vernetzung von Erzeugung und Nachfrage insbesondere industrieller Abnehmer mit dem Ziel, das Stromnetz zu stabilisieren. Ein einfaches Beispiel: Der Betreiber eines großen Kühlhauses flexibilisiert eine Teilmenge seines Strombedarfs. Diese flexiblen Strommengen werden dann als negative oder positive Regelenergie eingesetzt. In Schwachlastzeiten – wenn also viel Strom im Netz zur Verfügung steht – fährt der Betrieb seine Kühlaggregate hoch und bringt seine Kältekammern auf ein deutlich niedrigeres Temperaturniveau. Im umgekehrten Szenario, also zu Spitzenlastzeiten im Stromnetz, senkt das Kühlhaus seinen Stromverbrauch und nutzt die Pufferwirkung der Kältekammern, um die Temperatur auf dem normalen Betriebsniveau zu halten. Diese so genannte positive Regelenergie stabilisiert dann das Netz. Zugleich können die Anlagenbetreiber ihren flexiblen Leistungsanteil im Regelenergiemarkt anbieten. E.ON bringt als Systemmanager interessierte Unternehmen in einem Pool zusammen und steuert die dort integrierten Anlagen entsprechend der aktuellen Situation im Netz. Die Gesamtleistung des virtuellen Kraftwerks vermarktet E.ON für die teilnehmenden Unternehmen im Regelenergiemarkt, übernimmt für die Betreiber Ausfall- und Prognoserisiken sowie Abrechnungsdienstleistungen.

E.ON erleichtert damit die kommerzielle Nutzung der beim Kunden vorhandenen elektrischen Verbrauchsflexibilität. Daraus erzielen Kunden Zusatzerlöse und leisten einen positiven Beitrag zur Energiewende und für die Umwelt.

 

Vorreiter E.ON: Regelenergievermarktung für große Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen (KWK)

Thematisch verwandt mit dem E.ON Demand Response Management ist die Regelenergievermarktung für große Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen mit einer Leistung von mehr als 10 Megawatt. Große KWK-Anlagen sind für zahlreiche Unternehmen des produzierenden Gewerbes eine interessante Alternative zur herkömmlichen Belieferung mit Wärme und Strom durch einen externen Anbieter. KWK zählt zu den besonders effizienten Techniken der Energieversorgung, weil bei der gleichzeitigen Erzeugung von Wärme und Strom Nutzungsgrade von mehr als 90 Prozent möglich sind. In eigenen KWK-Anlagen erzeugen die Betreiber in erster Linie Wärme für den eigenen Produktionsstandort sowie Strom, der selbst verbraucht oder ins allgemeine Netz eingespeist werden kann. E.ON ist einer der ersten Anbieter, der diese Strommengen für die KWK-Betreiber gezielt im Regelenergiemarkt verwertet. Um das zu erreichen, bildet E.ON Pools von dezentralen KWK-Anlagen verschiedener Partner aus Industrie und kommunalen Erzeugern. Die Anlagen werden so miteinander vernetzt, dass ihre Leistung von einer zentralen Leitstelle innerhalb vereinbarter Bandbreiten geregelt wird. So steht positive wie negative Regelenergie zur Verfügung, die von E.ON für die im Pool zusammengeschlossenen Unternehmen vermarktet wird. Die besondere Leistung von E.ON in diesem Modell ist dabei sowohl die Übernahme des Vermarktungsrisikos als auch möglicher Risiken bei Ausfall von Anlagen inklusive Bereitstellung von Reserveleistung.

Im Zeichen des Klimaschutzes unterstützt E.ON bereits heute die Betreiber von Windkraft- und Biomasseanlagen bei der EEG Direktvermarktung. Seit 2012 stehen Stromproduzenten mit EEG-geförderten Anlagen vor der Wahl: Einspeisevergütung oder Direktvermarktung nach dem so genannten Marktprämienmodell. Im Rahmen des Marktprämienmodells wird eine Managementprämie ausbezahlt, die u.a. den Mehraufwand sowie das Vermarktungsrisiko abdecken soll. Die EEGDirektvermarktung durch E.ON hat für die Anlagenbetreiber handfeste Vorteile. So profitieren die Betreiber von einem garantierten Mehrertrag über die herkömmliche EEG-Vergütung hinaus. Zudem entsteht kein zusätzlicher Aufwand, beispielsweise für Einspeiseprognosen, den Marktzugang, das Bilanzkreismanagement oder die Rechnungsstellung. Auch Risiken aus Prognosefehlern und Abweichungen vom Einspeiseprofil übernimmt E.ON für die Anlagenbetreiber. E.ON hat für die EEGDirektvermarktung die notwendige Expertise, die Präsenz am Markt und die leistungsfähigen Zugänge zu den Strombörsen. Die Betreiber von Windkraft- und Biomasseanlagen können sich damit auf ihre Kernkompetenz konzentrieren und haben E.ON als Partner an ihrer Seite, um den bestmöglichen Preis für ihren Strom zu erzielen.

Dazu Ulrich Danco: „Wir setzen beim Klimaschutz nicht allein auf den Ausbau der regenerativen und dezentralen Strom- und Wärmeerzeugung. Mit unserem Know-how bieten wir Unternehmen, die mit eigenen Anlagen klimafreundlich und effizient Energie produzieren, partnerschaftliche Lösungen für eine optimale Nutzung ihrer Kapazitäten an.“ Mit den Angeboten rund um das virtuelle Kraftwerk sowie der EEG Direktvermarktung von Strom aus Windkraft und Biomasse integriert E.ON auch Anlagen anderer Betreiber immer besser in den Energiemarkt. Damit trägt das Unternehmen zum Erfolg der Energiewende bei und rundet die vielfältigen Aktivitäten von E.ON im Bereich der regenerativen Energieerzeugung ab.

Zur EEG Direktvermarktung

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