Insgesamt 77 Prozent staatlich verursachte und regulierte Kosten bei der Strompreisbildung - nur 23 Prozent für Strombeschaffung und Vertrieb

Der Anteil der Steuern, Abgaben und Umlagen beträgt bei einem durchschnittlichen Jahresverbrauch von 2.500 Kilowattstunden mittlerweile rund 50 Prozent am gesamten Strompreis. Diese staatlich verursachten Kosten bestehen unter anderem aus der Mehrwertsteuer, der Stromsteuer (Ökosteuer), der Umlage aus dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG-Umlage), dem KWKG-Aufschlag, der Offshore-Haftungsumlage und der Umlage zur Stromnetzentgeltverordnung (§19 StromNEV-Umlage) sowie der Konzessionsabgabe. Seit dem Jahr 2000 hat sich deren Anteil um rund 210 Prozent erhöht.

Der zweite Bestandteil umfasst die Netzentgelte, also die staatlich regulierten Kosten für die Nutzung der Stromnetze. Mit diesem Anteil wird die Nutzung des Stromnetzes des jeweiligen Netzbetreibungsunternehmens für den Transport der elektrischen Energie pro Kilowattstunde beglichen. Die Netznutzungsentgelte inklusive der Entgelte für Messung, Messstellenbetrieb und Abrechnung beträgt bei einem Durchschnittsverbrauch mittlerweile rund 27 Prozent. Die Netzentgelte können regional deutlich variieren, werden von den Netzbetreibern festgelegt und von der Bundesnetzagentur genehmigt.

Die Kosten für Strombeschaffung und Vertrieb machen dagegen nur noch rund 23 Prozent am gesamten Strompreis aus. Nur dieser Bestandteil ist für einen Stromlieferanten beeinflussbar.  

Bei einem durchschnittlichen Jahresverbrauch für einen Haushalt von 2.500 Kilowattstunden werden also insgesamt rund 77 Prozent durch staatlich verursachte und regulierte Kosten beeinflusst.

Preiszusammensetzung Strom

 

Die staatlich verursachten Steuern, Abgaben und Umlagen im Detail

Eine der Abgaben auf den Strompreis ist die Konzessionsabgabe. Mit der Konzessionsabgabe bezahlt der Netzbetreiber ein Entgelt für die Nutzung öffentlicher Straßen und Wege, um seine Leitungen zu verlegen und instand zu halten. Diese fließt über den jeweiligen Netzbetreiber an die jeweilige Kommune. Die Höhe dafür steigt mit zunehmender Einwohnerzahl, die auf der Stromrechnung angegebene Konzessionsabgabe ist daher ein Durchschnittswert.

Die EEG-Umlage und der KWKG-Aufschlag werden erhoben, um die umweltschonende Erzeugung von Strom zu fördern. Hier schlägt besonders die EEG-Umlage zu Buche, die seit ihrer Einführung deutlich gestiegen ist – seit 1.Januar 2016 liegt die Umlage aus dem Erneuerbaren-Energien-Gesetz auf einem Rekordniveau von 6,354 Cent pro Kilowattstunde.

Die Fördergelder in Form der EEG-Umlage und des KWKG-Aufschlags gehen an Produzenten von Ökostrom sowie an effiziente Kraftwerke, die nach dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung arbeiten.

Mehrwert- und Stromsteuer

Zu den Umlagen und Abgaben kommen bei der Strompreisbildung noch Steuern hinzu. Neben der Stromsteuer („Ökosteuer“) mit einem Regelsteuersatz von aktuell 2,05 Cent pro Kilowattstunde fällt auf alle Strompreisbestandteile zusätzlich die Mehrwert- beziehungsweise Umsatzsteuer von 19 Prozent an.

Hinweis: Die oben genannten Werte stellen einen Durchschnitt über alle Privatkunden der E.ON Energie Deutschland GmbH dar. Die Anteile können je nach Produkt, Lieferort und Verbrauch variieren.