Nachführung

Nachführung ist eine Methode, um den Ertrag einer Solaranlage zu steigern. Dabei kommt ein Nachführsystem zum Einsatz: Ein Solartracker, der auf der Anlage montiert ist, folgt automatisch dem Sonnenstand und richtet die Module ständig danach aus. So nehmen diese die Sonneneinstrahlung optimal auf, was zu einer höheren Leistung führt.

Nachführsysteme sind typisch für Anlagen auf Freiflächen. Die gängigste Variante ist ein mit Solarmodulen bestücktes Metallgestell, das auf einem Mast befestigt ist. Ein Elektromotor steuert die Schwenkung über ein oder zwei Achsen. Ein einachsiges Nachführsystem lässt sich vertikal oder horizontal schwenken und richtet die Module so zur Sonne aus. Ein zweiachsiges Nachführsystem kann beides und gleicht damit auch unterschiedliche Neigungswinkel zur Sonne aus. So steigert die Nachführung den Ertrag um rund 35 Prozent.

Solartracker unterscheiden sich nach Art der Steuerung:

  • Astronomisch: Der Sonnenverlauf ist für jeden Tag standortbezogen eingespeichert. Die Nachführung geschieht unabhängig von den Bedingungen in der Umgebung, etwa von Wolken, die sich vor die Sonne schieben.
  • Sensorgesteuert: Der Tracker reagiert auf sich verändernde Wetterbedingungen. Er richtet die Solarmodule immer nach dem hellsten Punkt am Himmel aus.

Die sensorgesteuerte Nachführung führt zu besseren Ergebnissen. Dies gilt vor allem in Regionen mit wechselhaften Wetterbedingungen wie in Deutschland. Die Sensorsteuerung ist komplizierter und damit auch störanfälliger als eine astronomische Steuerung.

Zu den Vorteilen der Nachführung zählen:

  • höhere Erträge als bei Anlagen ohne bewegliche Komponenten
  • keine Verschattungsprobleme
  • sehr gute Hinterlüftung der Solarmodule
  • eigenes Dach muss nicht verwendet werden
  • System ist gut zugänglich, was die Wartung erleichtert

Zu den Nachteilen der Nachführung gehören:

  • geringere Einspeisevergütung (Einsatz in Freiflächenanlagen)
  • höherer Flächenbedarf, da die Masten weit auseinander stehen müssen, um gegenseitige Verschattung zu vermeiden
  • höhere Investitionskosten
  • höhere Wartungs- und Instandhaltungskosten im Vergleich zu einer starren Anlage
  • Wechselrichter müssen für den Außenbetrieb geeignet sein
  • Diebstahlschutzvorrichtungen sind bei Freilflächenanlagen nötig
  • hoher Aufwand bei der Anbindung ans Stromnetz