Blitzschutz

Der Blitzschutz umfasst alle Vorkehrungen, Gebäude vor Blitzeinschlägen zu schützen. Ein Blitz kann direkt oder durch sein starkes elektromagnetisches Feld in elektrische Leitungen (etwa von Antennen oder Photovoltaikanlagen) oder Rohrleitungen (etwa von Solarkollektoren) eindringen. Die Folge: Elektrische Geräte im Gebäudeinneren werden zerstört. Die destruktive Wirkung kann im Extremfall sogar Explosionen und Brände hervorrufen.

Es gibt zwei Arten von Blitzschutz:

1.     Äußerer Blitzschutz: Dazu zählen Fangeinrichtungen, Ableitungsanlagen und die Erdungsanlage am Gebäude. Diese leiten den Blitzstrom ins Erdreich ab und schützen so bei direkten Blitzeinschlägen.

2.     Innerer Blitzschutz: Darunter fallen alle Maßnahmen zum Überspannungsschutz. Das bedeutet: Schutzgeräte für aktive Stromleiter im Gebäudeinneren (z.B. Telefon, Breitbandkabel etc.) erzeugen bei Überspannungen einen kurzzeitigen Kurzschluss gegen das Erdreich.

Grundsätzlich erhöht eine Photovoltaikanlage auf Ihrem Dach nicht die Gefahr, dass ein Blitz einschlägt. Denn die Gebäudehöhe wird durch die Anlage kaum verändert. Dennoch sind Solarmodule bei Flachdächern ein potentielles Risiko bei Blitzeinschlägen. Das liegt daran, dass sie einen elektrischen Leiter darstellen und über das Dach herausragen. Als Faustregel gilt: Sie sollten über ein Blitzschutzkonzept nachdenken, wenn der Höhenunterschied ungefähr 0,3 Meter überschreitet.

Ob ein Blitzschutz wirklich notwendig ist, lässt sich jedoch nicht eindeutig beantworten. Der Grund: Er sichert Sie nicht hundertprozentig ab. Ein Blitz außerhalb von Laborbedingungen ist unberechenbar. Hersteller von Modulen, Unterkonstruktionen und Wechselrichtern sowie Verbände empfehlen zwar Blitzschutzkonzepte - diese sind aber gesetzlich nicht bindend und müssen nicht zwingend umgesetzt werden.

Holen Sie sich unbedingt Expertenrat ein, wenn Sie einen Blitzschutz installieren wollen. Ein falsch montiertes Schutzsystem kann die Gefahr von Schäden bei Blitzeinschlag sogar erhöhen. Klären Sie, ob das Gebäude, auf dem die Photovoltaikanlage angebracht werden soll, bereits über einen äußeren oder inneren Blitzschutz verfügt. Lassen Sie sich von der Firma, die Ihre Anlage installiert, ausführlich beraten.