Licht zum Leben

Solarbetriebene Uhren, Radios und Ladegeräte sind auf dem Vormarsch

Licht zum Leben: Solarbetriebene Uhren, Radios und Ladegeräte sind auf dem Vormarsch

Wir sind mobil und rund um die Uhr online. Die Vorzüge unserer digitalen Vernetzung sind dabei undenkbar ohne Energie. Denn Smartphones und Tablets sind nur so leistungsstark wie die Akkus, die sie am Leben halten. Wir benötigen Strom – und zwar ständig. Warum also nicht die naheliegende, größte und praktisch unbegrenzt verfügbare Energiequelle anzapfen, die es auf der Erde gibt: die Sonne. Selbst wenn sie sich hinter dicken Wolken versteckt, liefert sie tagsüber konstant und zuverlässig Energie. Und zwar so viel, dass sie theoretisch den kompletten Energiebedarf der gesamten Menschheit decken könnte – und das nicht nur einmal, sondern mehr als 10.000 Mal.

Solar-Energie für Millionen von Menschen

Dieses Potenzial ist mit der heutigen Solartechnik nicht annährend auszuschöpfen. Aber die Tendenz ist eindeutig: Auf deutschen Dächern erzeugen heutzutage bereits mehr als 1,7 Millionen Solaranlagen saubere Energie für mittlerweile Millionen von Menschen – und es werden jährlich mehr. Die dezentrale Stromproduktion ist also auf dem Vormarsch, doch wie sieht es mit der mobilen Erzeugung aus?

Auch Alltagsgegenstände können die Kraft der Sonne nutzen. Uhren, Radios und Ladegeräte lassen sich bereits heute mit regenerativen Energien betreiben und zeigen, dass  sich Design, Funktionalität und ein ökologischer Ansatz nicht ausschließen müssen. Autos & Co werden folgen. Ein Überblick.     

Licht durchs Ziffernblatt

Läuft die Armbanduhr noch mit herkömmlichen Akkus? Warum eigentlich? Tageslicht kann sie nämlich durch ein lichtdurchlässiges Ziffernblatt aufnehmen. Eine Solarzelle aus Silizium wandelt das natürliche oder künstliche Licht in elektrischen Strom um und speichert diesen in einer wieder aufladbaren Mikrozelle. Das Wechseln der Batterie ist passé. Weitere Vorteile: Eine solarbetriebene Uhr ist funkgenau und verfügt über eine Dunkelgangreserve. Bei Vollladung können Modelle damit bis zu sechs Monaten auch ohne Licht benutzt werden – ohne Funktionseinbußen. Wird sie eine Weile nicht benutzt, fällt sie in eine Art Schlafmodus, um Energie einzusparen. Ist wieder eine Lichtquelle vorhanden, beginnt sie mit der Suche nach einem Funksignal und stellt sich neu ein. Praktisch, unkompliziert und Ressourcen schonend.  

Musik für die Strandparty 

In Zeiten von Streaming-Diensten, die über jedes Smartphone abgerufen werden können, wirken UKW-Radios von gestern. Kleine, handliche Geräte mit angeschlossenen Boxen sind im Sommer allerdings für Outdoor-Aktivitäten äußerst praktisch. Ob Party am See oder  Picknick am Strand: die richtige musikalische Untermalung darf nicht fehlen. Vorteil der Radios mit Solarmodul: Sie versorgen sich gänzlich selbst mit Energie und halten bis zu acht Stunden durch. Dass immer mehr Outdoor-Radios auf die Solartechnik setzen, ist doppelt sinnvoll. Schließlich kommen sie vor allem bei gutem Wetter zum Einsatz – wer will schon im Regen draußen Musik hören?    

Ein Solar-Roboter fürs Rasenmähen

Sommerzeit ist natürlich auch Gartenzeit – und damit auch ideal geeignet für solarbetriebene Gartengeräte. In immer mehr Vorgärten wird daher der Rasenmäher nicht mehr selbst übers frische Grün geschoben. Stattdessen fährt ein Mäh-Roboter kabellos und eigenständig übers Grundstück. Das spart nicht nur Zeit und Kraft, sondern auch Geld, sofern der Akku über eingebaute Solarzellen verfügt. Wie beim Solar-Radio verkürzen die Module die Ladezeit erheblich. 

Sonnen-Power für das Smartphone

Ein paar WhatsApp-Nachrichten verschickt, die Facebook-Timeline herunterscrollt, durch ein paar Instagram-Galerien gestöbert: Ruckzuck ist der Smartphone-Akku leer. Praktisch, dass  Powerbanks – mobile Ladegeräte – mittlerweile in jede Hosentasche passen und mit einer Nennladung von 5.000, 10.000 oder gar mehr als 25.000 Miliamperestunden (mAh) das Smartphone für ein oder zwei Wochen am Laufen halten. Vorausgesetzt, die Powerbanks sind selbst vollgeladen. Modelle mit Solarzellen unterstützen den Ladevorgang. Betonung auf unterstützen, denn was an der Steckdose wenige Stunden dauert, benötigt in der Sonne mehrere Tage. Ohne Netzanschluss klappt es also noch nicht. Doch auch ein kleiner Anteil von kostenlos erzeugtem Sonnenstrom macht auf lange Sicht den einen oder anderen Euro Preisersparnis aus. 

Solarenergie fürs Klassenzimmer

Mathe-Unterricht in der Oberstufe? Eher selten ist das verknüpft mit schönen Erinnerungen und Bildern heller Kassenzimmer. Und doch, seit Jahrzehnten sind solarbetriebene Taschenrechner genau dort im Einsatz. Denn dank spartanischer Displays reicht ein kleines Panel aus, um das gesamte Gerät mit der nötigen Energie zu versorgen. Auch in der Nacht können moderne Modelle ohne Einschränkung benutzt werden, denn die Sonnenenergie kann für ein paar Stunden gespeichert werden. Nur früher mussten sich Generationen von Lehrern damit behelfen, ab und an die Neonlichtröhren im dunklen Klassenzimmer anzuschalten – auch wenn das dem Öko-Gedanken ad absurdum führte.

Solar-Panels aufs Autodach

Selten wurde an Deutschlands liebstem Fortbewegungsmittel so viel getüftelt wie derzeit. Nicht nur althergebrachte Konzerne, sondern auch Technologieunternehmen und Start-ups basteln an alternativen Antrieben. Bisher wurden die Elektroautos ausschließlich an Ladesäulen mit – im besten Fall regenerativem – Strom geladen. Studenten aus den Niederlanden haben im Sommer 2015 mit ihrem Gefährt „Stella Lux“ nun aber für Erstaunen gesorgt: Ihr Solarauto soll es auf eine Reichweite von 1.000 Kilometern bringen – mithilfe von auf dem Dach integrierten Panels, die die Batterie auch während der Fahrt aufladen. Clever kombiniert, werden wir uns an dieses Bild auf deutschen Straßen vielleicht bald gewöhnen müssen. Cabrio-Liebhaber hätten eindeutig das Nachsehen.

Und sonst? Solarenergie lässt die Menschen längst abheben – mit dem Solarflugzeug „Solar Impulse 2“  sogar non-stop 8300 Kilometer weit von Japan nach Hawaii. Weltrekord. Auch Drohnen fliegen längst mit Sonnenenergie. Erste Testmodelle bleiben bis zu vier Tagen in der Luft. Und was schon um die Erde kreist, kann doch nach den Ideen visionärer Wissenschaftler selbst Energie auf die Erde schicken: in Form von riesigen Photovoltaikmodulen aus dem Weltall. Ob diese Solar-Kraftwerke Realität werden, steht noch in den Sternen. Dass die Solarenergie aber eine glänzende Zukunft vor sich hat, mag wohl niemand bestreiten.

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