Herr Prof. Steinmetz, im Winter hat man’s gerne kuschelig warm. Aber gerade durch Überheizen steigert man sein Erkältungsrisiko, oder?

Viele Erreger vermehren sich tatsächlich bei zunehmender Temperatur rascher. Das gilt insbesondere für solche, die Menschen krank machen können. Denn die fühlen sich in unserem Körper am wohlsten und da herrschen normalerweise Temperaturen um 37° Celsius. Vorbeugen kann man, indem man ein paar Heiztipps beachtet und Wohnräume nicht über 22° sowie Schlafzimmer nicht über 18° erwärmt.

Preiszusammensetzung Strom

Weil die Luft sonst zu trocken wird?

Ja, denn mit zunehmender Raumtemperatur nimmt die Luftfeuchtigkeit ab, was zu einer Austrocknung von Nasen-, Mund- und Rachenschleimhäute führt. Damit wird aber eine ganz wichtige physiologische Funktion der Schleimhäute beeinträchtigt, nämlich die Abwehr von Infektionserregern. Die Begrenzung der Raumtemperatur stellt bereits einen wirksamen Schutz gegen eine übermäßige Austrocknung unserer Schleimhäute dar und schützt damit auch vor Erkältung.

Haben Sie noch weitere praktische Tipps?

Grünpflanzen können ein Schleimhaut-freundliches Raumklima aufrechterhalten. Auch Luftbefeuchter können zum Teil sinnvoll sein. Aber Achtung: Diese Geräte bedürfen einer sehr sorgfältigen Pflege, denn sonst züchtet man in ihnen Erreger, um sie anschließend  in der Raumluft zu verteilen.

Das heißt, dann bleibt es schlimmstenfalls nicht bei der Erkältung?

Schlecht belüftete und kühle Zimmer können ebenfalls gesundheitliche Beschwerden hervorrufen. Insbesondere Schimmelpilzsporen stellen eine massive Gesundheitsgefährdung dar – bis hin zu Asthmaanfällen. Auch die Gesundheit von Rheumapatienten wird dadurch beeinträchtigt. Im Übrigen bildet sich Schimmel nicht nur im kalten sondern auch im warm-feuchten Klima – das Bad ist ein idealer Ort zur Entwicklung von Schimmelpilzkolonien. Insbesondere dort, wo Kältebrücken zu deutlichen Temperaturunterschieden führen, etwa bei den Fensterfassungen.

Was ist denn die ideale Luftfeuchtigkeit?

Zwischen etwa 40 und 60% ist ideal. Zusammen mit dem idealen Temperaturniveau von 22 bzw. 18 Grad schafft man die besten Voraussetzungen für das eigene Wohlbefinden – und damit auch für die eigene Gesundheit.

         

E.ON Beheizungskonzept einer deutschen Durchschnittswohnung

4-Zimmer mit 91 m2 Gesamtfläche*

 

Infografik Raumwärme

 

*Quellen:
Durchschnittswohnung: https://www.lbs.de/presse/p/infodienst_bauen_und_finanzieren/details_1723648.jsp
Anzahl der Räume: Wohnungsbestand 2013 © Statistisches Bundesamt Wiesbaden 2014
Zimmeraufteilung:
u. a. http://www.dyk360-kuechen.de/blog/kuechentrends/13-m%C2%B2-die-deutsche-kueche/
http://www.spiegel.de/wirtschaft/werbeagenturen-deutschlands-haeufigstes-wohnzimmer-a-288099.html
http://www.sueddeutsche.de/geld/badezimmer-mehr-als-eine-pflegestation-1.552044
http://www.sueddeutsche.de/leben/durchschnitts-jugendzimmer-langeweile-in-kiefer-1.1139811