Smart Grid: Das Netz denkt mit

Um den Anforderungen der modernen Energiewirtschaft mit einem stark ansteigen Anteil an regenerativen Energien und der Energieerzeugung vor Ort gerecht zu werden, muss das Stromnetz intelligent werden.

Steuerung von Erzeugung, Verteilung und Speicherung

Das Stromnetz steht vor der größten Herausforderung seiner Geschichte. Es muss künftig intelligenter werden, um die Energie aus dezentraler Erzeugung und Erneuerbaren Energien, die starken Schwankungen unterliegt, aufzunehmen. Parallel zum Stromnetz entsteht daher ein Datennetz, das die Erzeugung, Verteilung und Speicherung von Energie koordiniert. Diese so genannten Smart Grids sind mithilfe von Informations- und Kommunikationstechnologien in der Lage, die Energiezufuhr Tausender dezentraler Quellen wie Mikro-KWK-Anlagen und Elektrofahrzeuge bedarfsgerecht zu steuern. Im Grid Control Center laufen alle Daten wie Spannungsschwankungen, Verfügbarkeiten und Fehlermeldungen im Zehnminutentakt zusammen. Aber auch die Haushalte werden intelligent. Im Smart Home der Zukunft werden Heizung, Beleuchtung, Belüftung und Haushaltsgeräte wie Kühlschrank und Waschmaschine miteinander vernetzt sein. Der Vorteil: Abhängig von den Bedürfnissen der Bewohner, den zu erwartenden Außentemperaturen oder auch dem Angebot an günstiger Energie werden sich die verschiedenen Funktionen und Elektro-Geräte optimal steuern lassen – sogar von unterwegs. Herzstück sind die intelligenten Stromzähler, so genannte Smart Meter, die alle relevanten Daten über Strom- und/oder Gasverbrauch in Echtzeit übertragen. Sie dienen als Datenschnittstelle zwischen privatem Haushalt, Netzbetreiber und Energielieferant.

Modellprojekte im Überblick

Pellworm: die Energiewelt der Zukunft

In der „SmartRegion Pellworm“ sind wir mit unseren Projektpartner dabei die Energiewelt der Zukunft im kleinen, überschaubaren Maßstab zu realisieren, da dort gute Voraussetzungen für den Aufbau eines integrierten Energiesystems bestehen. Dort gibt es schon heute eine große Anzahl von regenerativen Erzeugungsanlagen – wie ein Hybridkraftwerk, das Strom aus Wind- und Sonnenkraft produziert – und eine für den intelligenten Ausbau geeignete Netzinfrastruktur.

Projekt zur Einspeisung regenerativ erzeugter Wärme

In Hamburg wurde ein europaweit einmaliges Projekt zur Einspeisung regenerativ erzeugter Wärme in ein öffentliches Wärmenetz gestartet. Der Wärmespeicher der Solarsiedlung Karlshöhe wurde hierfür zu einem Multifunktionsspeicher umgebaut und in das Wärmeverbundnetz Ost der E.ON Hanse Wärme GmbH integriert. So können Betreiber solarthermischer Anlagen mit mindestens 100 Quadratmeter Kollektorfläche gegen ein Systementgelt ihre Wärme ins Netz einspeisen und wieder entnehmen, wenn sie gebraucht wird. Ziel ist es, gemeinsam mit den Kunden bis zu 20.000 Quadratmeter Solarkollektorfläche ans Netz zu nehmen.