Dezentrale Energien auf Erfolgskurs

und Klimaschutzgründen ist es natürlich am besten, die Energie direkt dort zu erzeugen, wo sie auch gebraucht wird. Bei der Energieerzeugung vor Ort passiert genau das.

Energie direkt vor Ort erzeugen

Als Ergänzung zu den großen, zentralen Energieanlagen, wie Kraftwerke, erzeugen viele kleine Anlagen, z.B. Biomasse- oder Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen, Windkraft-, Geothermie-, Gas- und Dampfturbinen-, oder auch Photovoltaikanlagen in unmittelbarer Nähe des Verbrauchers Energie: Das spart Infrastruktur, also Netze, und erhöht damit den Nutzungsgrad; der Verlust durch lange Transportwege wird verringert. Diese Form der Energieerzeugung ist besonders für Kommunen interessant, die ihre öffentlichen Gebäude mit direkt vor Ort erzeugtem Strom und Wärme versorgen und so effizienter und kostengünstiger betrieben werden können. Die Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) gehört dabei zu den effizientesten Formen der Energieerzeugung. Das Prinzip ist dabei so einfach wie überzeugend: Angetrieben durch einen Gasmotor (BHKW) oder eine Gasturbine (GuD) wird über einen Generator Strom erzeugt. Die bei der Verbrennung entstehende Wärme kann zur Beheizung von Gebäuden, als Prozesswärme in der industriellen Produktion oder zur Kälteerzeugung genutzt werden. In einem Blockheizkraftwerk wird dieses Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung optimal genutzt. Das spart Primärenergie und senkt die Energiekosten, zum Teil bis zu 30 Prozent. Schon heute bieten wir den Betreibern von regenerativen Erzeugungsanlagen in Deutschland ein umfangreiches Servicepaket für eine optimale Vermarktung ihrer erzeugten Strommengen an. In Kombination mit solchen Aktivitäten können dezentrale Anlagen zu einer Schlüsseltechnologie der Energiewende werden, wenn sie effizient und intelligent mit dem Gesamtsystem verbunden werden. Mit unserem Know-how, das von der Gas- und Stromseite zugleich kommt, arbeiten wir derzeit beispielsweise daran, diese Anlagen so zu steuern, dass sie nicht wie bislang mit der Einspeisung von regenerativ erzeugtem Strom konkurrieren, sondern sich ergänzen und die Schwankungen in Produktion und Verbrauch von regenerativer Energie ausgleichen. Um das Geschäft mit dezentralen Energielösungen systematisch und europaweit zu intensivieren, haben wir vor wenigen Monaten die Gesellschaft E.ON Connecting Energies gegründet. Die neue Gesellschaft konzentriert sich auf das Geschäft mit deutschen und internationalen Kunden, die über mehrere Standorte mit hohem Energieverbrauch verfügen und die daher hohe Einsparungen durch intelligent angepasste Energielösungen erzielen können.

Energieerzeugung vor Ort - In Deutschland gut vernetzt

Innerhalb der von E.ON Deutschland geführten Einheiten sind bereits heute über 4.000 Energieerzeugungsanlagen vor Ort in Betrieb. Hierzu gehören neben den klassischen Wärmekesseln rund 400 Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen, 2 Gas- und Dampfturbinen-Anlagen, über 30 Biomasse-Anlagen und 11 Solaranlagen.

Da der deutsche Markt für dezentrale Energien weiter wachsen wird, möchte auch E.ON in diesem Marktsegment deutschlandweit expandieren und investieren – und somit die Energiewende vorantreiben. Neben Photovoltaik und Windkraft betrifft diese Entwicklung insbesondere den KWK-Markt – vom kleinen Blockheizkraftwerk für Zuhause bis hin zum größeren Industrie-KWK.

Erleben Sie hier eine Auswahl unserer Projekte und klicken Sie auf die Landkarte.

Weitere Informationen:

Blockheizkraftwerk-Anlagen

Blockheizkraftwerke in Osterhofen

Im Rahmen des Smart Local Generation (SLG) Forschungsprojekts von Bayernwerk und Viessmann wird im niederbayerischen Osterhofen die ökologische und ökonomische Steuerung von kleinen Blockheizkraftwerken (BHKW) untersucht. Da die Anlagen des Projekts mit einem Wärmespeicher versehen sind, müssen sie nicht mehr unbedingt dann laufen, wenn Wärme benötigt wird, sondern können in Zeiten verlagert werden, in denen keine Netzüberlastung vorkommt. Bei drohender Netzüberlastung wird im Speicher des BHKWs eine elektrische Wärmeerzeugung zugeschaltet, die gezielt Leistung aus dem Netz nimmt. Zudem werden die Speicherbewirtschaftung und die Laufzeiten so optimiert, dass ein möglichst großer Teil des erzeugten Stroms vom Kunden selbst verbraucht werden kann. Nur die darüber hinausgehenden Erzeugungsmengen werden gezielt in ein Zeitfenster verlagert, in dem ins Netz eingespeister Strom eine möglichst hohe Bewertung an der Börse erzielt. Die Teilnehmer dieses Modellprojektes aus Osterhofen erzeugen mit kleinen BHKW-Anlagen umweltfreundlich Wärme für ein Schwimmbad, eine Turnhalle, einen Bauernhof und ein Wohnhaus.

BHKW in Hirschhaid

Im oberfränkischen Hirschhaid werden sowohl das Schulzentrum als auch ein Hallenbad und eine Mehrzweckhalle mit einem Restaurant durch ein Blockheizkraftwerk regenerativ mit Wärme versorgt. Der ebenfalls komplett regenerativ erzeugte Strom wird nach dem EEG-Gesetz eingespeist. Die bestehende Gaskesselanlage dient seit der Nachrüstung im Jahre 2012 lediglich als Ergänzung zur Redundanz- und Spitzenerzeugung. Die damit erreichte Effizienzsteigerung schlägt sich insbesondere in einer hervorragenden Ökobilanz nieder.

Hybrid-KWK EUROGATE mit Anschluss ans Wärmenetz

Ein Standort des Logistikunternehmens EUROGATE in Hamburg wird sich ab 2014 über ein eigenes BHKW zum Teil selbst mit Strom und Wärme versorgen. Durch die Anbindung ans Wärmenetz kann nichtgenutzte Wärme gespeichert, Spitzenwärme bezogen und Überschusswärme abgegeben werden. Zudem dient das Wärmenetz zur Besicherung, wodurch Bau- und Betriebskosten für eigene Heizanlagen entfallen. Durch die Anlage der E.ON Hanse Wärme werden jährlich ca. 2.800 Tonnen CO2 eingespart.

BHKW im Klinikum Bayreuth

Seit 2012 wird das Klinikum Bayreuth von drei hocheffizienten Blockheizkraftwerken der Bayernwerk Natur versorgt. Die Anlagen ersetzen nach über zwei Jahrzehnten Betriebszeit die bestehende KWK-Anlage und produzieren rund fünf Millionen kWh Strom und ca. acht Millionen kWh Wärme. Durch die Anlagen werden über 50 Prozent des Energiebedarfs gedeckt und jährlich ca. 2.200 Tonnen CO2 eingespart. Äußerst positiv ist dabei die Umweltbilanz: Die Rauchgase werden durch einen Dreiwege-Katalysator auf modernstem technischen Stand gereinigt und unterschreiten die geforderten Emissionswerte deutlich. Die Aggregate erreichen einen Gesamtnutzungsgrad von fast 90 Prozent und benötigen somit deutlich weniger Energie als zur getrennten Erzeugung der Heizwärme und des elektrischen Stroms nötig wäre.

Kraft-Wärme-Kälte-Kopplung am BBI-Airport

2010 baute die E.DIS eine KWKK-Anlage zur Errichtung und anschließend zur kompletten Energieversorgung des Flughafens Berlin Brandenburg International. 2011 ist diese Anlage erfolgreich ans Netz genommen worden und versorgt seitdem den BBI mit rund acht MW elektrischer Grundlast. Im hocheffizienten Kraft-Wärme-Kälte-Kopplungsverfahren wird gleichzeitig die Grundlast der Wärme- und Kälteversorgung des künftigen Hauptstadt-Airports abgedeckt. Bei Bedarf sichern die Notstromdiesel der Notstromzentrale mit einer Gesamtleistung von über zehn MW alle betriebs- und sicherheitsrelevanten Funktionen des Flughafens. Eine technische Besonderheit ist der drittgrößte Kältespeicher Deutschlands mit einem Fassungsvermögen von 3.500 m³. Hier wird außerhalb von Bedarfsspitzen Kaltwasser gespeichert und zu Spitzenzeiten mit einer Entladeleistung von bis zu fünf MW abgerufen.

Gas- und Dampfturbinen-Anlagen

Gasturbinenkraftwerk Hattorf

Im hessischen Philippsthal errichtete E.ON Energy Projects 2012 auf dem Betriebsgelände des Werkes „Hattorf“ der K+S KALI GmbH ein Gasturbinenkraftwerk mit 30 Megawatt und einem Abhitzekessel zur Dampferzeugung. Die beiden Komponenten wurden vollständig in das bisherige Energieversorgungssystem des Kaliwerkes integriert, das den Standort sowohl mit Strom als auch mit der für die Kaliproduktion notwendigen Prozesswärme versorgt. Durch den Neubau des Gasturbinenkraftwerks und die Modernisierungsmaßnahmen erreicht die neue Anlage einen sehr hohen Wirkungsgrad von 88 Prozent. Gegenüber der getrennten Erzeugung von Strom und Prozesswärme können jährlich bis zu 95.000 Tonnen CO2 eingespart werden.

Gasturbinenkraftwerk Fripa

Im Jahr 2006 stand die Papierfabrik Albert Friedrich KG (Fripa) in Miltenberg im Zuge des Neubaus einer Papiermaschine vor der Aufgabe, auch die Energieerzeugungsanlage erneuern und erweitern zu müssen. Bayernwerk Natur führte eine umfangreiche Untersuchung über verschiedene Anlagenkonzepte durch und installierte schließlich die ausgewählte Variante in enger Abstimmung mit Fripa. Anfang 2009 ging die Anlage im Zuge eines Contractings in Betrieb. Es handelt sich um eine Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlage mit einer Gasturbine von 7,3 MW Leistung und einem nachgeschalteten Abhitzekessel mit Zusatzfeuer, der 20 bar Sattdampf erzeugt. Die Gasturbine erzeugt den Hauptteil des Stroms der Papierfabrik – es muss lediglich noch eine Restmenge und Reserveleistung aus dem Netz bezogen werden. Auf der Seite der Prozesswärme versorgt der Abhitzekessel die Papierfabrik vollständig. Die Wärmemenge beträgt ungefähr 85 GWh. Durch die umweltfreundliche gekoppelte Erzeugung von Strom und Wärme wird gegenüber einer getrennten Erzeugung Primärenergie eingespart und der CO2-Ausstoß so um circa 17.000 Tonnen pro Jahr reduziert. Rein rechnerisch könnte mit dem Strom eine Stadt mit rund 14.000 Einwohnern versorgt werden. Die Prozesswärme wäre für rund 4.000 Haushalte ausreichend.

Bio-Erdgasanlage

Bio-Erdgasanlage Hille

Die Hiller Biogas GmbH & Co. KG betreibt seit dem Jahr 2010 in der ostwestfälischen Gemeinde Hille eine Biogasanlage. Mit der in dem Blockheizkraftwerk der Biomasseanlagen erzeugten Energie werden über die Nahwärmenetze I und II umliegende Wohnhäuser und kommunale Gebäude mit Wärme versorgt. Das seit November 2010 bestehende Nahwärmenetz I liefert dabei einen Großteil der Energie für 14 Wohnhäuser, von denen drei zusätzlich noch an einen Handwerks- bzw. Werkstattbetrieb angeschlossen sind. Über das Nahwärmenetz II werden seit Januar 2012 die örtliche Grundschule, eine Verbundschule sowie eine andere öffentliche Einrichtung komplett mit Wärme versorgt. In die Biogasanlage werden jährlich 6.500 t Mais, 1.000 t Gras sowie 3.500 t Gülle und 3.600 t Rindermist verarbeitet. Diese Substrate werden durch Nachfermentation zersetzt. Anschließend wird das Rohbiogas zunächst gereinigt und in einem weiteren Arbeitsschritt zu Biogas veredelt. Die während dieses Prozesses anfallenden Gärprodukte gehen direkt an die Substratlieferanten zurück, wo sie als Düngemittel wiederverwendet werden.

Bio-Erdgasanlage Schwandorf

Eine der größten europäischen Biogasanlagen steht im oberpfälzischen Schwandorf. Hier entstehen aus etwa 80.000 Tonnen Rohstoffen wie Mais, Gras, Roggen und Zwischenfrüchten rund 2.000 Kubikmeter Rohbiogas pro Stunde, welches anschließend aufbereitet wird, um Bio-Erdgasqualität zu bekommen. Das Bio-Erdgas wird schließlich von der E.ON Bioerdgas in das öffentliche Erdgasnetz der Bayernwerk eingespeist und kann überall in Deutschland genutzt werden. Mit einer Produktionsleistung von ca. 10.000 Kilowatt erzeugt die Anlage jährlich rund 90 GWh Strom für den Bedarf von rund 9.000 Haushalten und etwa fünf Millionen Kilowattstunden Wärme für rund 2.000 Haushalte.

Bio-Erdgasanlage Einbeck

Die von der E.ON Bioerdgas GmbH betriebene Anlage im niedersächsischen Einbeck erzeugt seit 2009 etwa 1.000 Kubikmeter Rohbiogas pro Stunde bzw. 49 GWh Energie pro Jahr. Die jährliche Substratmenge von rund 45.000 Tonnen stammt zu etwa einem Viertel von den nur wenige Kilometer entfernten Versuchsfeldern des Saatgutzüchters KWS SAAT AG. Der Substratmix setzt sich aus 80 Prozent Mais, 15 Prozent Gras und etwa fünf Prozent Ganzpflanzensilage zusammen. Durch Nassfermentation werden die Substrate zu Biogas verarbeitet, welches anschließend mit Hilfe einer drucklosen Aminwäsche, auch BCM-Verfahren genannt, zu Erdgasqualität aufbereitet wird. Die Gärprodukte gehen als Dünger anteilig an die 70 Substratlieferanten zurück. Eingespeist werden schließlich etwa 550 Kubikmeter Bio-Erdgas pro Stunde bzw. 4,6 Millionen Kubikmeter Bio-Erdgas pro Jahr, die durch die E.ON Bioerdgas GmbH in das Erdgasnetz der Avacon eingespeist werden.