Biomasse, Bio-Erdgas und Mikroalgen – unser Bio-Trio

Um möglichst klimaschonend Energie zu gewinnen, bedienen wir uns nicht nur der Kraft von Sonne, Wind und Wasser, sondern auch nachwachsender Rohstoffe.

Bio-Energie – speicherbar, wetterunabhängig und regional stark

Besonders umweltfreundlich ist die Energieerzeugung aus Biomasse, die aus Energiepflanzen wie beispielsweise Mais und bestimmten Getreidearten, Holz und Ernterückständen besteht. Denn durch ihre Verbrennung wird genauso viel Kohlendioxid wieder freigesetzt, wie die Pflanzen während des Wachstums der Luft entzogen haben. Bei der Biomasse-Nutzung zählen wir weltweit zu den Technologieführern und haben deutschlandweit Anlagen mit einer elektrischen Leistung von rund 30.000 Kilowatt installiert. Wird Biomasse vergärt und entsprechend aufbereitet, entsteht Bio-Erdgas. Dieses kann in der Nähe der Erzeugungsanlagen genutzt oder nach entsprechender Aufbereitung auch als Bio-Erdgas in das Erdgasnetz eingespeist werden. Das Bio-Erdgas kann nun wiederum der Erzeugung von Strom, Wärme und Kraftstoff dienen. Auf der Suche nach weiteren regenerativen Energieträgern begeben wir uns sogar ins Wasser und kultivieren im Rahmen eines Forschungsprojekts vielversprechende Mikroalgen. Diese binden klimaschädliches CO2 und wandeln es in Biomasse um, welche wiederum zur Energieerzeugung genutzt werden kann. Zudem wachsen Algen bis zu zehn Mal schneller als Landpflanzen und benötigen keine landwirtschaftlichen Anbauflächen. Die winzigen Pflanzen bieten also großes Potential für die Zukunft!

Unser Engagement im Bereich Bio-Energie

Biomasse Kraftwerk Steven's Croft

Unser BiomasseKraftwerk Steven's Croft im schottischen Lockerbie besitzt eine installierte Leistung von 45.000 Kilowatt und spart im Vergleich zu konventionellen Kraftwerken rund 140.000 Tonnen CO2 im Jahr ein.

Mikroalgen-Projekt in Hamburg

In dieser europaweit einzigartigen Pilotanlage kultivieren wir CO2-bindende Mikroalgen, um ihren Beitrag zum Klimaschutz und zur Energieversorgung zu erforschen. In Zukunft könnten CO2-haltige Abgase aus konventionellen Kraftwerken als Nährstoffe für die Mikroalgen dienen, die diese Abgase in energiereiche Biomasse umwandeln, aus der wiederum Energie gewonnen werden kann.

Bio-Erdgasanlage Einbeck

Die von der E.ON Bioerdgas GmbH betriebene Anlage im niedersächsischen Einbeck erzeugt seit 2009 etwa 1.000 Kubikmeter Rohbiogas pro Stunde bzw. 49 GWh Energie pro Jahr. Die jährliche Substratmenge von rund 45.000 Tonnen stammt zu etwa einem Viertel von den nur wenige Kilometer entfernten Versuchsfeldern des Saatgutzüchters KWS SAAT AG. Der Substratmix setzt sich aus 80 Prozent Mais, 15 Prozent Gras und etwa fünf Prozent Ganzpflanzensilage zusammen. Durch Nassfermentation werden die Substrate zu Biogas verarbeitet, welches anschließend mit Hilfe einer drucklosen Aminwäsche, auch BCM-Verfahren genannt, zu Erdgasqualität aufbereitet wird. Die Gärprodukte gehen als Dünger anteilig an die 70 Substratlieferanten zurück. Eingespeist werden schließlich etwa 550 Kubikmeter Bio-Erdgas pro Stunde bzw. 4,6 Millionen Kubikmeter Bio-Erdgas pro Jahr, die durch die E.ON Bioerdgas GmbH in das Erdgasnetz der Avacon eingespeist werden.