Wie die EEG-Umlage das Handwerk und Gaststätten betrifft, zeigt sich beim Blick auf eine Muster-Stromrechnung. Ein kleines mittelständisches Unternehmen mit einem Verbrauch von 100.000 Kilowattstunden Strom pro Jahr zahlt derzeit jährlich 6.170 Euro für die EEG-Umlage.

Was ist die EEG-Umlage eigentlich, und wie können Chefs mittelständischer Unternehmen, etwa Handwerksbetrieben und Gaststätten, trotz der gestiegenen Abgaben Energie und damit Geld sparen?

Infografik Strompreis

EEG-Umlage − was ist das eigentlich genau?

Fast alle Stromverbraucher zahlen die Abgabe nach dem Erneuerbare-Energie-Gesetz – kurz EEG-Umlage genannt – pro Kilowattstunde (kW/h) Strom. Für 2015 beträgt sie 6,17 Cent pro kW/h. Mit der EEG-Umlage soll die Energiewende finanziert werden: Dabei schütten die Übertragungsnetzbetreiber die Umlage an Betreiber von Windrädern, Photovoltaik- und Biogasanlagen aus, damit sich die Erzeugung grüner Energie lohnt. Kassiert wird die EEG-Umlage über die Stromrechnung der letztverbrauchenden Stromkunden und wird dort auch als Preisbestandteil ausgewiesen.

Im vergangenen Jahr (2014) machte die EEG-Umlage mit rund 21 Prozent den größten Posten unter den staatlichen Abgaben auf den Strompreis aus. In den vergangenen Jahren sind die staatlichen Abgaben durchgehend stärker gestiegen, als der Strompreis im Energie-Großhandel gesunken ist.

Die EEG-Umlage verursacht hohe Kosten für Unternehmen

Eine jüngst veröffentlichte Umfrage der Handwerkskammer für Mittelfranken zeigt exemplarisch, welche Belastung die EEG-Umlage für kleine und mittelständische Betriebe bedeutet: Demnach sehen 90 Prozent der befragten energieintensiven Handwerksunternehmen große Risiken in den steigenden Kosten der Energiewende.

Zwar ist die Abgabe im Jahr 2015 zum ersten Mal gesunken, nachdem sie von 1,12 Cent pro kW/h im Jahr 2008 auf 6,24 Cent im vergangenen Jahr angestiegen war. Doch die Umlage für dieses Jahr sank gerade einmal um ein Prozent. Wie schon im vergangenen Jahr muss jeder Handwerksbetrieb auch in diesem Jahr das Fünffache dessen für die EEG-Umlage aufwenden, das er vor sieben Jahren zahlen musste.

Wer selbst aktiv wird, kann EEG-Umlage einsparen

Kleine und mittelständische Unternehmen erfüllen in der Regel nicht die Bedingungen des EEG, um sich einen großen Teil der EEG-Umlage zu sparen. Der Gesetzgeber sieht eine Reduzierung der EEG-Umlage nur für energieintensive, im internationalen Wettbewerb stehende Industrieunternehmen vor.

Unternehmer können allerdings selbst aktiv werden, um ihre Stromkosten zu senken. Denn Energiekosten sind oft ein bedeutender Posten bei den Betriebsausgaben. Das meiste Geld sparen sie durch den Strom, den sie nicht verbrauchen. Wer Energie spart, spart Stromkosten – und EEG-Umlage.

Stromspar-Möglichkeit 1: Energieeffizienz

Bäckereien, Schreinereien, Werkzeugmacher und Gaststätten – viele kleine und mittelständische Betriebe brauchen viel Strom, um zu backen, zu sägen, zu schmelzen, für die Spülmaschine und die Beleuchtung.

Mit jeder Kilowattstunde, die sie nicht verbrauchen, sparen Unternehmer Geld. So einfach ist das Prinzip der Energieeffizienz. Und es betrifft nicht nur Geräte, die Unternehmer zur Produktion ihrer Waren benötigen. In Bäckerfilialen und Gaststätten finden sich noch weitere Stromfresser, etwa veraltete Beleuchtungstechnik.

Manche Gewerke, darunter auch die Bäcker, müssen seit 01.01.2015 sogar ein System zur Energieeffizienz vorweisen, damit sie weiterhin von Nachlässen auf die Strom- und Energiesteuer profitieren können. Auch der Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks empfiehlt seiner Innung, sich mit Energieeffizienz intensiver zu beschäftigen.

Infografik Bäckerhandwerk

Setzen Unternehmer auf energieeffiziente Technik, sparen sie auf ganzer Ebene. Wie das geht und wie nicht nur Bäckermeister von Stromsparmaßnahmen profitieren können, erklärt E.ON Unternehmern bei einer Energieeffizienz-Beratung.

Stromspar-Möglichkeit 2: Eine eigene Photovoltaikanlage

Unternehmer können ihre Stromrechnung auch senken, indem sie selbst zum Stromproduzenten werden. Hier bietet es sich besonders an, eine Photovoltaikanlage (PV) auf das Unternehmensdach zu setzen.

Selbst Strom herzustellen, ist bei Handwerkern bereits weit verbreitet. Viele Handwerksbetriebe haben bereits eine PV-Anlage auf dem Dach. Auch Solarkollektoren für Warmwasser und Heizung sind verbreitet, vereinzelt haben erste Unternehmen auch ein Blockheizkraftwerk auf dem Werksgelände stehen.

Mit der Strom-Selbstversorgung können Handwerker und Gaststättenbetreiber die Stromrechnung deutlich senken. E.ON bietet individuelle PV-Lösungen für jedes Unternehmen, begleitet die Vorhaben von der Konzeption bis zur Inbetriebnahme – und mit Wartungen und Anlagen-Management sogar darüber hinaus.