Umsatz verfünffacht - Erdgasverbrauch um 70 Prozent gesenkt

Die Zahlen sprechen für sich: Der Elektrogeräte-Hersteller Vorwerk, bekannt durch den Staubsauger Kobold und die Küchenmaschine Thermomix, verbraucht am größten Produktionsstandort der Vorwerk Gruppe in Wuppertal-Laaken heute 70 Prozent weniger Erdgas als 1982 – und das, obwohl die Firma seitdem ihren Umsatz mehr als verfünffacht hat. Bei Vorwerk ist das nur ein Einspar-Beispiel von vielen. Und das Unternehmen ist stets weiter auf der Suche nach Möglichkeiten, seinen Strom- und Gasverbrauch weiter zu senken.

Eigenes Umweltmanagementsystem für größtmögliche Unabhängigkeit

Energiemanagement ist in vielen deutschen Unternehmen eine junge Disziplin. Bei Vorwerk hingegen begannen Mitarbeiter bereits vor 35 Jahren, sich mit Energie- und Umweltmanagement auseinanderzusetzen. Gesetzlich verpflichtet war Vorwerk dazu nie. Das Umweltmanagement im Unternehmen geht auf den ehemaligen Technik-Chef Hans-Willy Christians zurück. Dessen Vision lautete: Nach der Ölkrise im Jahr 1979 sollte der wirtschaftliche Erfolg des Unternehmens nicht davon abhängig sein, wie sich der Ölpreis entwickelt. Aus dieser Idee heraus ist inzwischen ein ausgetüfteltes Umweltmanagementsystem im Unternehmen entstanden. Systematisch analysiert Vorwerk seinen Energieverbrauch in regelmäßigen Abständen. Der Blick zurück zeigt, an wie vielen Stellen ein Unternehmen Energie sparen kann.

Von einer kleinen Idee zur effizienten Gebäudeleittechnik

Vorwerk hat mit ganz kleinen Veränderungen angefangen. Eine der ersten Investitionen war etwa eine Zeitschaltuhr für den Heizungskreislauf. Sie sorgte dafür, dass die Wärmepumpe nur dann anspringt, wenn gerade auch Mitarbeiter im Unternehmen sind. Heute setzt Vorwerk vor allem auf effiziente Gebäudeleittechnik. Das bedeutet etwa, mit Drehzahl geregelten Pumpen den gesamten Produktionsstandort nach Bedarf mit Wärme zu versorgen, – oder Abwärme, die während eines Produktionsprozesses entsteht, weiterzuverwenden.

Gebäudemanagement - eine Maßnahme, von der viele Mittelständler profitieren können

Das Gebäudemanagement umfasst sparsame Technik in vielen Unternehmensbereichen: Effizient ausgelegte Druckluftanlagen, Lüftungssysteme mit Wärmerückgewinnung oder Sensoren für die Deckenbeleuchtung. Ist es draußen hell, dann bleiben die Lichter aus. Das Familienunternehmen bemerkte bei jeder Einzelmaßnahme: Energiesparen rechnet sich. Bereits kleine Schritte führen zum Erfolg. Das funktioniert nicht nur in großen produzierenden Unternehmen wie Vorwerk. Auch kleinere Mittelständler können die Ansätze des Haushaltsgeräte-Herstellers übernehmen und davon profitieren.

Energieeffizienz im Hause Vorwerk

Vorwerk investierte über die Jahre immer größere Summen, um das Unternehmen energieeffizienter zu machen. So statteten die Wuppertaler das Firmengelände mit Sensoren an Fertigungsanlagen, Lüftungen, Türen und Toren, Heizungen und Filtern aus. Mehr als 4.500 Messgeräte registrieren unter anderem Arbeitstemperatur und Luftfeuchtigkeit, melden offenstehende Türen, oder ob eine Filteranlage am Ende ihrer Lebenszeit ist und dringend ausgetauscht werden muss. Über die Gebäudeleittechnik führt Vorwerk alle Daten zusammen. Dadurch lässt sich leicht erkennen, welche Geräte besonders viel Energie verbrauchen. Auch fehlerhafte und defekte Anlagen können Vorwerk-Techniker dadurch aufspüren.

Energie effizient zu managen, ist für Vorwerk wichtig. Das zeigt sich etwa, wenn das Familienunternehmen in neue Maschinen oder Anlagen investiert: Gezielt vergleicht und bewertetet das Unternehmen die Verbrauchsdaten von Maschinen und Anlagen in Angeboten. Auch bei seinen eigenen Produkten legt Vorwerks Entwicklungsabteilung großen Wert auf einen sparsamen Umgang mit Energie: Nicht erst seit der Einführung des einheitlichen EU-Energielabels für Haushaltsgeräte im September 2014 konzipiert Vorwerk Geräte mit niedrigem Energieverbrauch.

Ob groß oder klein – die Investitionen haben sich bei Vorwerk stets binnen weniger Jahre amortisiert. Die Beispiele zeigen: Strom und Wärme zu vergeuden, ist ein unnötiger Kostenfaktor.