E-Mobility
23.11.2020

Steuerbare Wallbox - was bedeutet das eigentlich?

Am 24.11.2020 startet die Förderung für privat genutzte Wallboxen (siehe www.kfw.de/440), dabei winken 900 Euro pro Ladepunkt. An die Förderung sind aber Anforderungen gestellt, u.a. muss die installierte Wallbox steuerbar sein. Was bedeutet das eigentlich? Greift mein Stromversorger in meine Ladevorgänge ein?

Keine Sorge, dazu wird es natürlich in der Form nicht kommen. Und die Eingriffe, also die Steuerung, wird auch nicht durch den Stromversorger vollzogen, sondern – wenn überhaupt – durch den Netzbetreiber, denn dieser trägt die Verantwortung für den stabilen Betrieb des lokalen Stromnetzes.


Steuerbare Verbraucher gibt es schon lange, dazu gehören Elektroheizungen, fest angeschlossene Elektrowassererwärmer und Wärmepumpen, neu sind Elektromobile bzw. deren Ladeeinrichtung. Steuerbar hieß bis jetzt, dass die Stromversorgung dieser genannten Geräte regelmäßig zu bestimmten Tageszeiten für 60 bis 90 Minuten unterbrochen wird, und zwar immer zu den Höchstlastzeiten, um das Stromnetz zu entlasten. Ein ganz normaler Vorgang.


Neu ist jetzt, dass zukünftig Ladeeinrichtungen für Elektrofahrzeuge gezielter und intelligenter gesteuert werden sollen, z.B. durch eine Reduzierung des Ladestroms, wenn die Last im lokalen Netzabschnitt zu hoch ist. Der Netzbetreiber sendet dann ein Signal an die Wallbox, die daraufhin den aktuellen Ladestrom etwas reduziert. Auch eine Abschaltung der Ladeeinrichtung für einige Minuten ist zukünftig nicht ausgeschlossen.

Wichtig zu wissen ist: Die Steuereingriffe von außen durch den Netzbetreiber werden erst in einigen Jahren überhaupt notwendig werden, aktuell gibt es noch zu wenige Elektroautos. Eine Gefahr der Netzüberlastung ist derzeit nicht mal im Ansatz gegeben. Und: Diese Eingriffe dienen der Netzstabilität und der besseren Nutzung erneuerbarer Energien - das Stromnetz wird also intelligent. Dies spart viel Geld und ist ein wichtiger Beitrag zur Energiewende. 


Nun meine Frage an Euch: Könntet ihr damit leben, wenn der Netzbetreiber wie oben beschrieben bei ungünstigen Bedingungen den Ladestrom vorübergehend reduziert oder die Wallbox gar für wenige Minuten ganz abschaltet? Würdet ihr gerne darüber vorab informiert werden, z.B. durch eine Kurznachricht auf das Smartphone? Oder möchtet ihr lieber, dass niemand Zugriff auf die private Ladeeinrichtung hat – im Gegensatz akzeptiert ihr höhere Strompreise? 

Ich bin auf Eure Meinung gespannt - schreibt doch mal, was ihr dazu denkt oder was ihr euch vorstellt.


Foto: Pixabay

11 Kommentare
2021-07-02T08:05:09Z
Freitag, 02.07.2021 um 10:05 Uhr
Ich habe kein Problem mit einer vollständigen und evtl. auch länger dauernden Abschaltung der Wallbox sofern dies durch die tatsächliche Auslastung des Stromnetzes geboten ist.


Eine fest programmierte Schaltzeit verhindert keine Überlastung, die sich nicht an die Erfahrungswerte hält, welche der Schaltzeit zugrunde liegen.


Diese extrem langen Abschaltzeiten können auch nicht im Interesse des Stromverkäufers sein, da ich tagsüber meinen Strom woanders kaufen muss.


Auf eine telefonische Anfrage bei der WESTNETZ-Hotline, wann ich mit einer intelligenteren Lösung (Stichwort „Smart Meter“) rechnen könnte, erhielt ich die Antwort „frühestens in zehn Jahren“.


Das ist keine Förderung von e-Mobilität, mit der die WESTNETZ auf ihrer Webseite wirbt, sonder eher deren Behinderung!

Beitrag kommentieren
Beitrag kommentieren
Hier können Sie Ihre Kommentierung eintragen. Achten Sie darauf, dass alle Inhalte in diesem Bereich öffentlich sind. Bitte posten Sie keine persönlichen Daten.
Hier können Sie Ihre Kommentierung eintragen. Achten Sie darauf, dass alle Inhalte in diesem Bereich öffentlich sind. Bitte posten Sie keine persönlichen Daten.

😄
Ähnliche Community-Fragen