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Sonnenstrom Teil 3: Smarte Steckdosen helfen

06.04.2021

Im ersten Teil dieser Serie haben wir ihnen erläutert, welche großen Vorteile es hat, selbst erzeugten Solarstrom für das Elektrofahrzeug zu nutzen; wie einfach das gehen kann, haben wir Ihnen im zweiten Teil vorgestellt und diesmal geht es um eine weitere Variante, diesmal geht es um smarte Steckdose – viel Spaß beim Lesen und umsetzen! 


Was sie in diesem Teil erwartet:

  • Was sind smarte Steckdosen?

  • Wie man mit smarten Steckdosen Solarstrom besser ausnutzt.


Von dummem und smarten Steckdosen

Steckdosen – wie viele davon haben Sie zuhause? Und wie viele davon können mehr, als einfach nur Strom abgeben? Keine? Dann sollten wir dringend über smarte Steckdose sprechen und was sie damit machen können.

Tatsächlich sind normale Steckdosen zuhause für nichts anderes gemacht, als ihre Geräte zuverlässig mit Strom zu versorgen. Um den heimischen Steckdosen ein wenig Intelligenz beizubringen, musste man sich solche Dinge die Zeitschaltuhren, Thermostatadapter oder Verbrauchsmessgeräte zulegen. 

Schon seit längerer Zeit gibt es aber „smarte“ Steckdosenadapter. Diese werden einfach in eine normale Steckdose gesteckt und schon hat man eine Steckdose, die plötzlich ganz viel kann.



Abb.: links – normale Steckdose; rechts – Steckdose mit smartem Adapter (Fotos: J. Affeldt)


Die smarten Steckdosenadapter gibt es von verschiedenen Anbietern; ihnen ist gemein, dass sie diverse Programmierungs- und Steuerungsmöglichkeiten via Smartphone-App in sich vereinen. Teilweise ist auch eine Steuerung durch externe Signale möglich.

Smarte Möglichkeiten sind (Auswahl):

  • Aktivierung via Smartphone

  • Hinterlegung eines Zeitprogrammes

  • Aktivierung nach Wetterereignissen, z.B. Sonnenauf- und untergang

  • Aktivierung durch Sprachbefehle

  • Messung des Stromverbrauches

  • Aktivierung durch andere smarte Steckdosen (Master/Slave) und externe Signale

Wie bereits erwähnt, lässt sich jede smarte Steckdose per Smartphone-App durch einfaches Antippen steuern und kontrollieren.



Abb. von links nach rechts: Smartphone-App (drei von vier smarten Steckdosen aktiv, eine inaktiv), Kontroll-App der Solaranlage, diese liefert aktuell mehr als 2 kW Leistung. Via App wurde die Steckdose aktiviert, der Solarstrom fließt in die Batterie (Screenshots: J. Affeldt)


Im oben gezeigten Beispiel werden die Steckdosen wie folgt genutzt:

  • Dachboden: Steckdose aktiv (grün)
    Zweck: gezielte Aktivierung eines Antennenverstärkers via Smartphone

  • PV-Schuppen: Steckdose aktiv (grün)
    Zweck: Messung der Solarstromproduktion einer steckbaren Solaranlage

  • Gefrierschrank: Steckdose aktiv (grün)
    Zweck: Betrieb des Gefrierschrankes zwischen Sonnenauf- und untergang (Optimierung der Eigenstromnutzung)

  • Laden: Steckdose inaktiv (grau)
    Zweck: gezielte Schaltung der Steckdose via Smartphone zum Laden von Akkus (siehe unten)


Optimierte Nutzung von selbsterzeugtem Solarstrom


Hier nun zwei Beispiele, wie sich mit smarten Steckdosen der Eigenverbrauch von selbst erzeugtem Solarstrom optimieren lässt:


1. Automatisierte Aktivierung und Deaktivierung von Verbrauchern

Viele Stromverbraucher im Haushalt müssen nicht zwangsläufig ununterbrochen mit Strom versorgt werden. So ist es kein Problem, moderne Kühl- und Gefriergeräte zeitweise vom Stromnetz zu trennen, ohne dass Gefahr für die Lebensmittel besteht (vgl. hierzu die Betriebsanleitung). Werden diese Geräte gezielt nur tagsüber, also zwischen Sonnenauf- und untergang, mit Strom versorgt, kann mehr vom selbst erzeugten Solarstrom genutzt werden – nachts bleiben die Geräte einfach ausgeschaltet und reduzieren damit den Bezug von teurem Strom aus dem Netz. 

Doch statt mit einer einfachen Zeitschaltung zu arbeiten, die im Laufe des Jahres laufend angepasst werde müsste, können smarte Steckdosen automatisch nach Sonnenauf- und untergang schalten und die Solarstromnutzung damit optimieren.


2. Laden von Fahrzeugbatterien

Ohne jeden Aufwand lassen sich Fahrzeugbatterien, z.B. von Elektrofahrrädern, elektrischen Rollern oder Elektroautos, gezielt laden, wenn die eigene Solaranlage ausreichend Strom liefern. Hierzu ist es zunächst nötig, die Fahrzeugbatterie samt Ladegerät über eine smarte Steckdose mit dem Stromnetz zu verbinden.


Mit Hilfe einer passenden App kann jederzeit die Stromerzeugung der eigenen Solarstromanlage nachverfolgt werden – dies kann auch mit einer weiteren smarten Steckdose erfolgen, da die meisten Modelle auch eine Stromerzeugung/Einspeisung messen können.

Liefert die Solaranlage ausreichend Strom, kann mit der App die smarte Steckdose von überall per Fingertipp aktiviert und damit Ladung gestartet werden. Auf diese Weise wird die Batterie erst dann geladen, wenn weniger oder kein Strombezug aus dem Netz mehr nötig ist.



Ein Bild, das drinnen, Wand, Boden enthält.<br/><br/>Automatisch generierte Beschreibung

Abb.: Die smarte Steckdose wurde via App aktiviert, die Ladung ist aktiv (grüne LEDs an der Batterie); Foto: J. Affeldt


Fazit: Wer ohne großen technischen Aufwand den Eigenverbrauch des selbst erzeugten Solarstroms optimieren möchte, kann ohne Bedenken zu smarten Steckdosen greifen. Die Nutzungsszenarien sind vielfältig, die Bedienung kinderleicht und der Nutzen ist groß.

6 Kommentare
2021-04-27T12:33:50Z
Dienstag, 27.04.2021 um 14:33 Uhr

Wie steht es um das Thema Datenschutz bei smarten Steckdosen? Wird mein Ladeverhalten aufgezeichnet / gespeichert? Wer hat Zugriff?


2021-04-27T12:51:32Z
Dienstag, 27.04.2021 um 14:51 Uhr
Hallo Mamo,


danke für deine Frage. Zunächst: Was mit der Energie passiert, die durch die smarten Steckdosen fließt, weiß niemand, nur du selbst. Die smarte Steckdose schaltet nur unter den Bedingungen ein oder aus, die du konfiguriert hast, z.B. nach Sonnenauf- und untergang oder manuell via App.

Bei der Einrichtung via App werden keine persönlichen Daten abgefragt, also weder Wohnort noch Land oder andere Angaben. Klar ist aber auch, dass das nicht heißt, dass der Hersteller bzw. Betreiber der App nicht in der Lage wäre, den ungefähren Standort zu tracken. Und ebenso ist nicht auszuschließen, dass das Benutzungsprofil getrackt wird.


Bedeutend mehr Daten gehen auf Reisen, wenn man smarte Geräte gemeinsam benutzt, die Sprachsteuerung oder Videoaufzeichnungen verwendet.


So manches Gerät lässt sich aber auch - mit etwas Trickserei - ohne den Cloud-Service verwenden, hier mehr dazu:


Weitere Informationen zur Sicherheit im "smarten Zuhause" findet du hier:



Mein Fazit: Gibt es überhaupt noch Bereiche im (digitalen) Leben, bei denen unsere Daten 100% sicher sind und garantiert niemand mithört, zusieht oder auswertet, was wir tun und lassen? Ich bin mir den Unzulänglichkeiten bewusst und verzichte daher auf bestimmte Dienste, z.B. verwende ich die Sprachsteuerung im Auto bewusst nicht. Für viele ist das aber ein wichtiges Features, gerade in stressigen Situationen, in denen man das Navi im Auto nicht mit de Fingern bedienen kann oder will. 

Zwischen Datenverweigerung und "shut up and take my data" gibt es den Weg der Datensparsamkeit, ob im Smart Home, im Internet oder beim Online-Einkauf. Und dies ist mein Weg: so viel wie nötig, aber (hoffentlich) so wenig wie möglich.

Wie seht ihr das? Ich bin auf eure Meinungen gespannt...



2021-06-09T13:09:11Z
Mittwoch, 09.06.2021 um 15:09 Uhr
Funktionieren die Steckdosen über WLAN? Wenn ja, was passiert, wenn das WLAN ausfällt?
2021-06-09T13:21:54Z
Mittwoch, 09.06.2021 um 15:21 Uhr
Paul Polszji:
Funktionieren die Steckdosen über WLAN? Wenn ja, was passiert, wenn das WLAN ausfällt?

...dann kannst du die Dinger auch mit dem Drucktaster oben drauf ein- und ausschalten. Ohne Netzanbindung entfällt aber dann das "smart" Dann sind es nur noch Steckdosen und du kannst sie auch rausziehen und den Stecker des Gerätes in die normale Dose stecken.
2021-06-24T13:42:29Z
Donnerstag, 24.06.2021 um 15:42 Uhr
Was kostet es mich, mein Haus mit smarten Steckdosen auszustatten und lohn sich die Ersparnis wirklich?
2021-06-24T14:12:29Z
Donnerstag, 24.06.2021 um 16:12 Uhr
*Golbat*:
Was kostet es mich, mein Haus mit smarten Steckdosen auszustatten und lohn sich die Ersparnis wirklich?

Hallo Golbat, du musst mit 10,- pro smarter Steckdose rechnen. Ob sich das für dich rechnet, kann ich pauschal nicht beantworten, da es ja nicht immer um Stromersparnis, sondern auch um Sonderfunktionen geht, also um einen Konfort- oder Sicherheitsgewinn. 


Vlt kannst du uns einfach mal deine Anwendungsfälle nennen, dann können schauen wir uns das mal genauer an. Ok?


Gruß

Julian

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