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Mini – leider auch bei der Reichweite

12.03.2021

Gokart-Feeling pur. Die Vorteile eines Elektroautos kommen beim Mini Cooper SE voll zum Tragen: tiefer Schwerpunkt, gleichmäßige Gewichtsverteilung der 1.365 Kilogramm. Beides sorgt für viel Spaß in engen Kurven. Gut, BMW beschreibt den Grund für den Fahrspaß etwas kompliziert: innovative Fahrstabilitätsregelung mit aktornaher Radschlupfbegrenzung. Wer damit nichts anfangen kann, erinnert sich einfach an das Gokart-Feeling aus Kindertagen.

 

Das erwartet Sie in diesem Beitrag:

• Einfache Verbindung mit der App

• Enge Rückbank und kleiner Kofferraum

• Zu geringe Batteriekapazität

 

 

Abb: Die zwei Halbkreise auf dem Fahrer-Display verwirren zunächst, hilfreich ist das Headup-Display darüber (Foto: Dirk Kunde)


Fahrdaten in der Frontscheibe

Doch wenn man als Erwachsener so tief sitzt, bringt das auch Nachteile. Als erster an der Ampel kann ich beispielsweise nicht sehen, wann es grün wird. Da musste meine Beifahrerin helfen. Sie war sowieso der Meinung, der Mini Cooper, sei ein Frauen-Auto. Klein, kompakt, übersichtlich. Und dazu die vielen runden Formen, von denen das große runde Display als erstes ins Auge sticht. Da das Fahrerdisplay die Restkilometer nur sehr klein anzeigt, war der große Leuchtring am mittleren Display eine große Hilfe. Das farbige Licht dient als Füllanzeige. 


Das Fahrer-Display verwirrt auf den ersten Blick: Es gibt zwei identisch beschriftete Halbkreis Links und rechts. Intuitiv hielt ich den grünlichen Halbkreis für die Batterieanzeige. Doch der zeigt meine Fahrleistung an. Über eine transparente Scheibe darüber bekomme ich die wesentlichen Angaben wie Geschwindigkeit, Tempolimit und Navi-Angaben in die Scheibe eingeblendet (Headup-Display). So bleiben die Augen stets auf der Straße.



Abb: Ladezustand, mögliche Routen und statistische Auswertungen in der Mini Connected-App


Schnelle Verbindung mit der Smartphone-App

Leider muss man mit dem Mini Cooper recht schnell wieder an die Ladesäule. Der offizielle Wert liegt bei 234 km mit einer Batterieladung. Bei meinem Test im Winter stieg die Reichweitenanzeige in der App jedoch nie über 180 km. Aber da sind wir schon bei etwas Positivem: Es gibt eine App. Selten war es so einfach, Auto und Smartphone-App miteinander zu verbinden. Danach zeigt ein Kreis rund um meinen Standort auf einer Landkarte, wie weit ich mit meiner Restenergie komme. Das hilft bei der Routenplanung. Ich kann eine Adresse ans Navi im Auto senden, überprüfen, ob der Wagen verschlossen ist als auch vorklimatisieren. Dabei hat es bei mir vollkommen ausgereicht, zehn Minuten vor der Abfahrt die Heizung einzuschalten. Das Ergebnis: Freie Scheiben und Wohlfühlklima ohne eine dicke Jacke anzuhaben. 


Hinten wird es eng

Natürlich sind beide Frontsitze auf Wunsch beheizt. Fährt hinten jemand mit, sollte er oder sie klein sein. Das Einsteigen in den Zweitürer ist die erste Hürde. Die geringe Beinfreiheit die zweite und Durchrutschen kann man nur schwer, da ein Mitteltunnel den Weg versperrt. Der hat zwar einen praktischen Getränkehalter, doch mehr Fußraum wäre praktischer. Doch hier liegt ein Teil der Batterie, die in T-Form unter Mittelkonsole und Rückbank platziert wurde. Eigentlich ist die Rückbank lediglich eine erweiterte Ablage, weil der Kofferraum gerade mal 211 Liter Stauraum bietet. Hier liegt mein Typ2-Ladekabel, denn vorn unter der Haube ist kein Platz dafür vorgesehen ist.



Abb: Der Mini lädt mit bis zu 11 kW Wechselstrom und bis zu 50 kW an Schnellladesäulen (Foto: Dirk Kunde)


Kleinere Batterie als im BMW i3s

Der Mini ist ja eigentlich ein BMW i3. Den 135 kW-starken Motor hat man an der Frontachse platziert. Die Batterie wie beschreiben eingebaut, doch leider reicht der Platz nicht für die 42,2 kWh aus dem BMW i3s. Der Mini hat nur 32,6 kWh, von denen 28,9 kWh nutzbar sind. Der Verbrauch liegt bei 16,9 kWh auf 100 km. Mit einem Wendekreis von 10,7 Metern ist es ein wendiges Stadtauto. Mit den 3,85 m Länge kommt man gut in jede Parklücke. Wer damit auf große Reise gehen möchte, kann das natürlich tun. Der Mini ist bis zu 150 km/h schnell und lässt sich auch an Schnellladesäulen mit bis zu 50 kW Ladeleistung aufladen. Bei der Rekuperation hat man die Wahl zwischen zwei Stufen. Das wählt man über einen der diversen Kippschalter, die das Armaturenbrett wie das Cockpit eines Sportflugzeugs aussehen lassen. Die Ruhe des Fahrens und die sportliche Beschleunigung (270 Nm Drehmoment) fühlen sich auch ein wenig wie Fliegen an, wenn auch auf Flughöhe Null.

 

Britisches Erbe

Der Mini ist seit 1959 ein Stück britische Automobilgeschichte. BMW kam mit der Übernahme von Rover an die Kultmarke. Mit dem Neustart 2001 hat man die Minis deutlich vergrößert. Die Autos werden weiterhin in Oxford hergestellt und die britische Flagge ist in den Rücklichtern angedeutet. Von außen ist der Mini Cooper SE (ab 32.500 Euro) nicht sofort als Elektroauto zu erkennen. Klar, es fehlt der Auspuff. Der Ladeanschluss (CCS) befindet sich hinten rechts unter dem normalen Tankdeckel. Wer möchte, dass man seinen Mini direkt als Elektroauto erkennt, wählt den Electric Trim (+ 3.400 Euro). Dabei wird vorn und an den Seiten ein E platziert.



Abb: Der Mini Cooper SE kann seine britische Herkunft nicht leugnen: Union Jack im Rücklicht (Foto: Dirk Kunde)

2 Kommentare
2021-03-13T07:13:19Z
Samstag, 13.03.2021 um 08:13 Uhr
Nachtrag: laut Spiegel wird Mini bis 2030 zu einer reinen Elektro-Automarke. Das hat BMW jetzt beschlossen. https://www.spiegel.de/auto/bmw-setzt-beim-mini-komplett-auf-e-antrieb-a-41cdf660-0002-0001-0000-000176230907
2021-03-13T19:38:54Z
Samstag, 13.03.2021 um 20:38 Uhr
Der Mini ist ein Kult-Auto. Bereits 2009 gab es ein Pilotprojekt MINI-E bei dem 'nur' Verbrenner Minis umbaute und diese schafften damals schon Spitze 250 Kilometer. Das man mit der heutigen Akkutechnik nicht zu mehr in der Lage ist oder mehr unterbekommen hat ist wohl kaum zu glauben.

Schade eigentlich. Hat BMW den E-Mobilitätszug verpennt?

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