Ich habe die Datenschutzerklärung zur Kenntnis genommen. Diese Website verwendet Cookies, um das Surferlebnis zu verbessern. Mit dem Klick auf „Bestätigen“ willige ich ein, dass die in E. und L. genannten Cookies zu Webanalyse- und Marketingzwecken gesetzt werden. Diese Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen. Weitere Informationen finden Sie in der Datenschutzerklärung.
Bestätigen Ablehnen

Meine Wallbox Teil 8: Den richtigen Autostrom-Tarif finden

18.01.2021

Moment mal, Autostrom? Braucht das Elektroauto etwa speziellen Strom? Keine Sorge, es ist der gleiche Strom, der auch Ihren Herd oder Fernseher versorgt. Doch wer regelmäßig daheim lädt, sollte einen eigenen bzw. neuen Tarif dafür abschließen. Im Idealfall natürlich Ökostrom, damit das Auto tatsächlich komplett emissionsfrei fährt.

Nehmen wir Familie Schulze als Beispiel. Als vierköpfige Familie verbrauchen Sie durchschnittlich 3.500 kWh pro Jahr. Das in Kürze gelieferte Elektroauto wird ca. 12.500 km pro Jahr genutzt. Der Verbrauch des Elektroautos beträgt 17 kWh pro 100 km. Der Mehrverbrauch beträgt somit pro Jahr 2.125 kWh. Bisher bezieht Familie Schulze ihren Strom vom regionalen Versorger und bezahlt 30,07 Cent pro kWh. Durch den Betrieb des Elektroautos wird die Stromrechnung um rund 652 € steigen – dem stehen natürlich die Einsparungen für Benzin/Diesel entgegen. 

Familie Schulze hat beim bisherigen Versorger nachgefragt. Es gibt für sie einen günstigeren Tarif, in den sie direkt wechseln können. Dann kostet die Kilowattstunde nur noch 28,70 Cent. Somit sinken die Stromkosten um 112,50 €. Durch einen kompletten Wechsel zu einem anderen Versorger könnten die Einsparungen eventuell noch höher ausfallen. Hier lohnt natürlich ein Preisvergleich.


Autostromtarife – ja, bitte!

Immer mehr Stromversorger entdecken Nutzer*innen von Elektrofahrzeugen als attraktive Kunden und bieten spezielle Autostromtarife. Diese Tarife beziehen sich in der Regel auf den gesamten Stromverbrauch des Haushaltes, also nicht speziell nur für das Auto. Demnach ist für die Nutzung eines solches Tarifes auch kein neuer oder separater Stromzähler und auch keine spezielle Wallbox notwendig.


Zweiter Zähler mit Unterbrechungseinheit

Familie Schulze findet bei einem Ökostromanbieter einen Autostromtarif für 26,87 Cent pro kWh. Im Vergleich zu den aktuellen Stromkosten spart die Familie rund 215 € pro Jahr. Noch mehr sparen lässt sich, wenn Sie die Möglichkeit haben Ihre Wallbox über einen separaten Stromzähler abzurechnen. Dieser zweite Stromzähler, an dem nur der Stromverbauch der Wallbox gemessen wird, erhält zusätzlich eine Unterbrechungseinheit. Das bedeutet, über diesen Zähler kann nicht 24 Stunden am Tag Strom verbraucht werden. Die Lieferung wird ein- oder zweimal (Vor- und Nachmittag) am Tag für ca. 90 Minuten durch den Netzbetreiber unterbrochen. So wie es auch schon bei Elektro- oder Wärmepumpenheizungen ist. Die kurzen Unterbrechungen stören beim Laden des Fahrzeugs nicht, da meist über Nacht geladen wird. Sie profitieren aber von deutlich günstigeren Strompreisen und sehr niedrigen Grundgebühren. Möglich wird dies durch die Regelungen des Energiewirtschaftsgesetzes, §14a. Je mehr Strom Sie für Ihr Fahrzeug benötigen, desto eher rechnet sich diese Variante.



Abb.: Links Stromzähler für den Haushalt, rechts Stromzähler für die Wallbox (Foto: J. Affeldt)


Familie Schulze recherchiert und findet ein Angebot für Autostrom über einen separaten, unterbrechbaren Zähler in Höhe von 22 Cent pro kWh. Dieser Preis gilt jedoch nur für Autostrom und nicht für den restlichen Haushalt. Die Stromkosten für das Fahrzeug betragen damit 467,50 € statt 652 € pro Jahr. Hinzu kommt die Grundgebühr (43,20 €) und die Installationskosten für den zweiten Zähler (ca. 500 €) – bleibt eine Ersparnis von 141,30 €, da ist weniger als die Ersparnis bei der Wahl des Autostromtarifes für den gesamten Verbrauch. Dennoch: Familie Schulze erkennt, dass sich der zweite Zähler trotz der anfänglich höheren Kosten für die Installation in wenigen Jahren dennoch rechnet. Vor allem wenn die Fahrleistung mit dem Elektroauto steigt oder ein zweites hinzukommt. Tauscht Familie Schulze ihre 20 Jahre alte Gasheizung gegen eine moderne, klimafreundliche Wärmepumpenheizung, würde der zweite Zähler sowieso gebraucht. Zusammengenommen ist das eine überlegenswerte Option.


Doppelzähler für zwei Tarife

Eine Alternative zum zweiten Zähler sind Zähler mit zwei Zählwerken und einem HT/NT-Tarif, der den Strombezug zur Hochverbrauchs- (HT) und zur Niedrigverbrauchszeit (NT) zählt und unterschiedlich abrechnen kann. Diese Zähler und Tarife sind noch nicht so weit verbreitet und auch nicht in jedem Netzbereich verfügbar. Teilweise sind die Tarife an weitere Bedingungen geknüpft oder nur für elektrische Heizsysteme zugelassen. Hier müssten Sie sich bei Ihrem lokalen Netzbetreiber bzw. einem eingetragenen Elektriker informieren.


Teil 1 der Wallbox-Reihe

Kann man nicht einfach an der Steckdose laden


Teil 2 der Wallbox-Reihe

Must-have und Nice-to-have


Teil 3 der Wallbox-Reihe

Auf das E-Auto kommt es an


Teil 4 der Wallbox-Reihe

Wallbox mit fest installiertem Kabel oder ohne?


Teil 5 der Wallbox-Reihe

Anmeldung muss sein


Teil 6 der Wallbox-Reihe

Schnellladen mit Gleichstrom zuhause – Zukunftsmusik?


Teil 7 der Wallbox-Reihe

Wir teilen uns eine Wallbox

E.ON eMobility
Nachts besonders günstig laden
Mit E.ON SmartStrom Öko und unseren Ladelösungen für Zuhause. Gemeinsam auf nachhaltige Energie setzen.
  Mehr erfahren
Nachts besonders günstig laden
7 Kommentare
2021-01-18T14:26:04Z
Montag, 18.01.2021 um 15:26 Uhr
Der Preis ist wichtig, klar. Noch wichtiger ist und bleibt jedoch die Herkunft des bezogenen Stroms!
2021-01-18T15:58:28Z
Montag, 18.01.2021 um 16:58 Uhr
Ein separater Zähler ist für mich allein schon in puncto Bequemlichkeit und beim Strompreis eine Überlegung wert..
2021-01-18T16:06:38Z
Montag, 18.01.2021 um 17:06 Uhr
kjel bronow:
Ein separater Zähler ist für mich allein schon in puncto Bequemlichkeit und beim Strompreis eine Überlegung wert..


Freut mich, dass ich Dir einen Tipp geben konnte.
2021-01-19T07:36:46Z
Dienstag, 19.01.2021 um 08:36 Uhr
*Lumer*:
Der Preis ist wichtig, klar. Noch wichtiger ist und bleibt jedoch die Herkunft des bezogenen Stroms!


Jo, aber selbst Ökostrom ist wohl, wenn das was man so liest stimmt, leider gar nicht immer = Ökostrom..
2021-01-19T07:44:39Z
Dienstag, 19.01.2021 um 08:44 Uhr
Derikk:
*Lumer*:
Der Preis ist wichtig, klar. Noch wichtiger ist und bleibt jedoch die Herkunft des bezogenen Stroms!


Jo, aber selbst Ökostrom ist wohl, wenn das was man so liest stimmt, leider gar nicht immer = Ökostrom..


Tatsächlich ist Ökostrom nicht gleich Ökostrom. Entscheidend ist, dass der Stromlieferant den Strom nicht einfach nur als uralten Wasserkraftwerken einkauft oder einen reinen Zertifikate-Handel betreibt, sondern mit den Einnahmen tatsächlich Neuanlagen aufbaut, damit auch wirklich mehr grüner Strom erzeugt und ins Netz eingespeist wird. Dies kann er durch entsprechende Zertifikate nachweisen, z.B. durch das "Grüner Strom Label" oder das "ok-Power"-Label, muss er aber nicht zwingend. Label sind immer nur eine Verbraucherinformation, daher hilft immer (kritisches) nachfragen.

Informationen zu den Labels findest du hier:
https://utopia.de/fragen/oekostrom-label-siegel-vergleich/

Es gibt aber auch Anbieter, die sich die Gebühren für ein Label sparen und das Geld in die Stromerzeugung investieren, z.B. EQ-Strom aus Brandenburg.

Noch wichtiger für mehr grünen Strom ist aber insgesamt der Ausbau der erneuerbaren Energien und die Vermeidung von Stromverschwendung.
2021-01-19T07:53:36Z
Dienstag, 19.01.2021 um 08:53 Uhr
Leider hat nicht jeder die Möglichkeit, zuhause in der eigenen Garage zu laden. Aber grundsätzlich natürlich sehr gut, dass darauf aufmerksam gemacht wird. 👍 👍 Daumen hoch
2021-01-19T07:57:39Z
Dienstag, 19.01.2021 um 08:57 Uhr
Gerd Helmchen:
Leider hat nicht jeder die Möglichkeit, zuhause in der eigenen Garage zu laden. Aber grundsätzlich natürlich sehr gut, dass darauf aufmerksam gemacht wird. 👍 👍 Daumen hoch


Auch wenn viele über die Ladekosten an den öffentlichen Ladestationen stöhnen, muss man auch erkennen, dass die Installation einer Wallbox zuhause mit allem Drum und Dran zwischen 1500 und 4000,- kostet. Neben der Wallbox und der reinen Montage gehört zur korrekten Installation auch ein umfangreicher Check der vorhandenen Elektroinstallation, ggf. Umbauten oder Erweiterungen, und die Anmeldung beim Netzbetreiber. Wallboxen sind keine Steckdosen und gelten als Dauerstromverbraucher, für die andere Bedingungen einzuhalten sind. Die Installation durch Privatanwender ist nicht gestattet. Daher kann es sich durchaus lohnen, einfach öffentlich zu laden und zuhause für Notfall eine korrekt installierte Steckdose zu nutzen.
Artikel kommentieren
Beitrag kommentieren
Hier können Sie Ihre Kommentierung eintragen. Achten Sie darauf, dass alle Inhalte in diesem Bereich öffentlich sind. Bitte posten Sie keine persönlichen Daten.
Hier können Sie Ihre Kommentierung eintragen. Achten Sie darauf, dass alle Inhalte in diesem Bereich öffentlich sind. Bitte posten Sie keine persönlichen Daten.

😄
Ähnliche Artikel