Meine Wallbox Teil 6: Schnellladen mit Gleichstrom zuhause – Zukunftsmusik?

14.12.2020

An einer Schnellladestation können die meisten Elektroautos in kürzerer Zeit geladen werden, wenn der Gleichstromanschluss (DC-Anschluss) verwendet wird. Dies ist entweder der ältere japanische CHAdeMO-Anschluss oder der europäische CCS-Anschluss, der inzwischen zum Quasi-Standard für das Schnellladen geworden ist. Geht das nicht auch zu Hause?

An normalen Wallboxen kann, wie wir gesehen haben, an einem Wechselstromanschluss (AC-Anschluss) mit bis zu 22 kW geladen werden, wenn das Auto, das eingebaute Ladegerät und der Netzbetreiber dies unterstützen. Rein technisch können es z.B. Renault ZOE (serienmäßig), der Audi e-tron sowie der smart EQ mit AC-Schnelllader. Die meisten Plug-in-Hybriden und Elektroautos verfügen jedoch über langsamere Ladegeräte und laden mit 3,7 bis 11 kW Ladeleistung an der Wallbox.



Abb: DC-Wallboxen sind bereits im Angebot u.a. von IES, ABB und Walbe


Gleichstrom: Ohne Umweg

Schnellladestationen, wie man sie z.B. an Autobahnraststätten findet, laden die Batterie des Autos direkt mit Gleichstrom. Der Umweg über einen Gleichrichter im Auto ist nicht notwendig. Die Batterie nimmt quasi den Gleichstrom direkt auf. Das eigentliche - viel größere – Ladegerät sowie die benötigte Ladeelektronik befindet sich in der Ladestation und nicht im Auto. Diese Ladestationen sind erheblich teurer, als eine Wallbox für zuhause (50.000 bis 100.000 Euro). Zudem müssen an Ladestationen große Transformatoren und Gleichrichter installiert werden, die an das Stromnetz (Wechselstrom) angeschlossen werden. 


DC-Wallboxen für zuhause

Es gibt jedoch bereits erste Hersteller, die so genannte DC-Wallboxen anbieten. Allerdings ist man damit schnell im fünfstelligen Preis-Segment. Diese speziellen DC-Wallboxen bieten nicht die hohen Ladeleistungen, wie man sie an „echten“ Schnellladestationen abrufen kann. Doch laden die Fahrzeuge spürbar schneller als an einer normalen AC-Wallbox, sie sind zudem größer und teurer. Denkbar sind solche DC-Wallboxen zukünftig für Flottenbetreiber, Parkhäuser oder Gemeinschaftsparkflächen für Mietshäuser oder Einkaufscenter, an denen sich eine überschaubare Anzahl an Nutzern einen Ladepunkt teilen, aber die Zeit zum Laden begrenzt ist.

Volkswagen testet derzeit eine eigene DC-Wallbox mit 22 kW Gleichstrom-Leistung an 20 Werksstandorten. Zielgruppe dürften allerdings vorwiegend die eben genannten Einrichtungen sein. Ob DC-Wallboxen irgendwann einmal die AC-Wallboxen zuhause ablösen, ist fraglich, da dies die Stromnetze stark beanspruchen würde. Mit einer herkömmlichen AC-Wallbox sind sie auf jeden Fall heute und zukünftig auf der richtigen Seite.


Teil 1 der Wallbox-Reihe

Kann man nicht einfach an der Steckdose laden


Teil 2 der Wallbox-Reihe

Must-have und Nice-to-have


Teil 3 der Wallbox-Reihe

Auf das E-Auto kommt es an


Teil 4 der Wallbox-Reihe

Wallbox mit fest installiertem Kabel oder ohne?


Teil 5 der Wallbox-Reihe

Anmeldung muss sein


Fotos: ABB, IES, Volkswagen, Walbe

E.ON eMobility
Nachts besonders günstig laden
Mit E.ON SmartStrom Öko und unseren Ladelösungen für Zuhause. Gemeinsam auf nachhaltige Energie setzen.
  Mehr erfahren
Nachts besonders günstig laden
4 Kommentare
2020-12-18T11:26:49Z
Freitag, 18.12.2020 um 12:26 Uhr
50.000 bis 100.000 Euro für solch eine Ladestation? Ernsthaft?
Ich hatte eigentlich schon Hoffnung, dass solche Schnelladestationen zukünftig auch etwas für den privaten Bereich sein könnten.. aber das erscheint mir dann doch etwas teuer.
2020-12-18T11:51:18Z
Freitag, 18.12.2020 um 12:51 Uhr
Ich halte die positive Entwicklung der Ladetechnologie grandios und verantwortlich dafür, dass Elektromobilität gerade solche Erfolge verbucht, wenn man sich die Statistiken aus einem anderen deiner Blogartikel ansieht.
2020-12-18T13:57:39Z
Freitag, 18.12.2020 um 14:57 Uhr
Pascal.Rose:
Ich halte die positive Entwicklung der Ladetechnologie grandios und verantwortlich dafür, dass Elektromobilität gerade solche Erfolge verbucht, wenn man sich die Statistiken aus einem anderen deiner Blogartikel ansieht.


Ja, da gebe ich Dir Recht und alle, die davon nichts wissen wollen, sollten auch wieder analog telefonieren. Und in 5 Jahren werden wir die Welt nicht wiedererkennen.
2020-12-18T13:59:23Z
Freitag, 18.12.2020 um 14:59 Uhr
Mamo74:
50.000 bis 100.000 Euro für solch eine Ladestation? Ernsthaft?
Ich hatte eigentlich schon Hoffnung, dass solche Schnelladestationen zukünftig auch etwas für den privaten Bereich sein könnten.. aber das erscheint mir dann doch etwas teuer.


Nein, das sind Preise für große Ladestationen für den öffentlichen Bereich mit zum Teil Ladeleistungen bis zu 250 kW. Für zuhause wird es DC-Ladestationen mit 7-11 kW Ladeleistung geben, die ersten sind schon am Markt und kosten um die 7000,-. Das ist, im Vergleich zu einer herkömmlichen Wallbox, immer noch extrem viel, aber warten wir mal ab und sprechen in 2-3 Jahren dazu nochmal.
Artikel kommentieren
Beitrag kommentieren
Hier können Sie Ihre Kommentierung eintragen. Achten Sie darauf, dass alle Inhalte in diesem Bereich öffentlich sind. Bitte posten Sie keine persönlichen Daten.
Hier können Sie Ihre Kommentierung eintragen. Achten Sie darauf, dass alle Inhalte in diesem Bereich öffentlich sind. Bitte posten Sie keine persönlichen Daten.

😄
Ähnliche Artikel