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Meine Wallbox oder: Kann man nicht einfach an der Steckdose laden?

29.09.2020

Bei meinen täglichen Spaziergängen mit unserer Hündin fällt mir eins auf: Ich sehe immer mehr Elektro- und Plug-in-Hybrid-Fahrzeuge auf den Straßen umherfahren und auf den Grundstücken parken und laden. Was für eine Entwicklung!

Was mir aber auch auffällt ist, dass mindestens 50 Prozent aller Fahrzeuge an normalen Steckdosen (Schuko-Dosen) geladen werden. Was auf den ersten Blick nachvollziehbar erscheint (eine Wallbox muss ja gekauft und installiert werden, das mit Planung und Kosten verbunden, die Steckdose ist doch schon da…), ist aber bei näherer Betrachtung nur bedingt sinnvoll, denn das Laden an der Steckdose ist mit gewissen Nachteilen verbunden, die man auf den ersten Blick nicht sieht oder an die man gar nicht denkt. Schauen wir uns das doch mal gemeinsam etwas genauer an.

 1. Ladegeschwindigkeit

Ein „Vorwurf“ an die Elektromobilität ist ja, dass das Laden eines Elektroautos spürbar länger dauert, als das Tanken von Benzin, Diesel oder Erdgas. Das ist unbestritten, laden dauert – kennen wir ja vom Smartphone, Tablet oder dem Laptop. Und trotzdem nutzen so viele Anwender zuhause die langsamste Möglichkeit, Ihr Elektroauto zu laden, nämlich das Laden an der Steckdose.

Warum ist das eigentlich so? Eine normale Steckdose ist nicht dafür geeignet, hohe elektrische Leistungen über einen längeren Zeitraum abzugeben – die Kontakte und Leitungen und Verbindungen sind einfach nicht dafür ausgelegt. Toaster, Wasserkocher oder Spülmaschine… alles kein Problem. Aber das Laden eines Elektroautos an einer Steckdose ist damit nicht vergleichbar.

Um nun die aber vorhandenen Stromleitungen und Anschlüsse nicht zu überlasten, wird die Ladeleistung durch das Ladekabel an einer Steckdose auf gerade mal  2.000 Watt (= 2 Kilowatt bzw. 2 kW) begrenzt. 2.000 Watt, das ist etwa die Leistung eines Wasserkochers. Um z.B. den Strom für einen durchschnittlichen „Auto-Tag“ (rund 40 km pro Tag, täglicher Strombedarf inkl. Ladeverluste ca. 8 Kilowattstunden) nachzuladen, muss das Auto nun rund 4 Stunden an der Steckdose laden (4h mal 2 kW = 8 kWh).

Mit 3.000 Watt Ladeleistung würde es zwar spürbar schneller gehen, z.B. wenn doch mal möglichst schnell Strom „nachgetankt“ werden soll oder muss, bei einer solch hohen Leistung würden die Steckdose und die Leitungen sich aber schnell sehr erhitzen und dies bedeutet Verschleiß und Brandgefahr. Daher die Begrenzung auf rund 2000 Watt – Sicherheit geht vor und das geht auf Kosten der Ladegeschwindigkeit.
An eine korrekt installierten Wallbox hingegen, also an einer „Auto-Tankstelle“ für zuhause, geht es fast doppelt so schnell, je nach Auto noch sogar schneller… und wer will schon auf sein Auto warten?

Fazit: Wer sein Elektroauto dauerhaft an einer Steckdose lädt, nimmt die längsten Ladezeiten in Kauf. Nicht gerade komfortabel.

2. Ladeeffizienz

Das Laden an einer Steckdose ist also zwar grundsätzlich möglich und man spart auf den ersten Blick das Geld für die Installation einer Wallbox, dafür kostet das Laden an der Steckdose aber bis zu 30 Prozent mehr Strom. Wie das?

Die Ladetechnik im Auto erreicht beim Laden an der Steckdose aufgrund der geringen Ladeleistung nicht die volle Effizienz, das Laden dauert damit nicht nur einfach länger, die Ladeverluste steigen weiter an und so wird bis zu 30 Prozent mehr Strom benötigt, die Batterie aufzuladen (Quelle: ADAC). Und das kostet auf Dauer viel Strom und damit unnötig viel Geld. Grob gerechnet im Laufe der Jahre sogar mehr Geld, als die Beschaffung und die Installation einer Wallbox kostet.

Wenn z.B. der jährliche Stromverbrauch für das Elektroauto (12.500 km p.a., 17 kWh pro 100 km) von 2.125 kWh auf 2.760 kWh ansteigt (30 Prozent Mehrverbrauch), dann kostet das rund 190,- Euro pro Jahr extra. In fünf Jahren sind das schon fast 1.000,- Euro Da lohnt sich die Wallbox erst recht. Fazit: Das Laden an einer Wallbox ist effizienter und spart damit nicht nur Zeit, sondern auch Geld und entlastet die Umwelt durch den geringeren Energieverbrauch. Clever, oder?


 3. Sicherheit und Zuverlässigkeit

So manche Steckdosen, die zum Laden des Elektroautos genutzt werden, machen wirklich keinen vertrauensvollen Eindruck… krumm, schief, verdreckt und vielleicht sogar lose hängen sie seit Jahren eher unbemerkt und fast vergessen an Hauswänden oder in der Garage, selten genutzt und nie überprüft. Und nun soll von heute auf morgen das neue Elektroauto dort geladen werden?

Bevor also eine bereits vorhandene Steckdose zum Laden genutzt wird, sollte ein Elektriker die vorhandene Installation prüfen; diese(r) wird dann entscheiden, ob nachgebessert werden muss oder nicht. Eventuell muss ein zusätzlicher FI-Schalter (Personenschutzschalter) in die Hausverteilung eingebaut werden. Hier lohnt es sich Leitungen und Hausanschluss prüfen zu lassen.

Ein weiterer Punkt ist, dass das Ladekabel an der Steckdose nicht verriegelt wird und so jederzeit der Ladevorgang, z.B. nachts, von unliebsamen Zeitgenossen mutwillig oder versehentlich unterbrochen werden kann. Verfügt das Fahrzeug über eine App, wird dies dann zwar gemeldet, aber spätestens nach dem zweiten oder dritten Mal wünscht man sich vermutlich eine zuverlässigere Lösung. Diese bietet nur eine Wallbox, in der das Ladekabel während der Ladung an beiden Enden sicher verriegelt wird.


Fazit: Beim Laden geht es nicht nur um Geschwindigkeit und Kosten, sondern auch um Sicherheit und Zuverlässigkeit. Vorhandene (Außen-)Steckdosen bieten nicht immer die nötigen Voraussetzungen, sollten geprüft und ggf. ertüchtigt werden – vielleicht gleich mit einer passenden Wallbox?


4. Energiewende

Steckdosen geben den Strom „dumm“ ab, sie sind blind für die Zukunft, in der es darum geht, Elektroautos und z.B. auch Wärmpepumpen mehr und mehr intelligent mit Strom zu versorgen. Das bedeutet, Strom dann abzugeben, wenn er im Überfluss erzeugt wird und/oder besonders günstig ist. Das gilt auch für die Verbindung mit einer vorhandenen Photovoltaikanlage; so gibt es bereits Wallboxen, die intelligent den Überschuss gezielt ins Auto laden. In naher Zukunft werden wir die Batterien im Elektroauto auch nutzen können, um nach Sonnenuntergang Strom aus dem Auto im Haushalt zu verwenden. All dies ist mit einfachen Steckdosen nicht möglich und wird auch nicht möglich sein. Hierzu braucht es smarte Ladelösungen.

Fazit: Wer die Energiewende voranbringen möchte, kann dies mit der Auswahl und der Installation einer Wallbox unterstützen und für sich und die Umwelt weitere Vorteile generieren.

5. Autostrom-Tarife nutzen

Mehr und mehr Stromversorger bieten für Elektroautos spezielle Stromtarife an und damit lässt sich das Auto spürbar günstiger laden, als mit dem normalen Haushaltstarif. Neben einer Wallbox muss dazu ein weiterer Stromzähler installiert werden, damit der Verbrauch für das Elektroauto separat gemessen werden kann. Die Wallbox wird dann an diesen Stromzähler angeschlossen – die Steckdose in der Garage oder an der Hauswand ist und bleibt aber an der vorhandenen Hausverteilung, da dieser „Autostrom“ nur für das Laden des Fahrzeugs verwendet werden darf (Quelle: EnWG §14a). Wenn man also schon eine neue Leitung vom Zähler zur Wallbox verlegen lässt, dann sollte dort auch gleich eine passende Wallbox installiert werden.
Fazit: Die besten Autostrom-Tarife gibt es nur separat für das Laden eines Elektroautos – die Kombination mit einer passenden Wallbox optimiert das Ladeerlebnis zuhause.


6. Wenn es schnell gehen muss

Wie oben schon angesprochen ist die maximale Ladeleistung, die mit einer normalen Steckdose dauerhaft erreicht werden kann, eher gering (2 kW) und das Laden dauert daher lange und ist ineffizient. Immer mehr Elektrofahrzeuge können aber mit einer spürbar höheren Ladeleistung geladen werden (6 bis 11 kW, einige bis 22 kW). Damit sinkt die Ladezeit und die Effizienz steigt. Mit Steckdosen ist das nicht zu erreichen, die Installation einer Wallbox ist also Pflicht, wenn man die hohe Ladeleistung ausnutzen möchte. Fazit: Wenn es schnell gehen und möglichst effizient sein soll, dann geht nichts ohne Wallbox.

Zusammengefasst: Es spricht alles für die Installation einer passenden Wallbox: geringste Ladezeiten, niedrigerer Gesamt-Stromverbrauch, hohe Ladeeffizienz, auf Dauer niedrigere Stromkosten und geringere Umweltbelastung, z.B. durch Nutzung von selbst erzeugtem Solarstrom vom eigenen Dach. Das Laden an Steckdosen war, ist und bleibt eine Notlösung, die man vielleicht zwischendurch, z.B. bei einem Besuch bei Freunden, nutzen kann. Für ein optimales Lade-Erlebnis bedarf es aber einer passenden Wallbox – jetzt und in Zukunft.

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2 Kommentare
2020-10-26T11:41:53Z
Montag, 26.10.2020 um 12:41 Uhr
Die Möglichkeit einer Kopplung der PV-Anlage mit der Wallbox war mir so noch nicht bewusst. Der Artikel hat mir diesbezüglich tasächlich die Augen geöffnet und damit, wie ich finde, auch gleich den stärksten Argumentationspunkt für die Anschaffung einer Wallbox geliefert.
2020-10-26T12:56:37Z
Montag, 26.10.2020 um 13:56 Uhr
Hajo:
Die Möglichkeit einer Kopplung der PV-Anlage mit der Wallbox war mir so noch nicht bewusst. Der Artikel hat mir diesbezüglich tasächlich die Augen geöffnet und damit, wie ich finde, auch gleich den stärksten Argumentationspunkt für die Anschaffung einer Wallbox geliefert.


Diesen Punkt finde ich ebenfalls sehr überzeugend. Ein absolut richtiger Schritt in Richtung Nachhaltigkeit.
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