THG-Prämie: Jetzt als E-Autofahrer 300 Euro kassieren

25.02.2022

#nutzermeinung

Halter von Elektroautos profitieren ab diesem Jahr von der THG-Quote. Hinter dem Akronym verbirgt sich die Treibhausgasminderungs-Quote. Das hört sich bürokratischer an, als es ist. Bevor ich in die Hintergründe einsteige, hier die Vorteile für E-Auto-Besitzer: Sie registrieren sich und Ihr Fahrzeug in der “Mein E.ON App”. Nach der Freigabe durch das Bundesumweltamt wird die THG-Prämie in Höhe von 300 Eurofür das Jahr 2022 auf Ihr Konto überwiesen. Und das Beste: Die Prämie dürfte jährlich bis 2030 ausbezahlt werden, denn bis dahin steigt die Quote kontinuierlich an. Bei E.ON legt man sich zunächst nur für das Jahr 2022 fest. Für 2023 erfolgt eine neue Anmeldung. Wie hoch die Prämie im kommenden Jahr ausfällt, erfährt man erst zum Festlegungszeitpunkt. Der Preis der THG-Quote bildet sich durch Angebot und Nachfrage der Marktteilnehmer.


Was ist die Idee der THG-Quote?

Der Verkehrssektor ist für rund ein Fünftel aller CO2-Emissionen verantwortlich. Bis zum Jahr 2030 soll dieser Bereich nur noch 85 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr ausstoßen. Das wäre eine Halbierung im Vergleich zum Niveau von 1990. Die Bundesregierung unterstützt diese Bemühungen mit Anreizsystemen wie dem Umweltbonus inklusive der Innovationsprämie für E-Autos, einer Kfz-Steuer nach CO2-Ausstoß sowie CO2-Vorgaben für die Neuwagenflotten der Hersteller. Ein weiterer Baustein zur CO2-Reduktion bildet die Treibhausgasminderungsquote (THG-Quote).

Sie existiert bereits seit einigen Jahren und basiert auf der Erneuerbare-Energien-Richtlinie der EU (RED II). Darin werden Mineralölunternehmen verpflichtet, jedes Jahr weniger fossile Kraftstoffe zu verkaufen, die beim Verbrennen CO2 erzeugen. Aktuell liegt die Reduktions-Quote bei sechs Prozent und steigt bis 2030 auf 25 Prozent. Somit darf immer weniger klassisches Benzin und Diesel verkauft werden. Bislang erfüllen die Mineralölkonzerne ihre Quote über den Verkauf von Biodiesel und Benzin mit Bioethanol (E5, E10). Zusätzlich wird der Verkauf von Ladestrom für E-Autos angerechnet, aktuell sogar mit dem Faktor drei. Somit lohnt es sich für Tankstellenbetreiber ganz besonders, Ladesäulen für E-Autos aufzustellen.


Private Autobesitzer profitieren

Neu ist ab 2022, dass auch private Besitzer von E-Autos ihre CO2-Einsparung in Form der THG-Prämie verkaufen können. Es macht wenig Sinn, dass E-Auto-Besitzer individuell mit Mineralölkonzernen verhandeln. Darum haben sich am Markt etliche Vermittler gebildet. Auch E.ON agiert hier als Vermittler und reicht die THG-Quote an Mineralölunternehmen weiter. Für jedes registrierte E-Auto wird pauschal die CO2-Einsparung in einer Größenordnung von rund 2.000 kWh pro Jahr angerechnet. Dabei ist es unerheblich, wo geladen wird und ob reiner Ökostrom ins E-Auto fließt. 

Viele Beobachter sehen die Auszahlung an private E-Auto-Besitzer kritisch. Sie tun wenig, erhalten jedoch eine zusätzliche Geldzahlung. Diese Kosten belasten die Mineralölkonzerne, was langfristig die Preise für fossile Brennstoffe erhöht und damit den Umstieg auf alternative Antriebe beschleunigt. Zudem ist es für die Konzerne nun reizvoller, eigene Ladesäulen zu installieren. Eine verbesserte öffentliche Ladeinfrastruktur steigert die Akzeptanz der Elektromobilität. Unter dem Strich gewinnt der Klimaschutz durch die THG-Quote. Auch der ADAC begrüßt die Neuregelung: „Aus Verbrauchersicht ist es positiv zu bewerten, dass mit der zusätzlichen Anrechenbarkeit von elektrischem Strom der Wettbewerb um kosteneffiziente Treibhausgasminderungen für Energie im Verkehrssektor gefördert wird.”

Noch ein Hinweis zum Schluss: Die Prämienzahlung fällt steuerrechtlich unter sonstige Einnahmen und diese sind nur bis unter 256 Euro steuerfrei. Die 300 Euro sollten also bei der nächsten Steuererklärung angegeben werden. Das Geld wird dann mit dem individuellen Einkommensteuersatz belegt.

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