E-Auto kaufen: Ist jetzt die richtige Zeit?

05.04.2022

#nutzermeinung

Um Eines vorweg zu sagen: Die Anschaffung eines neuen Fahrzeuges ist eine höchst individuelle Entscheidung, die von vielerlei Faktoren abhängt. Vor allem finanzielle und ökologische Faktoren sowie persönliche Vorlieben beeinflussen in unterschiedlicher Ausprägung die Entscheidung. Wir können und wollen Ihnen also die letztendliche Entscheidung nicht abnehmen. Wir möchten Ihnen aber Fakten an die Hand geben, die die Entscheidung, jetzt auf ein Elektroauto umzusteigen, hoffentlich leichter macht.

Noch ein Hinweis: Wenn wir in diesem Beitrag von Elektroautos sprechen, dann meinen wir damit batterieelektrische Fahrzeuge, also keine Plugin-Hybride, die immer noch einen Verbrennungsmotor nutzen. Auch von Fahrzeugen mit Wasserstoff-Brennstoffzelle, die zwar rein elektrisch angetrieben werden, als Energieträger aber Wasserstoff nutzen, ist hier nicht die Rede.

 

Was Sie in diesem Beitrag erwartet – der Elektroauto-Check:

      Modellvielfalt und Auswahl von Elektrofahrzeugen

      Quo vadis Ladeinfrastruktur

      Ist ein Elektroauto immer noch „zu teuer“?

      Die Wende kommt nicht von alleine

E-Auto kaufen: Vielfalt und Auswahl

Während vor einigen Jahren die Auswahl an Elektrofahrzeugen noch sehr begrenzt ausfiel, steht den Interessenten heute eine enorme Modellvielfalt zur Verfügung. Wer sich für ein strombetriebenes Fahrzeug interessiert, hat die Auswahl vom Stadtflitzer, z. B. dem smart eq oder dem Renault Twingo, bis zum Highend-Sportler, z. B. dem Porsche Taycan. Insbesondere in der beliebten Kategorie der SUVs gibt es eine breite Auswahl an Fahrzeugen verschiedener Hersteller.

Aber auch in der beliebten Kompaktklasse finden Sie Wahlmöglichkeiten, u.a. VW ID.3, Opel Corsa-e, Peugeot 208e. Für (fast) jeden Geschmack ist also etwas dabei. Noch klafft eine Lücke im Bereich der klassischen Kombis, die demnächst durch die Hersteller MG, Opel und Audi mit dem A6 Avant gefüllt wird. Check.

 

Einfach laden

In Zusammenhang mit Elektromobilität hört man immer wieder, dass die Ladeinfrastruktur – also das „Tankstellennetz“ für Elektroautos – nicht ausreichend ausgebaut sei, um auch längere Strecken problemlos zurückzulegen. Auch wenn dies in wenigen Ausnahmefällen noch stimmen mag, verdichtet sich das Ladenetz in hoher Geschwindigkeit. Und mit dem kommenden Deutschlandnetz werden auch die letzten Lücken geschlossen, so dass man überall in Deutschland innerhalb weniger Fahrminuten Zugang zu einer Schnellladestation haben wird. Viele weitere Lademöglichkeiten entstehen u.a. derzeit im Einzelhandel, bei Arbeitgebern und in immer mehr Wohngebäuden. Check.

 

Zu teuer? Ein Vergleich scheint schwierig

Wenn Sie ein E-Auto kaufen wollen, ist ein direkter Kostenvergleich zwischen Elektroautos und Verbrennern grundsätzlich schwierig. Schließlich müssten dafür exakt gleiche Fahrzeuge verglichen werden, z. B. ein VW Golf mit Verbrennungsmotor mit einem e-Golf – beide aus der gleichen Generation (Golf 7). Vergleiche innerhalb einer Fahrzeugklasse oder sogar über Klassen hinweg sind ungenau bzw. nicht möglich. Und es ist wenig sinnvoll, einen VW Golf mit einem Tesla Model Y zu vergleichen. Ansprüche, Art und Weise der Nutzung sowie Leistungsmerkmale wären zu unterschiedlich.

Grundsätzlich kann aber festgehalten werden, dass die noch höheren Fahrzeuggrundpreise für Elektroautos durch eine Vielzahl an Prämien der Hersteller und staatliche Förderungen bereits deutlich abgemildert werden. Auch die geringeren Wartungs- und Servicekosten über die Haltezeit bleiben häufig unbeachtet. So braucht ein Elektroauto eben niemals eine Abgassonderuntersuchung (AU), niemals einen neuen Auspuff, neue Filter, neues Öl usw. Hinzu kommt die Kfz-Steuerbefreiung über zehn Jahre. Check.


E-Auto kaufen: Strom schlägt klassische Kraftstoffe

Nicht zu vernachlässigen sind auch die möglichen Einsparungen in den Betriebskosten, also beim Vergleich „Kraftstoff“ gegen „Strom“. Und auch wenn Strom in Deutschland eher teuer ist, können 100 Kilometer mit Haushaltsstrom weniger als vier Euro kosten. Bei aktuell stark steigenden Benzin- und Dieselpreisen liegt der Vorteil immer noch beim Strom. 

Mit Strom aus der eigenen Solaranlage oder einem Autostromvertrag mit separatem Zähler können die Kosten auf unter einem Euro pro 100 km gedrückt werden (Beispiel: Stromverbrauch 10 kWh / 100 km, Solar aus der Solaranlage ca. 8 Ct. pro kWh). Nehmen wir dies zusammen und bedenken, dass herkömmliche Kraftstoffe (Benzin, Diesel, Erdgas) durch die nationale CO2-Bepreisung immer teurer werden, dann schlägt das Kosten-Pendel in der Gesamtschau immer öfter in Richtung Elektroauto aus. Das sieht übrigens auch der ADAC so. Check.


Gut zu wissen

Darüber hinaus plant die Regierung die komplette Abschaffung der so genannten EEG-Umlage, die aktuell noch 3,7 Cent pro kWh zzgl. Mwst. beträgt. Auch wenn die genaue Ausgestaltung noch nicht feststeht, stehen die Chancen gut, dass die Strompreise ab Mitte des Jahres sinken. Denn mit der geplanten Verordnung zu den Erneuerbaren Energien soll u.a. sichergestellt werden, dass die Stromanbieter die Kostenentlastung tatsächlich an die Verbraucher weitergeben.

 

Weiterhin sollen durch Streichung der so genannten KWK- und die Offshore-Umlagen bei Heiz- und Autostrom Anreize geschaffen werden, elektrisch betriebene Wärmepumpen zu nutzen und auf Elektromobilität umzusteigen. Diese Entlastung wird den Strompreis um ca. einen Cent pro Kilowattstunde zusätzlich senken. Strombasiertes Heizen und Elektromobilität gewinnen also mehr und mehr an ökologischer, als auch an ökonomischer Attraktivität.

 

Die Energiewende kommt nicht von allein

Neben all diesen Punkten soll aber auch ein gesellschaftlicher Aspekt nicht unerwähnt bleiben: die Energiewende; d.h. der Weg von fossilen und nuklearen Energieträgern hin zu einer Vollversorgung aus erneuerbaren Energiequellen. Diese stehen sicher, kostengünstig und vor allem ohne Folgekosten zur Verfügung. Doch die Energiewende fällt nicht vom Himmel. Wohl aber die Energie, die uns Wasser, Wind und Sonne schenken. Wir brauchen also eigentlich nur zuzugreifen.

Damit dies gelingt, muss ein Rad ins andere greifen. Es ist nichts gewonnen, wenn wir z. B. Strom aus Sonnenlicht erzeugen, diesen Strom aber vor Ort nicht abnehmen und mit Hilfe von großen Stromleitungen ableiten. Gleichzeitig verbrennen wir weiter Benzin und Diesel, die aus Rohöl gewonnen werden, was tausende Kilometer entfernt aus dem Boden gepumpt und mit viel Energieaufwand transportiert und verarbeitet wurde. 

Die Energie vor Ort zu erzeugen und zu nutzen – das ist das Ziel und das Elektroauto ist dafür ein wichtiges Puzzleteil. Noch ist nicht alles perfekt. Das war es aber auch nicht, als die ersten Handys auf den Markt kamen, die heute aus unserem Leben nicht mehr wegzudenken sind.

Es lohnt sich also, jetzt auf ein Elektroauto umzusteigen und „dabei zu sein“, um unsere Welt ein wenig besser zu machen.

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