Das E-Auto im Winter schnell laden

27.12.2022
#nutzermeinung

Die Batterie im E-Auto mag es gern angenehm warm, nur dann liefert sie ihre volle Leistung. Das gilt fürs Fahren aber eben auch für den Ladevorgang. 

Wer im Winter möglichst kurze Ladestopps einlegen möchte und gleichzeitig seine Batterie schonen will, sollte unsere Tipps im Hinterkopf behalten, wenn er bei niedrigeren Temperaturen unterwegs ist. Das Aktivmaterial in den Batteriezellen mag es ähnlich war wie wir Menschen. Zwischen 22 und 26 Grad bewegen sich die Elektronen am liebsten von einem Pol zum anderen – egal ob es ums Fahren oder Laden geht. 


Vorkonditionieren

Das bedeutet in unseren Breitengraden, dass spätestens im Herbst die Batterie aufgewärmt werden muss. Dazu haben die Autohersteller Leitungen mit Flüssigkeit in der Batterie platziert, die Energie aufnehmen aber auch abgeben kann. Je nach Region und Jahreszeit kühlt oder erwärmt diese Flüssigkeit die Batteriezellen. Das Aufwärmen des Energiespeichers vor einem Ladestopp nennen die Experten Vorkonditionieren. Die Batterie wird auf das optimale Temperaturfenster gebracht. Doch woher weiß das System, wann ein Ladestopp ansteht? Sobald eine Ladestation in der Routenplanung als nächster Halt ansteht, wird der Heizkreislauf rechtzeitig vor dem Stopp aktiviert. Das bedeutet allerdings für die Fahrt zur "Stammladesäule", dass man sich die Mühe machen muss und das Ziel ins Navi einzugeben. Nur wenige E-Autos verfügen über die Option einer manuellen Aktivierung der Vorkonditionierung. Man kann nur vermuten, warum die Hersteller das nicht umsetzen: Das Vorwärmen der Batterie kostet Energie und das verkürzt die Reichweite. Wer also unnötig oft vorkonditioniert, verliert Fahrleistung. 


Länger laden 

Noch ist längst nicht jedes Modell auf dem Markt in der Lage, automatisch die Batterie aufzuwärmen. Wer nicht vorkonditionieren kann, dessen E-Auto nutzt die ersten Kilowatt aus der Ladesäule zum Erwärmen der Batterie. Somit steigt die Ladeleistung deutlich langsamer an. Der Ladevorgang dauert entsprechend länger. Wer mit der perfekten Temperatur sein E-Auto am Schnelllader anschließt, ist auch deutlich schneller wieder unterwegs.

Wer morgens als allererstes mit dem E-Auto zum nahegelegenen Schnelllader fährt, tut seinem Fahrzeug also nichts Gutes. Am besten fährt man erst einige Kilometer, egal ob der Wagen vorkonditionieren kann oder nicht. Allein durch den Energieverbrauch beim Fahren wird die Batterie an Stück weit erwärmt. Wer kann, lädt sein E-Auto über Nacht an der heimischen Wallbox. Hier kann man mithilfe eines Timers auch bereits vor der Abfahrt die vereisten Scheiben abtauen und den Innenraum erwärmen. Dafür wird die Energie nicht aus der Batterie entnommen, sondern kommt as der Wallbox. Das schont die Reichweite. Zudem ist es in der kalten Jahreszeit extrem komfortabel in ein warmes Auto mit freien Scheiben zu steigen.


Wärmepumpe für den Winter

Sollten Sie Ihr E-Auto mit einer Wärmepumpe bestellt haben, spielt diese im Winter ihre Vorteile aus. Eine Wärmepumpe entzieht der Umgebungsluft Energie. Diese Energie wird für das Aufheizen des Wageninneren genutzt. Natürlich schafft sie das nicht auf angenehme 21 Grad Celsius. Aber die Wärmepumpe liefert beispielsweise die Energie, um von fünf auf elf Grad aufzuheizen. Die verbleibende Differenz von zehn Grad muss dann noch die Heizung mit Energie aus der Batterie erledigen. Ohne Wärmepumpe wäre die gesamte Energie für das Aufwärmen von 5 auf 21 Grad aus der Batterie gekommen. Somit stünde weniger Energie für die Fahrleistung zur Verfügung. Eine Wärmepumpe sorgt für weniger Reichweitenverlust im Winter. 


Eco-Modus 

Sollte Ihnen der Eco-Modus im Wagen ausreichend Beschleunigung und Komfort im Innenraum ermöglichen, ist es der Fahrmodus für die kalte Jahreszeit. Mit dem Eco-Modus fällt die Reichweite am höchsten aus. Allerdings werden hier bei manchen Modellen einige Komfortfunktionen der Heizung begrenzt. Das Abschalten von Beleuchtung im Wagen (Ambient light) und der Musikwiedergabe bringt keinen Reichweitengewinn. Beim Heizen macht es allerdings schon einen Unterschied, ob man die Lüftung oder die Sitzheizung nutzt. Da die Sitzheizung direkt am Körper wirkt, spürt man die Wärme direkter und schneller. Die Luft im Auto auf angenehme 22 Grad zu erwärmen, dauert länger und kostet somit mehr Energie. Niemand sollte es mit dem "Energie sparen" im E-Auto übertreiben. Frierend im E-Auto zu fahren, hilft niemand, im Gegenteil: Es geht zu Lasten der Verkehrssicherheit.

1 Kommentar
2022-12-28T08:29:59Z
Mittwoch, 28.12.2022 um 09:29 Uhr
Sehr informativ!
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