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Wie kann ich den Stromspeicher für meine Anlage fördern lassen?

Kann ich Zuschüsse beim Kauf einer Batterie beantragen? Was muss ich bei einer Förderung beachten?

Die Antwort von E.ON Solar Experte Tobias Blank: Mit einer Photovoltaikanlage auf dem Dach können Hausbesitzer Strom günstiger produzieren, als wenn sie diesen beim Energieversorger beziehen. Berechnungen zeigen, dass die Kosten von selbst produziertem Solarstrom bei unter 15 ct/kWh liegen. Davon können oft ca. 30 % direkt selbst verbraucht werden. Mit einem Stromspeicher lässt sich der Anteil dieses selbst verbrauchbaren Solarstroms sogar noch weiter erhöhen. Teilweise ist dann ein Eigenverbrauch von bis zu 60% des selbst erzeugten Stroms möglich. Ein eigener Stromspeicher ist  also eine sinnvolle Ergänzung zur Photovoltaikanlage. Vor allem wenn man Solarstrom auch zu Zeiten nutzen will, in denen keine oder nur wenig Sonne scheint. Aktuell sind die Kosten für eine Batterie noch recht hoch. Ein Lithium-Ionen-Speicher mit einer nutzbaren Kapazität von ca. 3-4 kWh kostet heute etwa einen Aufpreis von ca. 5.000 € im Vergleich zu einer Photovoltaikanlage ohne Speicher. Diese Kapazität reicht in den meisten Fällen aus, den Strombedarf eines Vier-Personenhaushaltes in der Nacht zu decken.

Trotz der noch hohen Preise wurden in den vergangen zwei Jahren bereits mehr als jede 8. in Deutschland neu installierte Photovoltaikanlage mit einem Speicher ausgeliefert – Tendenz steigend.

30% der Stromspeicherkosten können gefördert werden

Um die Verbreitung und die Weiterentwicklung von Haushaltsspeichern zu erhöhen, hat das Bundesumweltministerium im Jahr 2013 ein finanzielles Förderprogramm ins Leben gerufen, das gemeinsam mit der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) umgesetzt wird. Es besteht aus einem zinsgünstigen Kredit der KfW und einem Zuschuss für die Kredittilgung aus Mitteln des Bundes. Mehr als die Hälfte der in Deutschland installierten Stromspeicher wurden bisher auf diese Weise gefördert.

Der Tilgungszuschuss beträgt 30% der Investitionskosten des Batteriespeichersystems bzw. maximal 600 € bzw. 660 € pro Kilowattpeak (kWp) installierter Leistung der angeschlossenen Photovoltaikanlage. Maximal 600 € je kWp kann erhalten, wer eine neue Solaranlage gleich zusammen mit einem Stromspeicher in Betrieb nimmt. Maximal 660 € je kWp erhalten Käufer, falls der Stromspeicher zu einer bestehenden Solaranlage nachgerüstet wird, wobei der Speicher dann frühestens 6 Monate nach der Inbetriebnahme der Photovoltaikanlage in Betrieb gehen darf. Wird eine Photovoltaikanlage gemeinsam mit dem Stromspeicher errichtet, kann der KfW-Kredit für beides beantragt werden. Den Tilgungszuschuss bekommt man jedoch nur für die Kosten des Stromspeichers. Um die Kosten des Stromspeichers zu ermitteln, werden pauschal Kosten von 1.600 € je kWp für den Preis einer schlüsselfertigen Photovoltaikanlage angenommen.

Weitere Details und eine Beispielrechnung zur Förderung finden Sie auf unserer Stromspeicher-Homepage.

Gefördert werden neue Stromspeicher für kleinere und mittlere Solaranlagen

Es gibt jedoch mehrere Bedingungen, die erfüllt werden müssen, um die Förderung in Anspruch nehmen zu können:

  • Es werden nur neue Stromspeicher gefördert. Eigenbauten, Prototypen oder gebrauchte Geräte sind von der Förderung ausgeschlossen.
  • Der Speicher muss an eine Photovoltaikanlage angeschlossen sein, welche sich in Deutschland befindet, ab 2013 in Betrieb ging und deren Leistung maximal 30 kWp beträgt. Mit dem Förderprogramm sollen also gezielt kleinere und mittlere Anlagen subventioniert werden.
  • Die Förderung beantragen können natürliche Personen (Privathaushalte), Unternehmen, die sich mehrheitlich in Privatbesitz befinden, Freiberufler, landwirtschaftliche Unternehmen und gemeinnützige Einrichtungen, die einen erzeugten Strom einer Photovoltaikanlage ganz oder teilweise ins Netz einspeisen. Sogenannte Inselanlagen werden nicht gefördert.
  • Gefördert wird nur ein Stromspeicher pro Photovoltaikanlage.
  • Der Hersteller des Speichers muss eine 7-jährige Zeitwertersatzgarantie abgeben, also bei einem Ausfall dem Eigentümer den Restwert des Gerätes ersetzen.
  • Der Speicher muss mindestens 5 Jahre lang zur Zwischenspeicherung von Solarstrom betrieben werden.
  • Die Inbetriebnahme des Speichers muss durch eine geeignete Fachkraft erfolgen.

Der Speicher muss das Netz entlasten

Wer die Förderung in Anspruch nehmen will, ist verpflichtet die Einspeiseleistung auf maximal 60% der installierten PV-Leistung zu beschränken. Dies entlastet das Netz und ermöglicht eine Integration von mehr Photovoltaikanlagen ins Stromnetz. Falls Sie also eine Photovoltaikanlage mit 5 kW installiert haben, so dürfen Sie zu keinem Zeitpunkt mehr als 3 kW ins Netz einspeisen. Da die Anlage nur zeitweise die maximale Leistung erzeugt und Sie auch gleichzeitig Strom verbrauchen, wird diese Grenze nur selten und nur gering überschritten. Intelligente Stromspeicher sind heute in der Lage, den Strom genau dann zu speichern, dass eine Abregelung der Anlage so gut wie nicht notwendig ist. Nur in seltenen Fällen wird der Ertrag über das Jahr gesehen um mehr als 3% reduziert.

Die Beschränkung der Leistungsabgabe gilt für die gesamte Lebensdauer der Photovoltaikanlage, mindestens 20 Jahre lang und auch noch, wenn der ursprünglich geförderte Stromspeicher bereits außer Betrieb genommen wurde. Der Netzbetreiber kann die Einhaltung der Leistungsbegrenzung auf seine Kosten überprüfen. Alle von E.ON erhältlichen und von unseren Handwerkspartnern installierten Systeme halten jedoch jederzeit diese und weitere zusätzlich notwendigen Regeln ein. Sie brauchen sich als Kunde nicht extra darum zu kümmern.

Förderung vor Speicherkauf beantragen

Wie kommt man nun zu dem zinsgünstigen Kredit und dem Tilgungszuschuss? Die Beantragung erfolgt über Banken und Sparkassen. Ganz wichtig ist, dass die Förderung beantragt wird, bevor der Fachbetrieb den Auftrag zur Lieferung und Installation des Batteriespeichers erhält.

  1. Sie holen sich Angebote von Installateuren ein und wenden sich damit an Ihre Hausbank, um den Antrag auf Kredit- und Zuschussbewilligung zu stellen.
  2. Ihre Bank prüft und genehmigt den Antrag im Auftrag der KfW. Der Speicher und ggf. die gemeinsam installierte Photovoltaikanlage muss nun binnen 18 Monate nach der Förderzusage installiert werden.
  3. Nach der Genehmigung durch die Bank beauftragen Sie Ihren Installateur und lassen den Speicher installieren. Achten Sie auf eine Hersteller- und Fachunternehmererklärung – diese sind wichtig für die Kreditausschüttung.
  4. Nach der Inbetriebnahme stellt man dann bei der Bank den Antrag auf Verrechnung des Tilgungszuschusses auf die Kreditschuld und reicht die geforderten Rechnungen und Erklärungen ein. Eine Direktauszahlung des Zuschusses ist nicht möglich.

Die Laufzeit des zinsgünstigen Kredites kann 5, 10 oder 20 Jahre betragen, mit 1, 2 bzw. 3 tilgungsfreien Anlaufjahren. Die Höhe des Zinssatzes richtet sich nach der aktuellen Kapitalmarktsituation und wird von der ausgebenden Bank in Abhängigkeit Ihrer Bonität und der von Ihnen gestellten Sicherheiten festgelegt.

Die Höhe des Tilgungszuschuss errechnet der Online-Rechner der KfW.

Zur Veranschaulichung ein Rechenbeispiel

Die Bedingungen sind zwar recht anspruchsvoll, allerdings lohnt sich die Antragstellung finanziell, wie die zwei abschließenden Beispielrechnungen zeigen:

Neuinstallation einer 6 kWp-Anlage mit 3,2 kWh Speicher (Typisches Einfamilienhaus):

Kosten Photovoltaikanlage + Stromspeicher, inkl. Montage: 15.000 € (ohne MwSt.)

  1. Kosten des Batteriespeichers laut KfW-Berechnungsgrundlage:
    15.000 € - (1.600 €/kWp x 6 kWp) = 5.400 €
  2. Berechnung der Speicherkosten/kWp:
    5.400 € / 6 kWp = 900 €/kWp
  3. Tilgungszuschuss:
    900 €/kWp x 6 kWp x 30% = 1.620 €

Nachrüstung einer bestehenden 9 kWp-Anlage mit einem 4,4 kWh Speicher (Mehrfamilienhaus, PV-Anlage seit über 6 Monaten installiert):

Kosten des Stromspeichers, inkl. Montage: 9.000 € (ohne MwSt)

  1. Berechnung der Speicherkosten/kWp:
    9.000 € / 9 kWp = 1.000 €
  2. Tilgungszuschuss:
    1.000 €/kWp x 9 kWp x 30% = 2.700 €

 

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Tobias Blank
Tobias Blank hat über 9 Jahre Erfahrung mit der Technologie und der Wirtschaftlichkeit von Photovoltaik und Batteriespeichern. Er arbeitet seit 2013 als Projekt-Ingenieur bei der E.ON Technologies GmbH im Bereich Energiesysteme.
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