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Blackout bei Solarstrom?

Energieerzeugung durch Photovoltaik: Gibt es bei einer Sonnenfinsternis Ausfälle in der Stromversorgung?

Die Antwort von E.ON Solar Experte Franco Gola: Deutschland treibt die Energiewende voran und setzt immer mehr auf Erneuerbare Energien – dazu gehört auch Sonnenenergie. Zur Erzeugung von Solarstrom muss der Himmel nicht strahlend blau und wolkenfrei sein, auch bei bewölktem Himmel wird Energie erzeugt, die direkt verbraucht oder ins Stromnetz eingespeist werden kann. Allerdings ist die erzeugte Energie schon bei bewölktem Himmel substanziell weniger als bei wolkenlosem Himmel. Und bei Dunkelheit wird gar kein Strom erzeugt. Was passiert nun also am 20. März 2015, wenn die Sonne in ganz Mitteleuropa zwischen 9:30 Uhr und 12:00 Uhr bis zu 80% verdeckt ist?

Pumpspeicher- und Gaskraftwerke können Lücken in der Erzeugung füllen

Um es vorweg zu nehmen: Blackouts lassen sich nie zu 100% ausschließen, sind aber aller Voraussicht nach nicht zu befürchten. Zum einen beträgt der Anteil von Solarstrom in Deutschland derzeit nur etwa 6% am gesamten Energiemix. Zum anderen fällt die Sonne auch in anderen Situationen – die oben angesprochene Bewölkung, Schnee auf den Solarmodulen oder schlicht nachts – vorübergehend als Energieträger weg. Darauf ist Deutschland vorbereitet: Neben den anderen Erneuerbaren Energien wie Windenergie und Wasserkraft gibt es auch noch die konventionellen Kraftwerke, die Solarstrom-Lücken füllen können.

Um kurzzeitige Schwankungen in der Solarstrom-Erzeugung auszugleichen, bietet sich z.B. der Einsatz von Pumpspeicherkraftwerken an. Sie nehmen in nachfrageschwachen Zeiten durch Hinaufpumpen von Wasser überschüssigen Strom aus dem Netz auf. Dieses Wasser lässt man später wieder bergab fließen und erzeugt dabei mittels Turbinen und Generatoren wieder elektrischen Strom. Auch schnell zu startende Gaskraftwerke können zum Ausgleich der Lücken eingesetzt werden.

Infografik Sonnenfinsternis

Infografik Sonnenfinsternis

Schwankungen fallen im März geringer aus als im Hochsomme

Astronomen und Solarfinsternis-Fans wünschen sich für den 20. März einen wolkenlosen Himmel, um das Spektakel richtig genießen zu können. Für die Stromerzeugung und -verteilung wäre bewölkter Himmel jedoch einfacher, denn in diesem Fall fielen die Schwankungen bei der Solarstromerzeugung geringer aus. Wenn ab 9:30 Uhr alle Solaranlagen – in Deutschland sind das mehr als 1 Million – anders als z.B. bei durchziehenden Wolken innerhalb kurzer Zeit vom Netz gingen und bis 12 Uhr ebenfalls kurzfristig wieder mit voller Kraft ins Netz einspeisten, wäre das für die Netzstabilität eine Herausforderung. Allerdings ist die Sonneneinstrahlung im März eher bescheiden, und auch über mehrere Stunden wolkenloser Himmel in ganz Deutschland ist auf Basis vergangener Wetterdaten kaum zu erwarten. Daher sollten die Schwankungen eher moderat ausfallen.

Die Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin hat eigens eine Studie zum „Einfluss der Sonnenfinsternis im März 2015 auf die Solarstromerzeugung in Deutschland“ herausgegeben. In zwei Szenarien – eins für wolkenlosen, eins für bedeckten Himmel – simulierten die Forscher die Situation. Ergebnis: Die Auswirkungen der Sonnenfinsternis hängen tatsächlich stark von der Wetterlage ab. Da die Sonnenfinsternis aber ein planbares Ereignis darstellt und Erzeuger und Netzbetreiber genug Zeit zur Vorbereitung hatten, sind diese Auswirkungen laut Studie kalkulierbar und beherrschbar. Um den Ausgleich solcher Schwankungen in Zukunft zu vereinfachen, empfiehlt die Studie bis zur nächsten großen Sonnenfinsternis 2026 einen verstärkten Zubau von Stromspeichern.

Sonnenfinsternis nur mit Schutzbrille genießen

Ach ja: Wenn Sie am 20. März in den Himmel schauen möchten, sollten Sie unbedingt Ihre Augen dabei schützen. Der ungeschützte Blick in die Sonne kann – unabhängig von einer Sonnenfinsternis – bleibende Schäden am Auge hinterlassen und das Sehvermögen einschränken. Als sicherste Methode zur Sonnenbeobachtung gilt die Projektionsmethode durch eine Lochkamera (camera obscura) auf einen Schirm. Aber auch spezielle Schutzbrillen kommen in Frage. Achten Sie dabei auf die Kennzeichnung durch das CE-Symbol gemäß EU-Normen. Für Kameras, Ferngläser und andere optische Geräte gibt es Spezialfolien und Filter, mit denen Sie Ihre Augen schützen und tolle Bilder schießen können.

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Franco Gola
Franco Gola ist seit 2003 Mitarbeiter im E.ON Konzern. Nach Führungsaufgaben in der Stromproduktentwicklung hat er 2011 den Vertrieb von Photovoltaikanlagen an Privat- und Geschäftskunden in Deutschland aufgebaut. Heute leitet er den Bereich Energielösungen Photovoltaik.
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