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Warum bekomme ich einen neuen Zähler und wie sind die rechtlichen Hintergründe?

Mit der Energiewende wurde in Deutschland eine grundlegende Umgestaltung der Energieversorgung eingeleitet, die unter anderem mit einem massiven Ausbau der Erneuerbaren Energien in der Stromversorgung einhergeht.

Zielsetzung der Energiewende ist eine weitgehende Reduzierung der CO2-Emissionen, um somit einen maßgeblichen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Das dezentrale Stromversorgungssystem der Zukunft ist dabei durch Strom - und Datenflüsse in zwei Richtungen gekennzeichnet.

Stromverbraucher sind jetzt vielfach auch Stromeinspeiser und nehmen als "Prosumer" aktiv an der Gestaltung des Stromversorgungssystems teil. Diese Veränderungen erfordern unter anderem neue Mess- und Kommunikationstechnologien.

Aus diesem Grund und um Energieeffizienzmaßnahmen anhand genauerer Verbrauchsinformationen zu erleichtern, wird in den nächsten Jahren ein gesetzlich vorgesehener Austausch von derzeit eingebauten konventionellen Zählern gegen moderne und intelligente Zähler vorgenommen.

Wer hat denn diese Einführung der intelligenten Zähler entschieden?

Bereits seit September 2016 ist die Einführung von intelligenten Zählern gesetzlich geregelt. Die Umsetzung selbst wird ab ca. Ende 2017 erfolgen.

Noch genauer gesagt handelt es sich hier um eine Vorgabe der Europäischen Union, die Energieeffizienz deutlich zu steigern. Eine entsprechende EU-Richtlinie fordert dabei die Einführung intelligenter Zähler bis 2020. (Quelle: EU-Richtlinie2009/72/EG)

Die deutsche Umsetzung dazu ("Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende inkl. Messstellenbetriebsgesetz") wurde im Juni 2016 im Bundestag und im Juli 2016 im Bundesrat verabschiedet.

Dieses Gesetz ist am 1. September 2016 veröffentlicht worden, somit am 2. September 2016 in Kraft getreten und enthält vier zentrale Aspekte:

1. Erneuerbare Energien integrieren

Mit dem steigenden Anteil der erneuerbaren Energien nehmen die Abweichungen zwischen Stromnachfrage und -angebot vermehrt zu und werden so zum Problem für die Netzstabilität. Dem soll mit der Einführung intelligenter Zähler entgegengewirkt werden, da sie unter anderem als Kommunikationsplattformen für die sichere Steuerung von erneuerbaren Energien sowie abschaltbaren Verbrauchern vorgesehen sind.

2. Stromkunden Nutzen bringen

Durch intelligente Zähler soll nach dem Willen des Gesetzgebers der Stromkunde zum einen vermehrt Energie einsparen und zum anderen effizienz- und komfortsteigernde Lösungen nutzen können. Die ersten Lösungen dazu bieten wir ab Mitte 2017 an.

3. Einklang zwischen Kosten und Nutzen

Für den Einklang von Kosten und Nutzen wurden Vorgaben gemacht, welche Kundengruppen umzurüsten sind, welche Preisobergrenzen dort jeweils gelten sowie in welchem Zeitraum die Umrüstung erfolgen soll.

4. Datenschutz und technische Mindestanforderungen sicherstellen

Neue verbindliche Schutzprofile und technische Richtlinien für intelligente Zähler wurden entwickelt, um Datenschutz, Datensicherheit und Zusammenarbeit von Systemen zu gewährleisten.

Die Regelungen gelten als die anspruchvollsten in Europa. Insbesondere auch deshalb, weil durch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik festgelegt wurde, welcher Marktpartner (Energievertrieb, Netz, Messstellenbetreiber) wann auf welche Daten zugreifen darf und welche Entscheidungen über die Datennutzung bei Ihnen als Stromkunden liegen.

Okay, und was für einen Stromzähler bekomme ich nun? Und ab wann?

Bei folgenden Konstellationen ist der Einbau von intelligenten Zählern gesetzlich verpflichtet:

  • Strom-Bezug > 10.000 kWh/Jahr - ab 2017
  • Strom-Bezug > 6.000 bis 10.000 kWh/Jahr - ab 2020
  • Einspeiseanlagen > 7 bis 100 kW - ab 2017
  • Einspeiseanlagen > 100 kW - ab 2020
  • Unterbrechbare Verbrauchseinrichtungen z.B. Wärmepumpen, Nachtspeicherheizungen - ab 2017
  • Heizstromkunden

Alle anderen Kunden erhalten ab 2017 bei jedem Zählerwechsel - zum Beispiel im Rahmen eines Turnuswechsels - mindestens einen modernen Zähler. Sie möchten auch lieber von den zusätzlichen Vorteilen eines intelligenten Zählers profitieren? Dann kommen Sie einfach auf uns zu - wir beraten Sie gern.

Übrigens: Die Umrüstung erfolgt innerhalb eines Zeitraumes von 2017 - 2032. Schauen Sie sich dazu gern einmal unseren Schnelltest an.

Wer baut den neuen Zähler bei mir Zuhause ein?

Für den Wechsel - und auch für den Betrieb sowie die Ablesung - ist Ihr grundzuständiger Messstellenbetreiber verantwortlich.

In der Regel ist Ihr Messstellenbetreiber der Betreiber von Energieversorgungsnetzen, solange und soweit er seine Grundzuständigkeit für den Messstellenbetrieb nicht nach §§ 41, 43 Messstellenbetriebsgesetz (MsbG) auf ein anderes Unternehmen übertragen hat, oder jedes Unternehmen, das die Grundzuständigkeit für den Messstellenbetrieb nach § 43 MsbG übernommen hat.

Der grundzuständige Messstellenbetreiber ist also kraft Gesetzes zunächst der Anschlussnetzbetreiber und damit in der Regel der Verteilnetzbetreiber, in dessen Netz sich die jeweilige Messstelle befindet.

Es hat aber Vorteile, wenn Sie uns als Ihren wettbewerblichen Messstellenbetreiber beauftragen. Wir bieten Ihnen mehr Leistungen und Services bei zum Teil sogar geringeren Messentgelten!


Was kostet mich denn dieser ganze Zählerwechsel?

Das Messstellenbetriebsgesetz legt bundesweit einheitliche Preisobergrenzen für den Einbau und Betrieb fest. Die Preisobergrenzen sind dabei je nach Jahresverbrauch oder -einspeisung gestaffelt.

Für einen modernen Zähler beträgt die maximale Preisobergrenze beispielsweise 20,00 Euro/Jahr, während die Kosten für einen intelligenten Zähler wie in der folgenden Übersicht bei 100,00 Euro/Jahr (bei einem Pflichteinbau) beginnen:

Meh

Diese Kosten werden frühestens ab 1. Januar 2018 von uns an Sie weitergegeben. Der Gesetzgeber geht davon aus, dass die Kostenersparnis beim Stromverbrauch die höheren Zählerkosten ausgleichen wird.

Bitte beachten Sie dabei, dass Kosten für den Zähler (Messbetriebsentgelte) nicht neu sind. Sie zahlen bereits heute einen Preis für Ihren konventionellen Stromzähler - in der Regel 10 bis 20 Euro für einen Eintarif-Zähler pro Jahr.

Hinzu kommt, dass wir Ihnen als wettbewerblicher Messstellenbetreiber andere Preise beziehungsweise mehr Leistungen für das gleiche Geld bieten können.


Benötige ich einen neuen Stromvertrag, wenn ein neuer Zähler eingebaut wurde?

Sofern Sie uns als wettbewerblichen Messstellenbetreiber beauftragen wollen, wird ein zusätzlicher Vertrag über den Messstellenbetrieb mit uns abgeschlossen.

Nein, Sie benötigen keinen neuen Stromvertrag. Ihr aktueller Stromvertrag bleibt wie bisher inklusive Messstellenbetrieb durch den grundzuständigen Messstellenbetreiber bestehen. Der zu zahlende Preis für den Messstellenbetrieb mit dem neuen Zähler wird nach einer Preisanpassung separat auf Ihrer Rechnung ausgewiesen.

Und wer stellt mir diese Kosten in Rechnung?

Insgesamt gibt es hierfür zwei Varianten:

  • Sie schließen - in der Regel wie bisher - einen Stromliefervertrag inklusive des (grundzuständigen) Messstellenbetriebes direkt mit einem Stromversorger ab, zum Beispiel mit uns. Somit erhalten Sie von uns eine gemeinsame Rechnung für die Energielieferung und den Zähler.
  • Soweit kein All-inclusive-Vertrag mit einem Stromversorger oder ein separater Vertrag über den Messstellenbetrieb mit einem wettbewerblichen Messstellenbetreiber geschlossen wurde, wird der Vertrag über Messstellenbetrieb automatisch mit Energieentnahme von Ihnen direkt mit Ihrem grundzuständigen oder wettbewerblichen Messstellenbetreiber geschlossen. In diesem Fall erhalten Sie zwei Rechnungen. eine von E.ON über die Energielieferung und eine vom Messstellenbetreiber für den Zähler.

Wie setzt sich mein neuer Strompreis dann zusammen? Vorher habe ich auf meiner Abrechnung nur einen Grund- und Arbeitspreis gesehen.

Bisher enthielt Ihr Grundpreis den Preis für den Zähler (Entgelt für Messstellenbetrieb). Zukünftig wird dieser Preis  getrennt vom Grundpreis ausgewiesen. Sie finden also neben dem Grund- und Arbeitspreis einen zusätzlichen Posten auf Ihrer Rechnung für den Zählerpreis. Dieser separate Preis für den Messstellenbetrieb ist abhängig von der Art des Zählers.

Kann ich meinen alten Zähler nicht einfach behalten?

Nein, die deutsche Gesetzgebung hat sich bewusst gegen ein Ablehnungsrecht beim Einbau eines intelligenten Zählers entschieden.

Ihr zuständiger Messstellenbetreiber ist an geltendes Recht gebunden und daher verpflichtet, die neuen Zähler einzubauen, wenn bestimmte gesetzliche Voraussetzungen erfüllt sind, die im seit September 2016 geltenden Messstellenbetriebsgesetz geregelt sind.

Bei dem gesamten Thema unterstützen wir Sie dabei, das beste Angebot mit zusätzlichen Leistungen bei uns für Sie zu finden.

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