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Kühlschrank: Wie viel Strom (fr)isst er?

Kühlschrank: Wie viel Strom (fr)isst er?

26.05.2016
Liebe Leserinnen und Leser,

unser heutiges Thema dreht sich um den Kühlschrank.


Der Kühlschrank ist das Herzstück einer jeden Küche. Knurrt der Magen, ist er meist die erste Anlaufstelle. Er hält unsere Lebensmittel kühl und frisch. Der Kühlschrank ist für uns so selbstverständlich, dass wir gar nicht wahrnehmen, wie oft wir daraus pro Tag einen Leckerbissen entnehmen. Und wenn wir ganz ehrlich sind, denken wir beim Kühlschrank selten an den Energieverbrauch. Warum sollte man auch, man hat ja eh einen A+, A++ oder A+++ Kühlschrank gekauft und fühlt sich dabei wie Al Gore 2.0. Nun abgesehen von den verwirrenden Energieeffizienzklassen, ist der tatsächliche Stromverbrauch eines Kühlschranks stark vom Verbraucherverhalten abhängig.


Im Vergleich zu anderen elektrischen Geräten haben Kühlschränke eine geringe elektrische Leistung. Als Beispiel leisten Haarföhne um die 2000 Watt, während Kühlschränke je nach Größe zwischen 80 und 180 Watt haben. Das klingt erst einmal wenig, doch der Kühlschrank muss im Gegensatz zum Föhn 24 Stunden am Tag im Jahr seine Leistung erbringen, wodurch sich der Stromverbrauch deutlich summiert. Die Leistung eines Kühlschranks bezieht sich auf den Kompressor. Somit hängt der Energieverbrauch des Geräts nur von der Einschalthäufigkeit und Einschaltdauer dessen ab. Diesen Einschaltvorgang nehmen Sie dann als brummendes Geräusch war. Somit liegt es nicht nur im Interesse Ihres Geldbeutels, sondern auch im Interesse Ihres Gehörs, den Kühlschrank effizient zu bedienen.


Erster Ansatz dabei ist, den Kühlschrank nicht zu oft und vor allem nicht zu lange zu öffnen. Die abgekühlte Luft im Gerät tauscht sich nämlich mit der warmen Raumluft aus - diese muss wieder abgekühlt werden, wodurch sich der Kompressor einschaltet und Strom vom Netz zieht. Je kürzer der Kühlschrank offen ist, desto weniger Luft muss abgekühlt werden. Der Stromverbrauch ist aber nicht nur von der Dauer des Öffnens abhängig, sondern auch davon, was bzw. wie viel sich im Kühlschrank befindet. Gerade der Kühlschrank eines Studenten ist oft eher von Leere geprägt. Das hat den Vorteil, dass weniger Energie zum Abkühlen der Lebensmittel verwendet werden muss als bei vollgepacktem Kühlschrank. Wenn die Essensreserven erst einmal abgekühlt sind und der Kühlschrank weiterläuft, um die Temperatur konstant kalt zu halten, verbraucht ein voller Kühlschrank weniger Energie, da sich die kalten Lebensmittel zwar langsamer abkühlen als Luft, aber auch langsamer wieder erwärmen.


Ein geschlossener Kühlschrank mit bereits abgekühlten Lebensmitteln verbrauchte in unserer 10- minütigen Testphase nur 2 Wattstunden (hier schaltete sich der Kompressor nicht ein). Beim zweiten Testversuch öffneten wir den Kühlschrank für etwa eine Minute. Warme Luft strömte in den Kühlschrank, diese musste erst wieder abgekühlt werden. Dadurch begann der Kompressor zu arbeiten. Dieser lief ungefähr 30 Minuten und brauchte 100 Wattstunden. Zu sagen ist hierbei, dass unser Messungskühlschrank keinem A+ Gerät entspricht. Trotzdem gilt: Je kürzer Sie Ihre Kühlschranktür öffnen, desto seltener muss sich Ihr Kompressor einschalten, was natürlich Energie spart.


Es ist nicht immer klar zuzuordnen, warum sich der Kompressor einschaltet. Dies kann an zu hoher Umgebungsluft, Dichtheitsproblemen usw. liegen. So wird er auch nicht bei jedem 1-minütigen Brot belegen (während der Kühlschrank offen ist) anspringen, da er vielleicht gerade davor lief und dem Kühlschrank schon kalt genug ist. Doch er wird sich schneller wieder einschalten müssen. Geht man davon aus, dass der Kompressor einmal mehr am Tag wegen unnötig offengelassenen Kühlschranktür laufen muss und dies dreimal in der Woche passiert, können bei einem Mehrverbrauch von 94 Wattstunden (6 Wh in 30 Minuten ohne Kompressor, 100 Wh mit Kompressor) und einem Preis von 27 ct pro kWh, 40€ im Jahr gespart werden (bei älterem Kühlschrankmodell).


Weitere Ansätze um den Stromverbrauch des Kühlschranks zu senken sind:

  • Lokalität des Kühlschranks: Der Kühlschrank sollte nicht am Fenster stehen oder neben einem Herd. Je höher die Umgebungstemperatur desto mehr Wärme strömt in das Innere des Kühlschranks. Außerdem sollte das Lüftungsgitter auf der Rückseite des Kühlschranks wenige Zentimeter Abstand von der Wand halten.
  • Zustand des Dichtungsgummis: Schließt die Türe nicht richtig, kann ein Luftaustausch die Effizienz des Kühlschranks stark beeinträchtigen.
  • Abkühlen: Vor dem Aufbewahren des restlichen Mittagsessens im Kühlschrank sollte das noch warme Essen durch die Raumluft abgekühlt werden.
  • Temperatur: Ein Kühlschrank muss keine 4 °C haben. Schalten Sie den Kühlschrank auf hygienische 6 °C ein. Wenn Ihr Kühlschrank über keine digitale Temperaturanzeige verfügt, können Sie diesen mithilfe eines Thermometers einstellen.

Das wichtigste am Kühlschrank ist jedoch das, was drin ist. In diesem Sinne Guten Appetit und bis zum nächsten Ma(h)l.


Wir freuen uns schon über Ihre Kommentare und ihr Feedback,


das Team des Energiespar-Blogs.

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