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Hat Photovoltaik in Deutschland noch eine Zukunft?

Hat Photovoltaik in Deutschland noch eine Zukunft?

23.12.2015

Ergeben sich Perspektiven für die heimische Solarbranche? Worauf müssen Interessenten und Anbieter achten?

Die Antwort von E.ON Solar Experte Franco Gola auf die Fragen "Ist die Solarenergie in Deutschland tot?" Man könnte fast den Eindruck gewinnen.

Für Strom, den Eigenheimbesitzer mit einer heute installierten Photovoltaikanlage produzieren und ins öffentliche Netz einspeisen, bekommen sie nur noch ein Drittel dessen, was Anlagen an Vergütung erhalten, die vor 5 Jahren in Betrieb gingen - aktuell gut 12 ct/kWh; und selbst dieser Lohn sinkt für Neuanlagen augenblicklich jeden Monat weiter.

Dazu schafft der Gesetzgeber neue Herausforderungen für die Anlagenbetreiber, wie die Beteiligung an der EEG-Umlage, Mindestmengen für den Eigenverbrauch oder Ausschreibungs- und Direktvermarktungsregeln. Nach Jahren des hohen Zubaus hat sich 2013 und 2014  die Gesamtleistung neu installierter Photovoltaik-Anlagen in Deutschland jeweils halbiert. Auf vielen Dächern und auf Wiesen glänzen bereits Solarmodule, aber es kommen nicht mehr so viele wie früher hinzu.

Logisch, dass Hersteller und Händler aus der Solarbranche in Deutschland in Schwierigkeiten geraten und teilweise ihr Geschäft aufgeben mussten. Durch die jahrelange hohe Förderung des Staates ist Unsicherheit auf Seiten der Interessenten entstanden und eine Branche, die jetzt einen Weg in eine sonnige Zukunft sucht.

Bundesregierung plant auch in Zukunft mit Photovoltaik

Die Bundesregierung hat klare Ziele vor Augen. Bis 2050 sollen mindestens 80 %  unseres Stroms aus erneuerbaren Energien stammen. Heute liegt der Anteil bei rund 25 %. Mit den Ausbauplänen entspricht die Politik dem Wunsch der Bevölkerung nach umweltschonender und günstiger Energiegewinnung. Außerdem sollen der CO2-Ausstoß und die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern aus Drittstaaten verringert sowie die heimische Industrie gestärkt werden. Für das geplante Wachstum spielt die Erzeugung aus Sonnenkraft eine bedeutsame Rolle. Pro Jahr, so der Plan, sollen wenigstens 2,4 Gigawatt neue Photovoltaikleistung in Deutschland in Betrieb gehen. Das entspricht einem Marktvolumen von 2-3 Mrd. € oder anders ausgedrückt einer halben Million neuer Solaranlagen auf den Dächern deutscher Einfamilienhäuser. Wird das Ausbauziel der Regierung deutlich unterschritten, dann wird gegengesteuert, indem die monatliche Senkung des Einspeisevergütungssatzes den Anlagenbetreiber von ihrem Netzbetreiber erhalten, gestoppt und sogar umgekehrt wird.


Warum Sie künftig auf eine eigenen Solaranlage setzen sollten

Der wirtschaftliche Vorteil einer eigenen Solarstromanlage liegt heutzutage sowieso im Eigenverbrauch. Die Kosten der Stromerzeugung aus einer eigenen Photovoltaikanlage sind nur halb so hoch wie die Stromkosten, die Privathaushalte an Energieversorger bezahlen! Wer jetzt als Haus- oder Hallenbesitzer noch keine Photovoltaikanlage hat, ist also nicht zu spät dran, sondern kann weiterhin stark profitieren, durch Nutzung des Solarstroms im eigenen Haushalt bzw. im eigenen Unternehmen.

Selbst für jemanden, der bereits eine Photovoltaikanlage besitzt und den Strom ausschließlich ins öffentliche Stromnetz einspeist, für den lohnt sich meist die Erweiterung um eine eigenverbrauchsorientierte Anlage. Auch dass Besitzer größerer Solaranlagen sich seit Sommer 2014 an der EEG-Umlage beteiligen müssen, ändert nichts an der Rentabilität des Kraftwerks auf dem eigenen Dach.


Weltweite Nachfrage führt zu weiter sinkenden Kosten

Dass der Preis einer Photovoltaikanlage für Privat-und Gewerbekunden seit 2010 um mehr als 50 % gesunken ist, hat vor allem mit der bisher hohen Nachfrage aus Deutschland zu tun und dem Aufbau von riesigen Fertigungsstätten, insbesondere in Asien. Die Technik ist vom Nischen- zum Massenprodukt geworden. Das ist ein klarer Verdienst der deutschen Förderung im Erneuerbare-Energien-Gesetz und Mengeneffekten in der Produktion. Inzwischen haben uns bei der Kauflust jedoch andere Länder überholt. Der höchste Zubau lag 2013 und 2014 in Asien und den USA. Weltweit gibt es noch riesige Wachstumspotenziale, da die Rentabilität von Photovoltaik und das Umweltbewusstsein der Bevölkerung stark gestiegen sind. Die Entwicklung neuer Technologien, effizienterer Produkte und Fertigungsmethoden wird weitergehen und auch die Kosten dürften bei steigenden oder konstant hohen Mengen noch sinken. Hinzu kommen ergänzende Produkte zur Photovoltaikanlage wie Stromspeicher,
die gerade ihren Marktdurchbruch schaffen oder Visualisierungs- und Steuerungslösungen, die den Eigenverbrauch weiter erhöhen können.


Solaranlagen "made in Germany" und intensive Beratung sind gefragt

Obwohl die Produktion der Materialien außerhalb Deutschlands etwas günstiger ist, fragen uns viele Interessenten gezielt nach Solar-Produkten „Made in Germany“. Das Qualitätsversprechen und die versprochene Zuverlässigkeit sind für viele Interessenten bei einer langfristigen Investition wie in eine Photovoltaikanlage nach wie vor ausschlaggebend.

Bei uns Lösungsanbietern ist natürlich auch Engagement gefragt. Die Beratungsintensität hat zugenommen. War früher eine Photovoltaikanlage für heimische Hausbesitzer und Gewerbetreibende vor allem eine Geldanlage mit sprudelnden Gewinnen, so sind heute immer eine Gesamtenergiebetrachtung und individuelle Angebote beim Kunden gefragt.

In der Beratung liegen die Chancen insbesondere bei Energieversorgungsunternehmen, deren Kompetenz bei dezentralen Kleinkraftwerkslösungen, der Vermarktung beim Ankauf überschüssiger Energie und der Reststromversorgung liegen. Energieversorger kennen den Energiebedarf und die Strompreise ihrer Kunden oft seit Jahren und können gezielt ein Angebot legen. Außerdem haben sie eher die Möglichkeit eigene Qualitätsprüfungen durchzuführen und -standards zu setzen.


Serviceleistungen rund um Bestandsanlagen nehmen zu

Den jährlich geplanten 2,4 - 2,6 Gigawatt neuer Photovoltaik in Deutschland stehen 2015 inzwischen über 38 Gigawatt bestehende PV-Leistung gegenüber. In der Pflege, Wartung und Nachrüstung bereits existierender Photovoltaikanlagen liegt ein attraktiver Geschäftszweig für viele in der Branche. Viele Anlagen wurden vor einigen Jahren unter Zeitdruck errichtet, um durch die Inbetriebnahme vor einem bestimmten Stichtag noch ein höheren Einspeisevergütungssatz zu sichern.

Experten schätzen, dass etwa jede zweite Photovoltaikanlage in Deutschland mangelbehaftet ist und nicht das leistet, was sie könnte.

Die Kundennachfrage nach Service-, Wartungs- und Fernüberwachungsangeboten steigt daher stetig.

Zusammengefasst lässt sich sagen, Photovoltaik hat längst einen Platz in der deutschen Energielandschaft gefunden. Der Weg ist aber noch lange nicht zu Ende. Der Eigenverbrauch von selbst erzeugtem Solarstrom rentiert sich für viele Anlagenbetreiber. Durch sinkende Herstellungskosten, neue Produkte und Angebote für Bestandsanlagen ergeben sich Marktchancen für eine sich neu orientierende Branche.

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