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Volle Power oder halbe Leistung- wie sauge ich eigentlich richtig (effizient)?

Sehr geehrte Leserinnen und Leser,

wir, Matthias und Marius, freuen uns sehr Ihnen heute unseren ersten Beitrag präsentieren zu dürfen!

Wir befassen uns heute mit staubsaugen.

Dabei wollen wir der alten Volksweisheit „Je mehr Leistung, desto sauberer“ auf den Grund gehen und potentielle Einsparungen für Geldbeutel und Klima ermitteln. 

Im Schnitt saugt jeder deutsche Haushalt ein Mal pro Woche, das entspricht 52 Mal saugen pro Jahr. Ganz Deutschland saugt demnach ca. 2,1 Milliarden Mal im Jahr – Einsparmöglichkeiten wären daher energiewirtschaftlich gesehen nicht unerheblich! Natürlich widerspricht es dem studentischen Naturell, aus Staubsaugen eine Wissenschaft zu machen, allerdings kommt irgendwann immer der Zeitpunkt, an dem man den inneren Schweinehund überwinden muss.

Und das kam so…

Die letzte WG-Party hat ihre Spuren hinterlassen. Trotz Kater und kurzer Nacht war der Zustand der Wohnung letztendlich schockierend genug um tätig zu werden. Chipsbrösel, Kronkorken und sonstiger Dreck waren überall im Wohnzimmer verteilt. Also: Staubsauger her und los! Gemäß der Volksweisheit „Je mehr Leistung desto sauberer“ stellt Marius den Staubsauger auf Maximalstufe – 1800W. Nach kurzer Zeit fragt Matthias gequält nach, ob es nicht möglich wäre, etwas leiser zu staubsaugen. Gesagt getan – die Leistung wurde auf akustisch erträgliche 800W reduziert. Erstaunlicherweise konnten die beiden keinen sichtbaren Unterschied bezüglich des Saugerfolgs feststellen! 

Im Rahmen unserer Fallstudie bekamen wir nun die Gelegenheit diesen Sachverhalt näher zu untersuchen und potentielle Einsparmöglichkeiten zu ermitteln: Ziel war, festzustellen, ob mit geringerer Saugleistung eine vergleichbare Sauberkeit in derselben Zeit erreicht werden kann. Betrachtet wurden drei Leistungsstufen (1700W, 800W und 220W) auf Teppichboden und Parkett. In Zusammenarbeit mit dem Wirtschafts-Ingenieur-Labor der FH Kufstein Tirol wurde ein mobiler Messkoffer organisiert. Mittels eines speziellen Programms konnten Datensätze der Saugleistung des Staubsaugers über einstellbare Zeitintervalle in Excel dokumentiert werden. Mithilfe dieser Daten konnte der Stromverbrauch  in der jeweils benötigten Saugzeit berechnet werden.

Die Ergebnisse lauten wie folgt: 

Wie im Diagramm zu sehen ist, braucht man zum saugen eines 1m x 2m Teppichs bei 800W nur vier Sekunden länger als bei 1700W, man spart aber knapp die Hälfte des Stromverbrauchs ein! 

Mit der 220W-Einstellung benötigt man ca. die doppelte Zeit bei knapp einem Viertel des Stromverbrauchs. 

Bezüglich saugens auf Parkett (1m x 2m) lassen sich nahezu identische Erkenntnisse gewinnen: Die Saugzeiten für 800W und 1700W unterscheiden sich wieder nur gering, wobei der Energieverbrauch erneut auf knapp die Hälfte sinkt. Bei 220W lässt sich lediglich ein Drittel der Energie bei mehr als verdoppelter Saugzeit einsparen. 

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass beim Staubsaugen mit 800W kein Qualitätsverlust bezüglich Sauberkeit entsteht. Der nahezu halbierte Stromverbrauch lässt darüber hinwegsehen, dass ein paar Sekunden mehr benötigt werden. Die niedrigste Stufe mit 220W ist nicht zu empfehlen, da es zu einem erheblichen zeitlichen Mehraufwand kommt, der besonders bei größeren Flächen ins Gewicht fällt. Zusätzlich sind Langhaarteppiche nur mit großem Aufwand zu reinigen und ohne die „UFO-Technik“ (mit dem Saugkopf knapp über der Zielfläche schweben) ist reinigen aussichtslos.

Ergo: 800W ist zum Staubsaugen vollkommen ausreichend!

Eine höhere Watt-Zahl wird nicht benötigt, es tritt kein Komfortverlust auf! Wenn jeder Haushalt in Deutschland sich diesen Tipp zu Herzen nimmt, können ca. 2,8 Millionen Tonnen CO2 eingespart werden. Das entspricht dem CO2-Ausstoß von 1,8 Millionen Autos im Jahr! Auf den einzelnen Haushalt heruntergebrochen, können außerdem ca. 20 € pro Jahr an Energiekosten eingespart werden- was in Naturalien zufällig einem Kasten Bier entspricht

Wir freuen uns schon über Ihre Kommentare und ihr Feedback. Nächste Woche geht es weiter, bis dahin verbleibt mit freundlichen Grüßen,

das Team des Energiespar-Blogs

  

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Mathias und Marius
Marius und Matthias studieren seit 2014 „Europäische Energiewirtschaft“ an der FH Kufstein Tirol und wohnen gemeinsam in einer WG. Beim wöchentlichen Putzen ist den beiden aufgefallen, dass so mancher Rat von „Mutti“ gut gemeint, aber nicht zwingend erforderlich ist.
1 Kommentar
2016-04-19T10:07:54Z
  • Gelöschter Nutzer
  • Dienstag, 19.04.2016 um 12:07 Uhr
Total spannend! Konnte mir nicht vorstellen, dass hinter dem Staubsauger so viel Energiespar-Potenzial steckt! Als Tipp: die Ergebnisse aus dem Teil Ergo grafisch darstellen

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    😄