EnEV 2017 mit Blick auf die Wohnungs- und Immobilienwirtschaft
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Auf dem Weg zur EnEV 2017

Dr. Peter Hettenbach

EnEV 2017

„Eine erhebliche Vereinfachung“

Seit Anfang 2016 gelten im Rahmen der Energieeinsparverordnung (EnEV) 2014 schärfere Anforderungen an Energieverbrauch und Dämmung von Wohngebäuden. Während die Immobilienwirtschaft noch mit der Umsetzung beschäftigt ist, werden in Berlin bereits neue Vorschriften erarbeitet. Dr. Peter Hettenbach, Vorsitzender des Forschungsnetzwerks für Immobilienökonomie in der Kommune und der Wohnungswirtschaft (Ikowo), über die Folgen für die Branche.

Herr Hettenbach, welche konkreten Folgen hat die geplante Zusammenführung von Energieeinsparungs-Gesetz (EnEG), Energieeinsparverordnung (EnEV) und Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG) für Eigentümer größerer Wohnanlagen?



Hettenbach: Wir rechnen mit einer erheblichen Vereinfachung. Das derzeitige Nebeneinander verschiedener Vorschriften führt in der Praxis zu Problemen. Es sind teilweise doppelte Nachweise und Berechnungen erforderlich, für die unterschiedliche Maßstäbe und Kenngrößen herangezogen werden.

Mit Strom betriebene Heizungen schneiden bei der Berechnung des Primärenergiebedarfs seit Januar günstiger ab als vorher. Wird diese Entwicklung in der nächsten EnEV fortgeschrieben?



Hettenbach: Das hängt vor allem vom Ergebnis ab, zu dem die Initiative der Europäischen Kommission für eine Neugestaltung des Strommarkts in diesem Jahr kommt. Strom kann die Energiebilanz von Gebäuden stark verbessern – wenn er aus regenerativen Quellen stammt.

Neuerdings müssen Immobilieneigentümer bei Verkauf und Vermietung im Energieausweis auch die Effizienzklasse A+ bis H angeben. Hat sich diese Maßnahme bewährt?



Hettenbach: Nein, gerade im Segment günstiger Wohnungen achten Interessenten zuallererst auf die Höhe der Grund-miete. Wie hoch die Nebenkosten sind, merken sie meist erst bei der ersten Abrechnung – und versuchen dann über günstigere Energielieferverträge ihre monatliche Belastung zu senken.

Wie gut erfüllt die Wohnungswirtschaft die bisherigen EnEV-Vorschriften?

Hettenbach: Professionelle Vermieter erfüllen unserer Erfahrung nach die Vorschriften recht umfassend. Im Gegensatz dazu tun sich viele Wohneigentümer-Gemeinschaften schwer. Wir erwarten, dass im Zuge der Novellierung die Kontrollen verschärft werden, etwa durch Schornsteinfeger oder Sachverständige.

Von der Wärmeschutzverordnung zur EnEV 2014

Die EnEV soll dazu beitragen, „dass die energiepolitischen Ziele der Bundesregierung, insbesondere ein nahezu klimaneutraler Gebäudebestand bis zum Jahr 2050, erreicht werden“. Ein Überblick der bisherigen Regelungen:

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