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Das Ende der Zeitumstellung naht: 4 Tipps, bis sie abgeschafft wird

4 Tipps für eine sanfte Zeitumstellung 2017

Eine große Mehrheit der EU-Bürger ist für eine Abschaffung der Zeitumstellung. Mit unseren Tipps überstehen Sie die letzten Wechsel zwischen Sommerzeit und Winterzeit.

Bis auf weiteres müssen wir die Uhren im Sommer eine Stunde vor- und im Winter eine Stunde zurückstellen. Das nächste Mal am 28. Oktober 2018. Das bedeutet zwar eine Stunde mehr Schlaf, aber auch den klassischen Zeitumstellungs-Jet-Lag: Ein Großteil der Deutschen kommt aus dem Rhythmus, kann nicht mehr so gut schlafen und ist sogar gesundheitlich angeschlagen. Die Forderungen, die Zeitumstellung abzuschaffen, wurden daher immer lauter. Das Ergebnis einer Online-Umfrage, in Auftrag gegeben durch die EU-Kommission, zeigt es schwarz auf weiß: 84 Prozent der teilnehmenden EU-Bürger sprachen sich für eine Abschaffung der Zeitumstellung aus. Vor allem die Deutschen beteiligten sich mit großem Interesse. Die Mehrheit der rund drei Millionen Teilnehmer aus Deutschland fand, der Wechsel zwischen Sommerzeit und Winterzeit sollte abgeschafft werden. Diesen hält der Großteil laut einer E.ON-Umfrage nämlich nicht nur für nervig, sondern auch für ziemlich überflüssig.

Jahr des Lichts - Melanie Schmid-Berwang

Warum wurde die Zeitumstellung eingeführt?

Die allererste Zeitumstellung in Deutschland gab es 1980. Die Idee dahinter war, das Tageslicht besser nutzen zu können, um somit auch Energiekosten einzusparen. Heute weiß man, dass das Vorgehen nicht zu der erwünschten Energieeinsparung geführt hat. Denn die größten Stromfresser im Haushalt, zum Beispiel Kühlschrank, Backofen und Waschmaschine, arbeiten völlig unabhängig von der Jahres- und Tageszeit. Wer wirklich Strom sparen möchte, sollte sich ganz individuell anschauen, wie und wann er Strom verbraucht, und sein Verhalten entsprechend ändern. In Europa machten trotzdem fast alle Länder mit bei der Zeitumstellung, aber erst seit 1996 zu einem einheitlichen Zeitpunkt. Davor stellte jedes Land zu seinem eigenen Datum um – Zeitchaos vor allem bei Reisen inklusive. Einige, wie zum Beispiel Russland und die Türkei, haben die Zeitumstellung inzwischen wieder aufgegeben. Wobei die Russen seit 2014 in der Winterzeit, also der ursprünglichen Normalzeit, die Türken dagegen seit 2016 in der Sommerzeit geblieben sind. 

Zeitumstellung abschaffen - ja oder nein?

Nein: Kurze Abende im Sommer oder Dunkelheit im Winter

Wenn wir einmal jährlich die Uhren auf Sommerzeit umstellen, hat das eine besonders angenehme Folge: Die Sonne geht später unter und beschert uns zahlreiche laue Sommerabende. Wer würde darauf schon gerne verzichten? Bei einer Abschaffung der Zeitumstellung könnte ganzjährlich entweder die Sommerzeit oder die Winterzeit beibehalten werden.

  • Bekämen wir eine durchgängige Sommerzeit, blieben uns lange Sommerabende erhalten. Das hätte allerdings zur Konsequenz, dass es im Winter morgens erst nach 9.30 Uhr hell würde – dunkle Morgenstunden in Büro und Klassenzimmer inklusive.
  • Im Falle einer dauerhaften Winterzeit würde in den kalten Monaten zwar alles beim Alten bleiben. Im Sommer ginge die Sonne dann allerdings noch vor 4.00 Uhr morgens auf und abends wäre es deutlich früher dunkel als uns lieb ist.

Ja: Zeitumstellung spart keine Energie

Energiesparen durch Drehen an der Uhr? Dass dieser Plan nicht aufgeht, zeigt auch eine Umfrage von E.ON unter Unternehmern in Deutschland. Statt Energieeinsparungen erleben 42 Prozent der Befragten einen glatten Energieverlust, und zwar bei der Leistungsfähigkeit ihrer Mitarbeiter. Hinzu kommt, dass durch die Umstellung im Sommer abends zwar weniger Strom benötigt wird. Diesen Effekt macht ein hoher Heizbedarf in Frühjahr und Herbst jedoch wieder wett.

Ja: Weniger Stress für die innere Uhr

Das Zurückstellen der Uhr bringt den Biorhythmus zweimal im Jahr gehörig durcheinander, man fühlt sich schlapp und ist unkonzentriert. Zwei Fünftel der Deutschen vergessen auch schon mal, die Uhr umzustellen, oder drehen den Zeiger glatt in die falsche Richtung. Dass unsere innere Uhr häufig etwas Zeit braucht, um sich an den Wechsel anzupassen, ist dabei nicht ungefährlich. So treten während der Umstellung auf die Sommerzeit vermehrt Unfälle und Herzinfarkte auf. Auch die Suizidrate ist in diesem Zeitraum erhöht.

Alles halb so wild – mit diesen Tricks klappt die Umstellung

So anstrengend und umstritten das Drehen an der Uhr auch sein mag: Ob es uns in den nächsten Jahren erspart bleibt, die Zeit umzustellen, steht noch nicht fest. Entscheidend ist nach dem Ergebnis der Umfrage, wie das EU-Parlament und die EU-Staaten einen Gesetzesvorschlag der EU-Kommission beurteilen. Frühestens im Jahr 2020 können wir auf eine endgültige Abschaffung hoffen. Bis dahin: Nicht verzagen! Wer sich mit unseren Tipps richtig vorbereitet, muss sich von einer Stunde mehr oder weniger Schlaf nicht abschrecken lassen.

Mit diesen 4 Tricks starten Sie erholt in die Winterzeit 2018

  1. Eselsbrücken und digitale Helferlein
     
    Es gibt diverse Eselsbrücken, mit denen man sich angeblich merken kann, wann die Uhrzeit wie umgestellt wird. Die einen schlagen Analogien zu den Gartenmöbeln (im Frühjahr VOR die Tür, im Herbst ZURÜCK in den Schuppen), andere machen’s mathematisch (2-3-2 Regel: Von 2 Uhr vor auf 3 Uhr und dann wieder zurück auf 2 Uhr). Unser persönlicher Favorit ist ein Wortspiel aus England: Spring forward, fall back. Was aber tun, wenn man mit Gartenmöbeln, Mathe und Englisch nichts am Hut hat? Dann orientiert man sich am besten an seinem Smartphone. Die kleinen Alltagsbegleiter machen, so wie auch Funkuhren, die Umstellung um ein Vielfaches einfacher: Sie passen die Zeit um Punkt 03:00 Uhr nachts automatisch an und wecken somit, trotz einer Stunde mehr oder weniger Schlaf, pünktlich zum gewünschten Zeitpunkt.  

  2. Spät ins Bett gehen
     
    Um sich gut auf die Winterzeit einzustellen hilft es, bereits ein paar Tage vor der Umstellung jeden Tag immer eine Viertelstunde später ins Bett zugehen und den Körper so langsam an die neue Schlafenszeit zu gewöhnen. Bei der Umstellung auf die Sommerzeit machen Sie dann einfach genau das Gegenteil. 

  3. Genug Licht

    Licht hat einen großen Einfluss auf die innere Uhr: Um diese mit Hilfe von Beleuchtung zu beeinflussen, hilft schon ein recht später Spaziergang am Abend, solange es aber noch hell ist. Das natürliche Licht am Abend verzögert das Eintreten der Müdigkeit und hält einen länger wach, so dass man ohne Probleme etwas später ins Bett gehen kann. Künstlich kann dieser Effekt mit sogenannten Tageslichtleuchten auch zuhause erzeugt werden. Den Kinobesuch oder das Candlelight Dinner sollte man kurz vor der Zeitumstellung übrigens verschieben, da sie genau das Gegenteil bewirken können.
     
  4. Das Richtige auf dem Tisch
     
    Auch unserer Ernährungsgewohnheiten beeinflussen unser Zeitgefühl. Gerade beim Abendessen sind üppige Mahlzeiten eher kontraproduktiv: Ein zu voller Bauch kann das Einschlafen noch schwieriger machen und für einen unruhigeren Schlaf sorgen. Kaffee und Alkohol sollten, besonders in den Abendstunden, nicht die erste Wahl sein. Gute Alternativen, die eine erholsame Nacht fördern, sind Tees aus Hopfen, Baldrian oder Melisse, sowie heiße Milch mit Honig.

So oder so werden sich auch nach der Zeitumstellung die Welt und alle Uhren wie gewohnt weiterdrehen. Machen Sie also das Beste daraus und nutzen Sie die geschenkte Stunde für mehr Schlaf, wilde Partys oder eine romantische Stunde Sternegucken. Im März wird sie uns dann ja früh genug wieder geklaut.

 

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