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Wohnen der Zukunft

Mit dem Smartphone steuern wir in Zukunft unser Smart Home

Wenn Häuser intelligent werden

Werden wir uns eines Tages in unseren eigenen vier Wänden nur noch zurücklehnen – und den Rest erledigen smarte, elektronische Geräte für uns? Nie mehr selbst kochen oder putzen? Wir haben mit einer Trendforscherin über die Vor- und Nachteile von Smart Home gesprochen, zeigen auf, welche intelligenten Geräte es bereits heute schon gibt und fragen uns: Wie vernetzt sollte die Wohnung der Zukunft sein?

Der Begriff Smart Home ist in aller Munde – doch was steckt genau hinter dem Trend? Was versteht man darunter? „Im Standardgebrauch“, erklärt Oona Horx-Strathern, Trendforscherin und CEO des Zukunftsinstituts, meint der Begriff schlicht: „die Vollautomatisierung des Wohnens“. Oder wie es ein Entwickler formulieren würde: die mittels Smart-Home-Technologie in sich selbst und nach außen vernetzte Wohnung. Die smarten Geräte sollen vor allem die Lebens- und Wohnqualität erhöhen, die Sicherheit steigern und für mehr Energieeffizienz im Haus sorgen.

"Smarte Geräte erhöhen die Lebens- und Wohnqualität, steigern die Sicherheit und sorgen für mehr Energieeffizienz im Haus."

Intelligent Energie sparen im Alltag: Bereits heute Realität

All das klingt durchaus erstrebenswert und ist dank innovativer Entwicklungen und hochwertiger Geräte in vielen Fällen schon heute Realität. Smart Meter zum Beispiel, die intelligenten Stromzähler, können über ein Gateway den realen Energieverbrauch per Datenübertragung an den Energieanbieter schicken. Das Gateway ermöglicht die Datenübertragung auch in die entgegengesetzte Richtung – das System kann also auch Signale empfangen. Auf diese Weise können elektrische Geräte in einem Smart Home automatisch an- oder ausgeschaltet werden. Das kann dann sinnvoll sein, wenn Strom zu manchen Tageszeiten günstiger angeboten wird als zu anderen. Ein weiteres Beispiel sind Heizungen, die mithilfe einer Smartphone-App gesteuert werden können. Die Anlage arbeitet nur dann, wenn sie wirklich gebraucht wird. Energiesparen ist dank intelligenter Technik also durchaus möglich. Was aber ist mit der Wohnqualität und der Sicherheit?

Ihr zu Hause immer im Griff

Smart wohnen in jeder Hinsicht

Von kleinen Alltagshelfern wie Saugrobotern über eine smarte Haustür, die mittels Smartphone geöffnet wird, oder den Briefkasten, der eine Nachricht sendet, sobald ein Brief ankommt, gibt es unzählige Anwendungsgebiete in diesem Bereich. Die Licht- oder Jalousiesteuerung mittels App auf dem Handy, die sprachgesteuerte Espressomaschine oder der sich selbst organisierende Kühlschrank sind die klassischen Beispiele. Fast schon alltäglich sind Smartphone-Apps etwa für junge Eltern, die sich lieber auf ihr Telefon als auf das Babyphon verlassen möchten. Einer der neuesten Trends ist ein smarter Kochtisch, der je nach Bedarf als Induktionsherd oder als Zubereitungsfläche fungiert. Eine über dem Tisch angebrachte Kamera erkennt, wenn ein Topf oder eine Pfanne aufgestellt wird, und erhitzt sich genau an dieser Stelle in der passenden Temperatur. Der restliche Bereich dient als Ablage- und Zubereitungsfläche – oder ganz analog als Esstisch.

Das Ziel: Ein Smart Home, das lernt

Die Vision der Entwickler: Die gesamte Wohnumgebung im Smart Home soll sich den Bedürfnissen und Gewohnheiten der Menschen anpassen. Das heißt mit anderen Worten, die Geräte lernen. Wenn sich beispielsweise aus der täglichen Morgenroutine schließen lässt, dass das Frühstücksei genau fünf Minuten im Wasser köcheln soll, eignet sich der smarte Begleiter diese Information an. Einzelne Module zur Spracherkennung können bereits heute bis zu fünf verschiedene Stimmen unterscheiden und einem Set an Präferenzen zuordnen. Einige Trends gehen aber sogar schon deutlich über smarte Geräte hinaus. Speerspitze der Entwicklung ist ein unter die Haut implantierter Chip, der den Besitzer einer Wohnung ausweisen kann und der Tür quasi grünes Licht gibt – so kann nur der Eigentümer seine Wohnung betreten. Noch nicht wirklich alltagstauglich, aber immerhin schon erhältlich. Hausschlüssel vergessen war gestern...

Wo sollten die Grenzen von Smart Home sein?

Doch brauchen wir das? Wollen wir wirklich mit einem Chip unter der Haut die Haustür öffnen oder einem intelligenten Gerät die durchaus kreative und sinnliche Tätigkeit des Kochens überlassen? Müssen wir der Kaffeemaschine per Sprachsteuerung den Hinweis geben, dass wir einen Espresso möchten? Die Trendforscherin Oona Horx-Strathern betrachtet das Potpourri an Möglichkeiten mit einiger Skepsis. „Wenn wir etwas schaffen, dann leuchten die Neuronen in unserem Kopf“, sagt sie. Dopamin werde ausgeschüttet, ein Gefühl von Glück und Zufriedenheit stelle sich ein. „Der Widerstand, eine Herausforderung zum Beispiel beim Kochen zu meistern – das hilft der menschlichen Entwicklung. Wir wachsen dadurch. Und wenn alles die Technologie macht, dann fehlt uns das. Dann bedeutet diese Technologie eine freiwillige Entmachtung.“

Ein junges Paar steuert über das Smartphone sein Smart Home

Sie plädiert dafür, die Technik sehr wachsam zu betrachten und mit klarem Verstand zu unterteilen. In Dinge, die unser Leben wirklich verbessern, und in solche, die von uns ein zusätzliches Maß an Aufmerksamkeit, an Zuwendung verlangen. „Viele dieser Geräte, etwa ein intelligenter Kühlschrank, brauchen Aufmerksamkeit. Das lenkt uns ab von unserer ursprünglichen Funktion zu Hause. Der Funktion, mit Menschen – mit unseren Partnern und der Familie – zu kommunizieren statt mit Geräten.“ Stichwort: Smartphone. Nützlich, durchaus, aber auch mit einem nicht zu unterschätzenden Suchtpotenzial verbunden.

"Wenn alles die Technologie macht, bedeutet das eine freiwillige Entmachtung."

Der Einfluss Smart Home auf Beziehungen

Es gibt in der sozialpsychologischen Forschung bereits ein Syndrom, das die Disruption einer Beziehung durch einen dritten – technischen – Ansprechpartner thematisiert: das Camilla-Syndrom. Der Name bezieht sich auf die Situation der vor 20 Jahren verstorbenen Prinzessin Diana, die ihre Ehe mit Prinz Charles als dauerhafte Dreierbeziehung erlebt hatte: der Gatte Charles, sie selbst und die Nebenbuhlerin Camilla Parker-Bowles. Google Alexa, Amazon Echo oder Apple Home führten in einigen Beziehungen bereits zu ganz ähnlichen Erlebnissen. „Leute fangen an, mit elektronischen Geräten zu sprechen“, sagt Horx-Strathern. „Das kann innerhalb einer Familiensituation dazu führen, dass sich andere ausgeschlossen fühlen. So schaffen diese Geräte eine neue Dynamik zu Hause, obwohl sie nur eine elektronische Stimme sind.“

Smart Home sinnvoll: Ja oder nein?

Ist Smart Home also ein Irrweg? „Nein“, sagt Horx-Strathern vom Zukunftsinstitut. Die Technologie habe durchaus Vorteile. In den Bereichen der Energieeinsparung oder der kommunikativen Vernetzung. Man müsse aber stets im Hinterkopf haben, dass wir noch am Anfang stehen. „Wir haben noch nicht die richtigen Sozialtechniken erlernt.“ Deshalb sei es umso wichtiger, den Nutzen vieler Geräte zu hinterfragen. Positive Beispiele gebe es ja schließlich auch. Das intelligente Thermostat von tado° ist ein gutes Beispiel für ein Produkt, das sich ganz einfach an den vorhandenen Heizkörper montieren lässt und auf Basis von aktuellen Wetterdaten eigenständig die Heizung reguliert und so beim energieeffizienten Heizen hilft. Was die Trendforscherin besonders angesprochen hat, sind die Bildschirme. Statt schwarzer Screens, die aussehen wie Control-Panels, würden nun Bildschirme verwendet, die aussehen wie Aquarelle. „Das sieht nicht aus wie ein Bildschirm, auf den man immer starren muss, auf den man immer reagieren muss. Da läuft viel mehr im Hintergrund. Solche Geräte sind visuell sehr entlastend und auch technologisch sinnvoll.“

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