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E-Mobilität setzt an zum Höhenflug

E-Mobilität setzt an zum Höhenflug

Autonom fliegende Drohnen sind keine Vision mehr – in Dubai haben sie bereits den Betrieb aufgenommen

Die Elektromobilität hebt ab – im wahrsten Sinn des Wortes. Start-ups und Tech-Konzerne bauen Fahrzeuge, die nicht nur selbstständig fahren, sondern auch autonom fliegen können. Was nach Zukunft klingt, ist bereits Realität. In Dubai haben im Juli autonom fliegende Taxidrohnen den Betrieb aufgenommen.

Ein Flughafen südlich von München an einem warmen, sonnigen Tag. Auf der Startbahn steht der Prototyp der Firma Lilium. Eine weiße, etwa zwei Meter lange Carbon-Kapsel, die ein wenig an die Kabine eines Segelfliegers erinnert. Am hinteren Ende ragen zwei Tragflächen heraus. Eine Gruppe von Technikern steht hochkonzentriert vor ihren Kontrollgeräten neben der Startbahn. Die Spannung ist mit Händen zu greifen – dann hebt das Gefährt ab.

Senkrecht steigt es in die Luft, gewinnt an Höhe, nimmt gemächlich Geschwindigkeit auf und gleitet in einer eleganten Kurve über das Rollfeld. Nach wenigen Minuten setzt das Fluggerät wieder sanft auf der Stelle auf, an der es seinen Flug begonnen hat. Die Ingenieure liegen sich in den Armen – der Lilium Jet, der weltweit erste elektrisch angetriebene Senkrechtstarter, hat seinen Jungfernflug erfolgreich absolviert.

Die Drohne Lilium Jet im Anflug

Der Lilium Jet ist ein leiser elektrisch betriebener Senkrechtstarter, der theoretisch von jedem Vorgarten aus in die Luft gehen kann. Er soll Menschen schon in naher Zukunft als autonom fliegendes Taxi ans Ziel bringen. Kunden bestellen den Jet via Handy-App, steigen ein, geben die Route ein, den Rest erledigt eine Steuerungszentrale am Boden. Das Ultraleichtflugzeug wird von 36 kleinen Elektrotriebwerken an den Flügelklappen und den schwenkbaren Tragflächen angetrieben. Sie beschleunigen den Jet auf bis zu 300 Stundenkilometer. „Zu sehen, wie der Lilium Jet abhebt und komplizierte Manöver mit einer solchen Leichtigkeit fliegt, ist fantastisch“, sagt Lilium-Gründer und CEO Daniel Wiegand. „Wir haben einige der kniffligsten Herausforderungen der Luftfahrt-Ingenieurwissenschaft gelöst, um an diesen Punkt zu gelangen.“

Der Punkt, von dem der Geschäftsführer des Start-ups aus einem kleinen Örtchen westlich von München spricht, ist nichts weniger als eine Revolution in der Mobilitätsgeschichte. Autos verlassen die Straßen. Der Traum vom Fliegen rückt in greifbare Nähe. „Das ist der gleiche Sprung wie damals vom Fahrrad aufs Auto. Und dieser Sprung hat die Welt verändert.“ Rund ein Dutzend Unternehmen weltweit arbeiten derzeit an der Marktreife autonom fliegender Taxis – ob in Bayern, in China oder im Silicon Valley. Investoren steigen mit Millionensummen in das Segment ein. Google, Skype, die ESA, sogar das Taxi-Unternehmen Uber – sie alle entwickeln derzeit autonom fliegende Drohnen zur Personenbeförderung.

Die Passagierdrohne von Ehang im Anflug

Was klingt wie wilde Visionen eines Science-Fiction-Autors, ist in den Vereinigten Arabischen Emiraten bereits Realität. Im Emirat Dubai haben im Juli autonome Flugtaxis den Betrieb aufgenommen. Das Emirat setzt auf die Passagier-Drohnen des chinesischen Herstellers Ehang. Die Ehang 184 kann bis zu 100 Kilogramm Zuladung rund 50 Kilometer weit transportieren. Sie erreicht eine Flughöhe von mehreren Hundert Metern und wird 160 Stundenkilometer schnell. Die Regierung des Emirats hat angekündigt, dass bis zum Jahr 2030 rund 25 Prozent aller innerstädtischen Strecken mit den autonomen AAV aus dem Hause Ehang zurückgelegt werden sollen.

Ganz so weit ist die Entwicklung der autonomen AAV (Autonomous Aerial Vehicles) hierzulande noch nicht, doch autonom fliegende Drohnen haben die Nische der Visionäre und Freaks längst verlassen. Dass ein arriviertes Unternehmen wie Airbus, das Seriosität in der Luftfahrt in seiner DNA trägt, auf dem Genfer Autosalon 2017 sein fliegendes Taxi „Pop.Up“ vorgestellt hat, hat dem Thema zusätzliche Relevanz verliehen.

Jungfernfahrt unter Strom

Ein Gentleman genießt und schweigt. Zum Glück ist unser Autor keiner und berichtet ausführlich über die erste Fahrt mit einem E-Auto. Eine Kolumne von Max Reich.

Doch so verlockend die Vorstellung vom Fliegen für jedermann auch sein mag – in Deutschland haben die AAV noch die eine oder andere Hürde zu überfliegen. Allen voran die grundsätzliche Frage, ob autonome Flugzeuge im dichten und sehr streng reglementierten Luftraum über Deutschland eine Chance auf die Zulassung durch das Luftfahrtbundesamt haben. Ganz leicht wird sich der Traum vom Fliegen aber nicht mehr vom Tisch wischen lassen, auch wenn die fliegenden E-Mobile derzeit noch mit denselben Limitierungen kämpfen wie die fahrenden: Reichweite, Akkukapazitäten, Ladeinfrastruktur – die Fragen stellen sich auf der Straße und in der Luft gleichermaßen. Doch die Zukunft hat begonnen. Die ersten Autos haben den Boden verlassen.

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