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Smart Meter Pflicht in Deutschland

Mann bedient Tablet

Die Smart Meter Pflicht wurde im November 2015 beschlossen. Ziel ist es, mithilfe der intelligenten Stromzähler die Energiewende zu ermöglichen, CO2-Emissionen zu reduzieren und so einen entscheidenden Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Doch was ändert sich für Verbraucher? Wir haben die wichtigsten Infos für Sie zusammengefasst und erklären, für wen es sich lohnt aktiv zu werden.

Das Wichtigste auf einen Blick:

  • Smart Meter werden Pflicht, das ist beschlossene Sache - die Umsetzung erfolgt stufenweise
  • Die Kommunikationseinheit (Gateway) befindet sich aktuell noch im Zertifizierungsprozess des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik, weshalb mit einem großflächigen Smart Meter Rollout erst ab 2019 zu rechnen ist
  • Kunden mit einem Verbrauch über 10.000 kWh pro Jahr sollten schon ab 2017 umgerüstet werden
  • Kunden mit einem Verbrauch von unter 10.000 kWh werden ab 2020 umgerüstet
  • Für Haushalte mit einem Verbrauch von unter 6.000 kWh ist ein intelligenter Stromzähler optional – es muss jedoch ein moderner Zähler verbaut sein
  • Bis 2032 muss jeder Zähler modern oder intelligent sein

Zeitplan des Rollouts

Grafik Smart Meter Rollout Zeitplan
Die Fristen für den Einbau der intelligenten Messeinrichtungen sind gesetzlich geregelt - bis 2032 will die Bundesnetzagentur die Smart Meter Pflicht umgesetzt haben. Quelle: E.ON

Definition Smart Meter:

Ein Smart Meter (dt.: intelligenter Stromzähler oder intelligentes Messsystem) ist ein digitaler und internetfähiger Stromzähler, der über eine Kommunikationseinheit (Gateway) verfügt. Dadurch können aktuelle Verbrauchsdaten kommuniziert und vom Nutzer abgefragt werden. Der internetfähige Zähler spielt eine elementare Rolle in der Energiewende und soll künftig dabei helfen, das intelligente Stromnetz (Smart Grid) dynamisch zu stabilisieren. 

Im weiteren Sinne fällt unter den Begriff auch der moderne Stromzähler, der sich jedoch vom intelligenten Messsystem (iMSys) unterscheidet:

  • Moderner Stromzähler: Zähler mit digitalem Display, der nicht mit dem Internet verbunden ist. Auch moderne Messeinrichtung genannt (mME)
  • Intelligenter Stromzähler: Internetfähiger Zähler, der mithilfe einer Kommunikationseinheit aus der Ferne ausgelesen werden kann und Online-Features ermöglicht. 

Ungefährer Stromverbrauch nach Haushaltsgröße in Kilowattstunden (kWh)

Anzahl Personen pro Haushalt Stromverbrauch pro Jahr (Richtwert)
1

1.500

2

2.500

3

3.000

4

4.000

5

5.000

6

7.000

Unternehmen und private Stromkunden mit hohem Bedarf:

Der stufenweise Einbau der intelligenten Zähler betrifft im ersten Schritt Stromkunden mit einem Verbrauch von über 10.000 kWh. Darunter fallen hauptsächlich (Klein-)Unternehmen und Privathaushalte mit einem sehr hohen Stromverbrauch. Diese Haushalte sollen offiziell schon ab 2017 umgerüstet werden. Da sich die intelligenten Stromzähler in einem komplexen Zertifizierungsverfahren des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) befinden, wird der Smart Meter Rollout frühestens im Laufe des Jahres 2018 erfolgen.

 

Privathaushalte und sonstige Kunden mit geringerem Stromverbrauch:

Einen Großteil der privaten Haushalte wird das „Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende“ erst ab dem Jahr 2020 betreffen. Auch hier werden zunächst Haushalte mit einem Verbrauch von 6.000 bis 10.000 Kilowattstunden umgerüstet, bevor die Stromzähler der restlichen Verbraucher (unter 6.000 kWh) modernisiert werden. Ab 2032 gilt für alle Stromkunden eine Smart Meter Pflicht.

 

Familie liegt auf dem Boden und schaut auf Tablet
Auf die Größe kommt es an: Ein durchschnittlicher Dreipersonenhaushalt ist gesetzlich erst ab 2020 von der Installation intelligenter Messsysteme betroffen. Quelle: E.ON

Wer wann welches Messsystem bekommt

Wer einen digitalen Zähler mit oder ohne Internetzugang erhält, ist von der Bundesnetzagentur vorgeschrieben. Dabei hat jeder Verbraucher die Möglichkeit, selbst zu entscheiden, einen internetfähige intelligente Messeinrichtung zu nutzen. In welche Kategorie Sie fallen, können Sie untenstehender Tabelle entnehmen.

Gesetzlich vorgeschriebener Einbau von Smart Metern nach Modell:

Rollout ab Jahr

Moderner Stromzähler
(nicht internetfähig, ggf. aufrüstbar zum intelligenten Zähler)

Intelligenter Stromzähler
(internetfähig)

2017

-

Verbraucher ab 10.000 kWh pro Jahr

Erzeuger 7-100 kW

2020

Verbraucher bis 6.000 kWh
(Einbau eines intelligenten Stromzählers auf Wunsch möglich)

Verbraucher 6.000-10.000 kWh pro Jahr

Erzeuger ab 100 kW

Übrigens: Wer weniger als 6.000 kWh pro Jahr verbraucht, aber trotzdem die Vorteile eines internetfähigen Smart Meters nutzen möchte, für den kann es sich lohnen, selbst aktiv zu werden.

Gründe für das Smart Meter Gesetz

Solarpanels in der Wüste
Smart Meter kommunizieren mit dem Stromnetz. Eine Grundvoraussetzung für die Energiewende - und für eine grünere Zukunft. Quelle: E.ON 

Mit dem steigenden Anteil erneuerbarer Energien im Strommix muss sich auch das Stromnetz weiterentwickeln. Ein Beispiel: Windkraftwerke und Solaranlagen sind wetterabhängig und produzieren nicht konstant die gleiche Menge Strom. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass Stromverbraucher und Stromerzeuger miteinander kommunizieren können, damit der Strom auch dort ankommt, wo er gerade gebraucht wird. Smart Meter unterstützen somit die Energiewende, die Digitalisierung und die Steuerbarkeit innerhalb des Stromnetzes.

Neben diesem Argument bringen die intelligenten Stromzähler aber noch weitere Vorteile mit sich: Aus gesamtheitlicher Sicht wären das etwa die Möglichkeit variable Stromtarife zu schaffen oder die Kostenersparnis, die dadurch entsteht, dass intelligente Messsysteme nicht vor Ort abgelesen werden müssen.

Vorteile der intelligenten Zähler

Neben energiewirtschaftlicher Argumente für den Einbau schlauer Stromzähler stellen sich Verbraucher zurecht die Frage: Was nützt mir ein Smart Meter? Wir haben die wichtigsten Vorteile für Sie zusammengefasst:

  • Stromverbräuche können nahezu in Echtzeit visualisiert werden
  • Bessere Kostenkontrolle und Übersicht
  • Identifikation von Stromfressern
  • Vermeidung von Stromnachzahlungen
  • Reduzierung des Stromverbrauchs
  • Nutzung zeitvariabler Stromtarife
  • Fernablesung des Zählerstands
  • Bessere Transparenz: Vergleich des eigenen Verbrauchs mit dem Durchschnitt möglich

Tatsächlich verspricht der intelligente Zähler in Zukunft eine Reihe von Vorteilen und Online-Features, die ein moderner Stromzähler ohne Internetverbindung nicht leisten kann. Vor allem für private Haushalte kann es sich also lohnen, aktiv zu werden: Denn wer unter 6.000 kWh pro Jahr verbraucht, bekommt standardmäßig nur einen modernen Zähler (nicht internetfähig) verbaut. 

Wer Interesse am Smart Meter hat, kann sich für einen Einbau kostenlos und unverbindlich vormerken lassen. Dann bekommen Sie Informationen zu den aktuellen Entwicklungen und werden kontaktiert, sobald ein Einbau möglich ist.

Mann vor Laptop freut sich beim Frühstücken
Die Kosten immer im Blick: Mit passenden Apps und einem Smart Meter können Stromverbräuche künftig in Echtzeit überprüft werden. Quelle: E.ON

Messstellenbetreiber frei wählen und Geld sparen

Hinter dem etwas sperrigen Begriff Messstellenbetreiber verbirgt sich, wie der Name schon verrät, der Betreiber der Messeinrichtung. Bei den heutigen analogen Zählern ist dies immer der Netzbetreiber, der für die Region verantwortlich ist - also der sogenannte grundzuständige Netzbetreiber. Zukünftig haben Kunden aber auch die Möglichkeit, den Anbieter ihres Smart Meters frei zu wählen. Dies muss demnach nicht zwangsweise der Netzbetreiber sein - auch Energieversorger und andere Anbieter intelligenter Zähler können den Messstellenbetrieb übernehmen. Wichtig ist dabei nur, dass die Geräte die notwendigen Sicherheitsstandards erfüllen und vom BSI zertifiziert sind. Zudem müssen die Preisobergrenzen eingehalten werden, die von der Bundesnetzagentur definiert wurden.

Durch die Liberalisierung des Messstellenbetriebs könnten Kunden nicht nur beim Stromverbrauch, sondern aufgrund des neuen Wettbewerbs auch beim Preis sparen.

Kosten für den Zähler unterliegen Preisobergrenzen

Mit der Smart Meter Pflicht können für Verbraucher zusätzliche Kosten entstehen. Diese sind jedoch per Gesetz gedeckelt – dürfen bestimmte Preisobergrenzen also nicht übersteigen. Die von der Bundesnetzagentur vorgegebenen Obergrenzen orientieren sich dabei am Verbrauch.

Aufgrund der Preisobergrenzen und des wettbewerblichen Messstellenbetriebs gehen Gesetzgeber davon aus, dass die neue Regelung langfristig auch für die Endverbraucher zu erheblichen Einsparungen im jährlichen Stromverbrauch führt und somit einen Gewinn für alle Beteiligten darstellt.

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