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Photovoltaik-Eigenverbrauch: Lohnt sich das?

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Photovoltaik: Eigenverbrauch mit Sonnenenergie lohnt sich
@E.ON

Solarstrom selbst zu nutzen liegt im Trend – Photovoltaik-Eigenverbrauch lohnt sich. Erfahren Sie mehr über Vor- und Nachteile, Steueraspekte und wie ein Eigenverbrauch von 100 Prozent möglich ist.

Überblick  

Photovoltaik: Eigenverbrauch lohnt sich mehr als Einspeisung

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Eigenverbrauch lohnt sich mehr als Einspeisung
Strom aus der Solaranlage selbst zu nutzen lohnt sich seit 2012. @Pixabay

Bis ungefähr 2012 wurde die Energie von Solaranlagen in Deutschland zumeist nicht selbst im Haus genutzt, sondern zu einer auf 20 Jahre festgesetzten Vergütung nach dem Erneuerbaren-Energien-Gesetz (EEG) in das öffentliche Stromnetz eingespeist. Eigentlich absurd, schließlich käme auch niemand auf die Idee, die Heizung hochzudrehen und die erzeugte Wärme zu verkaufen.

Doch wie kam es zu dieser Praxis? Dank der staatlichen Subventionierung war es bis 2011 finanziell attraktiver, den eigenen Solarstrom zu verkaufen, anstatt ihn selbst zu nutzen. Im Jahr 2005 erhielten Betreiber einer Photovoltaikanlage für jede produzierte Kilowattstunde (kWh) beispielsweise noch 54,53 Cent – ungefähr doppelt so viel, wie eine kWh aus dem Stromnetz kostete. Das hat sich mittlerweile geändert. Aktuell gibt es bei einer Leistung bis zu zehn Kilowattpeak (kWp) nur noch rund zwölf Cent je Kilowattstunde aus der eigenen PV-Anlage – beim Eigenverbrauch könnte man dagegen mit 29,44 Cent kalkulieren, die man ja Kilowattstunde nicht ausgeben muss. So hoch lag 2018 laut BDEW der durchschnittliche Strompreis. Damit erhält man bei Einspeisung aktuell weniger als die Hälfte des durchschnittlichen Strompreises.  

Entwicklung der Einspeisevergütung in Cent am Beispiel einer Eigenheim-Anlagen mit 10 kWp

2005 54,53

2006

51,80

2007

49,21

2008

46,75

2009

44,01

2010

39,14

2011

28,74

2012

24,43

2013

17,02

2014

13,68

2015

12,56

2016

12,31

2017

12,30

2018

12,20

(Die Angaben beziehen sich jeweils auf den 1. Januar eines Jahres)

Lohnt sich Photovoltaik überhaupt? Vor- und Nachteile

  • Vorteil: Selbst erzeugter Strom ist günstig. Heutzutage ist es für Betreiber neuer Photovoltaik-Anlagen günstiger, den Strom vorrangig selbst zu verbrauchen anstatt ihn für rund 29 Cent pro kWh zu kaufen, während es für jede eingespeiste kWh nur noch 12 Cent Einspeisevergütung gibt. Moderne Anlagen sind daher auf den sogenannten Photovoltaik-Eigenverbrauch ausgerichtet. Denn selbst erzeugter Strom ist deutlich billiger als Strom aus dem Netz und schützt gleichzeitig vor steigenden Strompreisen. Hinzu kommt, dass Photovoltaikanlagen in den vergangenen Jahren deutlich billiger und effektiver geworden sind.

  • Vorteil: Selbst erzeugter Strom ist nachhaltig. Neben den gesparten Kosten für den Strom aus dem Netz gibt es einen weiteren guten Grund für den Photovoltaik-Eigenverbrauch: Sich selbst nachhaltig mit eigenproduziertem Strom zu versorgen, ist gut für die eigene Ökobilanz. Da kann kein Ökostrom-Tarif mithalten. Je mehr Strom vor Ort erzeugt und auch vor Ort verbraucht – beziehungsweise in einem Solarspeicher oder einem E-Auto gespeichert – wird, desto weniger müssen zusätzliche Stromtrassen gebaut und verlegt werden.
Bei der Nutzung von Photovoltaikanlagen sind einige steuerliche Aspekte zu berücksichtigen. @Pixabay
  • Nachteil: Wer Strom erzeugt, wird Unternehmer, trotz Photovoltaik-Eigenverbrauchs. Steuern sind ein Thema, das wenige auf dem Schrim haben aber: Betreiber von Photovoltaikanlagen sollten berücksichtigen, dass sie Gewinne versteuern müssen und auch vom Finanzamt als Unternehmer eingestuft werden – entweder als Kleinunternehmer oder vorsteuerabzugsberechtigter Unternehmer. Kleinunternehmer haben den Vorteil, dass sie keine Umsatzsteuer zahlen müssen, weder auf die selbst genutzten noch auf die ins Stromnetz eingespeisten Kilowattstunden. Allerdings kann dafür auch nicht die beim Kauf der Anlage erhobene Mehrwertsteuer bei der Steuererklärung geltend gemacht werden.
    Anders sieht es beim vorsteuerabzugsberechtigten Unternehmer aus, dieser erhält die Mehrwertsteuer zurück, muss dafür aber auf den erzeugten Strom die angefallene Mehrwertsteuer im Jahr zahlen. Der dabei anfallende, jährliche Aufwand ist nicht zu unterschätzen. Welche Wahl die bessere ist, sollte man vorab, gegebenenfalls mit Unterstützung eines Steuerberaters, einmal durchrechnen.
Mit einem virtuellen Speicher lässt sich Solarstrom auch nachts nutzen. @E.ON

Photovoltaik-Eigenverbrauch: Komplett versorgt?

Im besten Fall deckt die Erzeugungsleistung aller installierten Solarmodule genau den Energiebedarf. Man könnte also vermuten, dass für eine Familie mit einem Jahresstromverbrauch von 3.000 kWh eine 3 bis 4 kWp-Anlage am sinnvollsten wäre. Denn würden sich Haushalte, kleine Betriebe oder auch große Unternehmen komplett selbst mit Sonnenenergie versorgen, hätten sie eine Eigenverbrauchsquote von 100 Prozent und bräuchten keinen zusätzlichen Strom mehr beziehen. In der Praxis ist eine zeitgleiche Nutzung aber natürlich nicht immer möglich. Schließlich scheint die Sonne nicht rund um die Uhr. Doch auch, wenn sie längst untergegangen ist oder sich dunkle Wolken vor sie schieben und keine einzige Solarzelle mehr neuen Solarstrom liefern kann, gibt es dank entsprechenden Batteriespeichern oder virtuellen Speichern mittlerweile Lösungen.  

Höherer Eigenverbrauch dank Batterien und Speicher

Solarbatterien mit Lithium-Ionen-Akkus wie der E.ON Aura Speicher optimieren die Solaranlage und erhöhen den Photovoltaik Eigenverbrauch. Lassen sich mit einer Photovoltaikanlage ungefähr 30 Prozent des Stroms selbst nutzen, kann der Anteil mit einem Solarspeicher auf rund 60 Prozent erhöht werden. Der Speicher wird tagsüber mit überschüssigem PV-Strom geladen und deckt dann vor allem den Energiebedarf für den Abend. Wer sich das ganze Jahr und zu 100 Prozent mit Sonnenenergie versorgen möchte, kann auf Cloud-Modelle und virtuelle Speicher wie die E.ON SolarCloud setzen. Mit dieser Lösung lässt sich der Strom wie auf einer Art Konto ansparen und jederzeit wieder abrufen. Dadurch sind vor allem längere Regen- und Kälteperioden kein Problem mehr. Der Wunsch nach einem unbegrenzten Photovoltaik Eigenverbrauch wird damit Realität.

Von wenigen großen zu Millionen kleinen Kraftwerken

Die Energiewelt hat sich grundlegend gewandelt. Bis vor wenigen Jahren haben einige wenige, große Kraftwerke gigantische Energiemengen produziert, die über die Stromtrassen kilometerweit in die Städte und Dörfer transportiert wurden. Heutzutage erzeugen von der Nordsee bis zu den Alpen Millionen kleiner Anlagen über das ganze Land verteilt Energie. Erneuerbare Energien, vorrangig Windkraft-, Wasserkraft-, Solar- und Biomasseanlagen, decken dabei einen immer größeren Anteil des benötigten Strombedarfs – dezentral und vor Ort. Allein 2018 erzeugten alle Anlagen in Deutschland mehr als 200 Milliarden Kilowattstunden Ökostrom – so viel wie nie zuvor. Und das Potenzial ist noch längst nicht ausgeschöpft. Die größte Herausforderung ist allerdings nicht die Menge des produzierten Stroms, sondern diesen auch möglichst an genau den Orten und zu den Zeiten zu erzeugen, zu denen er auch benötigt und verbraucht wird.

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