Rauchmelder retten Leben, wenn es darauf ankommt
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Rauchmelder als Lebensretter

Rauchmelder als Lebensretter

Was Sie über die kleinen Geräte wissen müssen

Klein, weiß, unscheinbar, aber unglaublich sinnvoll: Rauchmelder als praktische Lebensretter werden auch heute noch viel zu oft unterschätzt. Denn Brände und deren Folgen können vermieden werden. Seit dem neuen Rauchmelder-Gesetz gehen die Unfallzahlen zwar deutlich zurück, dennoch gibt es immer wieder Brandopfer und hohe Sachschäden, die mit der richtigen Brandprävention vermieden werden können. Wir haben die wichtigsten Fakten für Sie zusammengestellt und Experten Frank Hachemer, Vizepräsident des Deutschen Feuerwehrverbandes und zuständig für vorbeugenden Brandschutz, zum Thema befragt.

Weshalb Wohnungsbrände gerade nachts heimtückisch sind

Mittlerweile sind Rauchmelder in allen Bundesländern Pflicht und das aus gutem Grund. Obwohl die meisten Brände tagsüber entstehen, sind die Folgen in der Nacht meist schlimmer.

Viele Brandopfer kommen mit dem eigentlichen Feuer gar nicht in Berührung, sondern haben vielmehr mit Rauchvergiftungen zu kämpfen. Vor allem nachts bemerken Bewohner ein Feuer oder einen Schwelbrand überhaupt nicht. Giftiger, geruchloser Rauch zieht häufig bis ins Schlafzimmer und kann schnell eine Rauchvergiftung auslösen. Nur ein paar tiefe Züge in die Lunge führen bereits zum Bewusstseinsverlust, ohne dass die Betroffenen es merken.

Das macht eine Rauchvergiftung so gefährlich

Wie gefährlich eine Rauchvergiftung ist, bestätigt der erfahrene Vizepräsident des Deutschen Feuerwehrverbandes Frank Hachemer, zuständig für vorbeugenden Brandschutz: „In der Regel starten Ersthelfer mit einer Herz-Lungen-Wiederbelebung, die auch als Herzdruckmassage bekannt ist, um Blut und somit Sauerstoff zu transportieren, damit das Gehirn weiter ausreichend versorgt wird. Bei einer Kohlenmonoxidvergiftung besetzen die Moleküle aber die roten Blutkörperchen, die für den Transport von Sauerstoff verantwortlich sind. Deshalb kann das Blut gar keinen Sauerstoff mehr aufnehmen und somit nicht zum Gehirn transportieren, egal wie sehr die Helfer sich bemühen. Das ist auch der Grund, warum Vergiftete leider oft nicht mehr gerettet werden können.“

Frank Hachemer ist seit 2016 Vizepräsident des Deutschen Feuerwehrverbandes und verantwortlich für vorbeugenden Brandschutz.
Frank Hachemer ist seit 2016 Vizepräsident des Deutschen Feuerwehrverbandes und verantwortlich für vorbeugenden Brandschutz.

Rauchmelder retten Leben

Hier kommen die Rauchmelder ins Spiel: Sobald der gefährliche Rauch aufsteigt, schlagen die Geräte Alarm und wecken die Bewohner rechtzeitig auf. Dass die kleinen Lebensretter sich wirklich lohnen, spiegelt sich auch klar in den Zahlen wieder: Das Rauchmelder-Gesetz hat bereits positive Effekte erzielt.

„Wenn wir schlafen, schläft auch unser Geruchssinn. Das bedeutet: wir können Brandrauch und das ohnehin geruchlose Kohlenmonoxid im Schlaf gar nicht bemerken. Ein weit verbreiteter Irrglaube ist immer noch, dass Menschen und Tiere durch den Geruch von Feuer rechtzeitig aufwachen. Dem ist nicht so. Auch Hunde, die eigentlich ja eine weitaus bessere Nase  haben als wir, haben keine Chance, nachts durch den Geruch aufzuwachen“, erklärt der Experte.

Besonders im Schlaf stellen Brandrauch und Kohlenmonoxid eine große Gefahr für uns dar.
Besonders im Schlaf stellen Brandrauch und Kohlenmonoxid eine große Gefahr für uns dar.

Wer die Rauchmelder wann und wo anbringen muss

Die Rauchmelderpflicht ist mittlerweile in jedem Bundesland in Kraft getreten, die Umsetzung obliegt allerdings den einzelnen Bundesländern.  So variieren beispielsweise die Regelungen, wer den Melder anzubringen hat und in welchen Räumen sie angebracht sein müssen. Meistens sind die Eigentümer in der Pflicht die Geräte zu montieren - und dies mindestens in Schlaf- und Kinderzimmern sowie Fluren und Fluchtwegen.. Für Bestandsbauten gibt es sogenannte Übergangsfristen, bis wann die Rauchmelder angebracht sein müssen. Einheitlich für alle Bundesländer gilt, dass Neu- und Umbauten immer mit Rauchmeldern auszustatten sind.
Unabhängig davon, für welche Bereiche  die jeweiligen Bundesländer die Geräte vorschreiben, gibt auch Brandschutzexperte Frank Hachemer Tipps für die korrekte Platzierung: „Generell sollten Rauchmelder in allen Räumen zu finden sein, wo jemand schläft. Rauchmelder sollen uns ja wecken.“

Weil Elektrogeräte die häufigste Brandursache sind, rät Frank Hachemer ebenfalls zu einer  Platzierung im Wohnzimmer. Besondere Vorsicht gilt natürlich, wenn sich dort auch noch ein Ofen oder Kamin befinden. Auf dem gemütlichen Sessel schläft man eben doch schneller ein als man denkt.

„Außerdem sollten Rauchmelder in allen Fluren und Rettungswegen vorhanden sein, sodass die Bewohner früh genug gewarnt werden, sollte dort schon Rauch eingedrungen sein. Das wäre natürlich fatal, denn das ist ja der Weg in Sicherheit“, erklärt der Experte.

So wählen Sie das richtige Produkt aus

Rauchmelder ist nicht gleich Rauchmelder.

Batteriebetriebene Rauchmelder sind die optimale Lösung, vor allem für Bestandsbauten. Für sie sind, wie der Name schon verrät, keine extra Stromkabel zu verlegen. Sie sind besonders leicht und auch sehr kostengünstig anzubringen. Viele können einfach selbst durch den Eigentümer oder Mieter mit nur wenigen Handgriffen an der Zimmerdecke befestigt werden. Gute batteriebetriebene Geräte haben eine Lebensdauer von bis zu zehn Jahren und testen ihre Funktionsfähigkeit selbst, um maximale Zuverlässigkeit und Sicherheit zu gewährleisten. Einige Geräte führen außerdem monatliche Soundchecks durch.

Nicht nur die Betriebsart eines Rauchmelders ist allerdings von Bedeutung.

„Sehr günstige Melder werden beispielsweise nur stichprobenartig geprüft, bevor sie im Handel landen. Wichtig ist allerdings, dass nicht nur jedes hundertste Produkt, sondern jedes einzelne vom Hersteller auf Funktionsfähigkeit überprüft wurde. Qualitätsrauchmelder haben außerdem Fliegennetze um die Meldeeinrichtung, sodass keine Insekten hineingelangen können. Auch in der Herstellung und Verarbeitung gibt es Unterschiede.“

Hochwertige Produkte sollten außerdem schnell und zuverlässig harmlosen Wasserdampf von Brandrauch und gefährlichen, geruch- und rauchlosen Kohlenmonoxid (CO)-Konzentrationen unterscheiden können.

Herkömmliche Rauchmelder erkennen geruchlose, giftige CO-Konzentrationen oft nicht. Spezielle CO-Melder sind daher eine sichere Alternative.
Herkömmliche Rauchmelder erkennen geruchlose, giftige CO-Konzentrationen oft nicht. Spezielle CO-Melder sind daher eine sichere Alternative.

„Wenn die verarbeiteten Platinen nicht aus Glasfaser, sondern aus Papier sind, wie es bei Billigprodukten häufig der Fall ist, ist das ebenfalls problematisch, da sich die Geräte ja im oberen Teil des Raumes befinden und somit auch enormen Temperatur- und Feuchtigkeitsschwankungen ausgesetzt sind. Eine Papierplatine ist da natürlich anfälliger als eine feste Platine“, warnt der Fachmann.

„Es gibt erhebliche Qualitätsunterschiede und deswegen würde ich nicht dazu raten, sich einfach auf irgendein Billiggerät zu verlassen.“

Übrigens können die meisten handelsüblichen Rauchmelder zwar Brandrauch erkennen, aber nicht die gefährlichen Kohlenmonoxid (CO)-Konzentrationen. Wer also auf Nummer sichergehen will, sollte auch hierauf beim Kauf achten.

Das spricht für smarte Rauchmelder

Funkgesteuerte Geräte, die untereinander kommunizieren oder beispielsweise Signale an ihr Smartphone senden können, sind heutzutage auch schon erschwinglich. Warum sie so sinnvoll sind, erklärt Frank Hachemer an einem Beispiel.

 „Elektrogeräte sind die häufigste Brandursache und stehen oft im Wohnzimmer und Erdgeschoss. Wenn im Ernstfall allerdings nur der Rauchmelder im Wohnzimmer Alarm schlägt, wachen die Schlafenden im oberen Schlafzimmer unter Umständen nicht auf. Senden die Rauchmelder allerdings sofort Signale an ihr Smartphone oder die restlichen Melder im Haus, bleibt in der Regel genug Zeit, um sich und Ihre Familie in Sicherheit zu bringen. Ansonsten laufen Sie gegebenenfalls Gefahr, dass die Melder in den Schlafräumen zu spät anschlagen und Ihr erster Fluchtweg durchs Erdgeschoss bereits versperrt ist.“

Elektrogeräte als Übeltäter: Sie sind die häufigste Brandursache.
Elektrogeräte als Übeltäter: Sie sind die häufigste Brandursache.

Gefahr für den Menschen besteht häufig in der Nacht.-Trotzdem kann es auch tagsüber zu enorm hohen Schäden kommen und sogar die Nachbarschaft gefährden, wenn ein Feuer oder Schwelbrand ausbricht und Sie nicht zuhause sind. Oft wird die Gefahr erst zu spät erkannt, wenn sich die Flammen schon ausgebreitet haben.

„Smarte Rauchmelder sind auch dann interessant, wenn Sie einen hohen Sachschaden vermeiden wollen. Wenn also beispielsweise niemand  zu Hause ist und Sie per App informiert werden, dass ihr Rauchmelder Alarm schlägt, sind ja in der Regel nicht direkt Personen in Gefahr. Sie haben dann aber die Möglichkeit, rechtzeitig zu handeln um Schlimmeres zu vermeiden. Wenn Haustiere zuhause sind oder andere Bewohner in der Nähe, bieten Smarte Rauchmelder natürlich extra Schutz“, so der Experte.

Tipps der Feuerwehr zur Brandprävention:

  • Brandlast entfernen und entrümpeln -> sich selbst Fragen: Wie leicht entzündlich ist mein Hab und Gut und was brauche ich wirklich?
  • Immer wissen wo ein betriebsfähiges Telefon ist
  • Ersten und zweiten Fluchtweg kennen und frei halten
  • Funktionsfähigkeit der Rauchmelder überprüfen
  • Elektrogeräte verwenden(beispielsweise Bügeleisen), die sich nach einer gewissen Zeit von selbst abschalten
  • Bei der Wahl der Rauchmelder auf Qualitätsprodukte achten
  • Die Melder in den richtigen Räumen platzieren: mindestens in Schlaf-, Kinder- und Wohnzimmern sowie Fluren und Fluchtwegen

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