Rauchmelder retten Leben wenn es darauf ankommt
  • MSIE [1-9][^0-9]
  • Ihr Browser wird nicht voll unterstützt.
  • Sie benutzen eine Version Ihres Browsers, die nicht vom Portal „Mein E.ON“ unterstützt wird. Daher ist ein Login leider nicht möglich.

    Um das Portal nutzen zu können, führen Sie bitte ein Browser-Update durch oder benutzen Sie einen anderen Browser.

     

  • Schließen

Rauchmelder als Lebensretter

Rauchmelder als Lebensretter

Das Experteninterview mit der Feuerwehr

Klein, weiß, unscheinbar, aber unglaublich sinnvoll: Rauchmelder als praktische Lebensretter werden auch heute noch viel zu oft unterschätzt. Denn Brände und deren Folgen können vermieden werden. Seit der gesetzlichen Regelung gehen die Unfallzahlen zwar deutlich zurück, dennoch gibt es immer wieder Brandopfer und hohe Sachschäden, die mit der richtigen Brandprävention vermeidbar gewesen wären. Frank Hachemer, Vizepräsident des Deutschen Feuerwehrverbandes, erklärt im Gespräch worauf es ankommt.

Frank Hachemer ist seit 2016 Vizepräsident des Deutschen Feuerwehrverbandes und verantwortlich für vorbeugenden Brandschutz.
Frank Hachemer ist seit 2016 Vizepräsident des Deutschen Feuerwehrverbandes und verantwortlich für vorbeugenden Brandschutz.

Herr Hachemer, obwohl die meisten Brände tagsüber entstehen, sind die Folgen in der Nacht meist schlimmer. Was macht einen Wohnungsbrand gerade nachts so heimtückisch?

Wenn wir schlafen, schläft auch unser Geruchssinn. Das bedeutet: wir können Brandrauch und das ohnehin geruchlose Kohlenmonoxid im Schlaf gar nicht bemerken. Ein weitverbreiteter Irrglaube ist immer noch, dass Menschen und Tiere durch den Geruch von Feuer rechtzeitig aufwachen, aber dem ist nicht so. Auch Hunde, die eigentlich eine weitaus bessere Nase haben als wir, haben keine Chance, nachts durch den Geruch aufzuwachen.

Besonders im Schlaf stellen Brandrauch und Kohlenmonoxid eine große Gefahr für uns dar.
Besonders im Schlaf stellen Brandrauch und Kohlenmonoxid eine große Gefahr für uns dar.

Viele Brandopfer kommen gar nicht wegen der Flammen ums Leben, sondern werden vielmehr vom Brandrauch vergiftet.  Schon nach ein paar Zügen Rauch, der in die Lunge gelangt, kann der Mensch das Bewusstsein verlieren. Aber was ist eigentlich das Gefährliche an einer solchen Vergiftung? 

In der Regel starten Ersthelfer mit einer Herzlungenmassage, um Blut und somit auch Sauerstoff zu transportieren, damit das Gehirn weiterhin ausreichend versorgt wird. Bei einer Kohlenmonoxidvergiftung  besetzen die Moleküle allerdings die roten Blutkörperchen, welche für den Transport von Sauerstoff verantwortlich sind. Deshalb kann das Blut gar keinen Sauerstoff mehr aufnehmen und auch nicht zum Gehirn transportieren, egal wie sehr die Helfer sich bemühen. Das ist auch der Grund, warum Vergiftete leider oft nicht mehr gerettet werden können.

Wie kann ich mich davor schützen?

Eins der wenigen Warnzeichen für eine Kohlenmonoxidvergiftung sind Kopfschmerzen. Wenn also jemand beispielsweise einen Holzofen in seinem Wohnzimmer hat und plötzlich heftige Kopfschmerzen bemerkt, kann mit ziemlicher Sicherheit davon ausgehen, dass die Ursache Kohlenmonoxid ist und sollte reagieren: Raum verlassen, gut lüften, Abluftmöglichkeit schaffen. Auch wenn Sie wach sind, können Sie die giftige Konzentration weder sehen noch riechen. Kohlenmonoxid wird übrigens bei jeder Verbrennung freigesetzt, also auch bei einem Schwelbrand, der im Verborgenen ohne Flammen brennt, weshalb ein Kohlenmonoxidmelder durchaus sinnvoll ist.

Herkömmliche Rauchmelder erkennen geruchlose, giftige CO-Konzentrationen oft nicht. Spezielle CO-Melder sind daher eine sichere Alternative.
Herkömmliche Rauchmelder erkennen geruchlose, giftige CO-Konzentrationen oft nicht. Spezielle CO-Melder sind daher eine sichere Alternative.

Die Rauchmelderpflicht hat bereits positive Effekte erzielt, das belegen die aktuellen Zahlen. Wo sollten Rauchmelder Ihrer Meinung nach immer zu finden sein, damit sie den größten Nutzen erzielen?

In welchen Räumen die Rauchmelder angebracht werden müssen, ist generell vom Bundesland abhängig, meistens sind es jedoch Wohn- und Schlafräume sowie Flure als Fluchtwege. Hier sind die Geräte natürlich auch am sinnvollsten. Generell sollten sie immer in allen Räumen zu finden sein, wo jemand schläft. Rauchmelder sollen uns ja wecken. Weil Elektrogeräte die häufigste Brandursache sind ergeben sie auch im Wohnzimmer Sinn. Gerade wenn hier das ein oder andere Mal ein Nickerchen auf der Couch gehalten wird oder sogar ein Ofen oder Kamin vorhanden ist. Außerdem sollten Rauchmelder in allen Fluren und Rettungswegen vorhanden sein, sodass die Bewohner früh genug gewarnt werden, sollte dort schon Rauch eingedrungen sein. Das wäre natürlich fatal, denn das ist ja der erste Weg in Sicherheit. Küche und Feuchträume sind nicht so sinnvoll, denn oft schlagen Rauchwarnmelder in diesen Räumen schon beim Duschen an. Hier sind spezialisierte Geräte besser, zum Beispiel Wärmemelder die nicht auf Rauch reagieren, sondern auf die Temperatur.

Wenn ich mir einen Rauchmelder anschaffen möchte, auf was muss ich konkret achten?

Ich kenne die Meinung „Es ist besser man hat irgendeinen billigen, als dass man gar keinen  hat.“ Das halte ich aus folgendem Grund nicht für zielführend: Es gibt enorme Qualitätsunterschiede bei Rauch- und Kohlenmonoxidmeldern. Sehr günstige werden beispielsweise nur stichprobenartig geprüft, bevor sie im Handel landen. Wichtig ist allerdings, dass nicht nur jedes hundertste Produkt, sondern jedes einzelne vom Hersteller auf Funktionsfähigkeit überprüft wurde. Qualitätsrauchmelder haben außerdem Fliegennetze um die Meldeeinrichtung, sodass keine Insekten hineingelangen können. Auch in der Herstellung und Verarbeitung gibt es Unterschiede. Wenn die verarbeiteten Platinen nicht aus Glasfaser, sondern aus Papier sind, wie es bei Billigprodukten häufig der Fall ist, ist das ebenfalls problematisch, da die Geräte ja im oberen Teil des Raumes sind und somit auch enormen Temperatur- und Feuchtigkeitsschwankungen ausgesetzt sind. Eine Papierplatine ist da natürlich anfälliger als eine feste Platine. Deswegen gibt es erhebliche Qualitätsunterschiede und deswegen würde ich nicht dazu raten, sich einfach auf irgendein Billiggerät zu verlassen.

Übrigens können die klassischen Rauchmelder zwar Brandrauch erkennen, aber nicht die unsichtbaren und geruchlosen Kohlenmonoxid (CO)-Konzentrationen. Dafür gibt es spezielle Geräte, die auch als Kohlenmonoxidmelder gekennzeichnet sind.

Heutzutage gibt es erschwingliche Rauchmelder,  die untereinander kommunizieren und beispielsweise Signale an ihr Smartphone senden können. Wann sind diese Funktionen hilfreich?

Elektrogeräte sind die häufigste Brandursache und stehen oft im Wohnzimmer und Erdgeschoss. Wenn im Ernstfall allerdings nur der Rauchmelder im Wohnzimmer Alarm schlägt, wachen die Schlafenden im oberen Schlafzimmer unter Umständen nicht auf. Senden die Rauchmelder allerdings sofort Signale an ihr Smartphone oder die restlichen Melder im Haus, bleibt in der Regel genug Zeit, um sich und Ihre Familie in Sicherheit zu bringen. Ansonsten laufen Sie gegebenenfalls Gefahr, dass die Melder in den Schlafräumen zu spät anschlagen und Ihr erster Fluchtweg durchs Erdgeschoss bereits versperrt ist. Wenn Kinder oder Hörgeschädigte bei Ihnen wohnen, ist es ebenfalls ratsam auf solche Systeme zu setzen.

Elektrogeräte als Übeltäter: Sie sind die häufigste Brandursache.
Elektrogeräte als Übeltäter: Sie sind die häufigste Brandursache.

Also haben smarte Rauchmelder ihre Berechtigung?

Ihre Berechtigung in jedem Fall, aber sie sind natürlich besonders dann interessant, wenn Sie einen hohen Sachschaden vermeiden wollen. Wenn also beispielsweise niemand  zu Hause ist und Sie per App informiert werden, dass ihr Rauchmelder Alarm schlägt, sind ja in der Regel nicht direkt Personen in Gefahr. Sie haben dann aber die Möglichkeit, rechtzeitig zu handeln um Schlimmeres zu vermeiden. Wenn Haustiere zuhause sind oder andere Bewohner in der Nähe, bieten smarte Rauchmelder natürlich extra Schutz, weil man reagieren kann.

Tipps der Feuerwehr zur Brandprävention:

  • Brandlast entfernen und entrümpeln
  • Immer wissen wo ein betriebsfähiges Telefon ist
  • Ersten und zweiten Fluchtweg kennen und frei halten
  • Funktionsfähigkeit der Rauchmelder überprüfen
  • Elektrogeräte verwenden(beispielsweise Bügeleisen), die sich nach einer gewissen Zeit von selbst abschalten.
  • Bei der Wahl der Rauchmelder auf Qualitätsprodukte achten
  • Die Melder in den richtigen Räumen platzieren: mindestens in Schlaf-, Kinder- und Wohnzimmern, sowie Fluren und Fluchtwegen

Das könnte Sie auch interessieren